Growing Love: Winter in Fairbrook

Vor ungefähr einem Jahr waren wir beim ersten Flower Shop, Summer in Fairbrook, von dem jeder eigentlich nur den zweiten Teil kennt, gewesen. Und mit Winter in Fairbrook reiche ich den jetzt nach, welchen ich sogar zufällig in der passenden Jahreszeit bespielt habe. Was wäre denn auch ein Jahr ohne Dating Sim in diesem Blog?

Spielerisch hat sich nicht viel geändert. Einmalig pro Woche legen wir unseren Besuchsplan fest. Jeden Morgen werden gezwungen Blumen angepflanzt, der Nachmittag dann mit einer der möglichen Trophäen verbracht. Beziehungsweise, wenn man denn neue Saat einkaufen muss, eben der Laden aufgesucht, wobei an dem natürlich auch ein Kerl hängt.

Der Wochenplan, immer schön den Auserwählten bedrängen.

Mit ihnen abzuhängen kann eine Standardphrase mit sich bringen, und am Ende der Woche ist dann der mit dem Kerl assoziierte Statuswert leicht erhöht, oder es gibt eine besondere Konversation, bei der man ihnen die richtige Antwort geben muss, damit sich der Zuneigungsbalken ändert. Neben voller Zuneigung will jeder der Typen auch noch zwei Statuswerte erhöht sehen – zum einen der eigene, dann noch einen, für den man die Konkurrenz aufsuchen muss.

Ist am Ende der 11 Wochen Ferien in Fairbrook dann alles so, wie es sein soll, bekommt man seine Trophäe überreicht und dessen Ende vorgespielt. Wer insgesamt auch noch mindestens 400 Umsatz durch den Verkauf der Blumen erwirtschaftet hat, was mehr als einfach ist, bekommt sogar ein leicht abgewandeltes Ende. Wobei ich diesmal keines der normalen gesehen habe, ich gehe allerdings davon aus, dass die wie im Vorgänger sowieso fast identisch sind.

Einfach abbrechen kann man das Gärtnern schon…

Die Blumenpflege gestaltet sich im Saatkasten mit ein paar einfachen Klicks. Über die wird das Unkraut entfernt, die Saat vergraben, Ungeziefer ausgemerzt, Keimlinge gegossen, und das fertige Produkt für den Verkauf ausgerissen. Jede dieser Aktionen kostet eine Stunde des Vormittags, so gesehen kann also pro Tag nur eine überschaubare Tätigkeitsliste abgearbeitet werden. Wer will darf den Nachmittag auch auf den Garten verbuchen, aber das ist wie gesagt ziemlich verschwendete Zeit, denn das nötige Geld hat man auch so sehr schnell, und wird schon früh genug von der aufgezwungenen Gartenarbeit gelangweilt sein. Wobei, immerhin geht alles ziemlich fix und man kann auch einfach vorzeitig beenden, ganz aufgezwungen ist sie also doch wieder nicht.

Das wahre Problem von Summer in Fairbrook war aber nicht mal so sehr, dass es ziemlich kurz und simpel ist, sondern dass die Charaktere einfach alle schreckliche Unsympathen waren. Winter in Fairbrook beginnt damit, dass das Mädel, welches mit Clara aus dem Vorgänger aufs gleiche College geht (scheinbar hat die es also auch so aus ihrem verhassten Kaff gebrachten), sich erst mal tierisch darüber beschwert, dass ihre Eltern ihr ständig mit Verantwortung und so Zeug auf den Sack gehen, statt sie einfach herumlungern zu lassen. Sie soll sich sogar über die Winterferien einen Job suchen, sonst bezahlen die ihr nicht mehr alles, wie unfair. Ich war also gleich schon am Aufstöhnen, weil wir den gleichen faulen Nichtsnutz zu spielen bekommen, wie im vorigen Spiel, nur diesmal mit Vagina.

Ach wie nett, ein gemeinsames Abschiedsbild.

Sobald sie dann allerdings bei Susannas Blumenladen in Fairbrook angeheuert hatte, revidierte sich das langsam. Die vier Jungs, darunter selbst der MC aus dem vorigen Spiel, scheinbar ist also keine der dortigen Romanzen canon, sind alle durchaus ganz nett zu ihr. Und die MCin hat immerhin ein angenehmes Selbstbewusstsein und weis für sich einzustehen, was gerade in japanischen Otome Games gern zu wünschen lässt. Tatsächlich macht sie über die Wochen in der Kleinstadt, dem Einschneien im Schneesturm, und dem Verbringen von Weihnachten hier, eine richtige Charakterentwicklung durch und wird ein angenehmerer Mensch. Zum Schluss gibt es sogar eine Schneeballschlacht zwischen allen Charakteren und ein Gruppen-CG, um noch mal zu unterstreichen wie gut sich doch alle angefreundet haben, was ich schon sehr nett fand.

Das Artwork ist diesmal übrigens auch eine ganze Ecke besser, als noch im ziemlich dilettantisch gezeichneten Vorgänger. CGs gibt es so gesehen auch mehrere, wobei nur ein richtiges Ending-CG zum Date zu Weihnachten existiert, plus dann noch ein oder zwei Chibis. Und halt die immer gleichen Charakter-unspezifischen für die Schneeballschlacht am Ende. Viele der Kerle bandeln sogar mit einem der anderen Mädels an, wenn wir dem nicht im Wege stehen, wie aus den Epilogen zu lesen ist. Von daher zeichnet sich Winter in Fairbrook natürlich immer noch spielerisch dadurch aus, dass alles etwas arg kurz und simpel ist, doch zumindest die Charaktere sind diesmal sympathisch und humorig genug, als dass ich mir schnell mal alle vier Junge geangelt hätte:

Mit Steve hat man wenigstens Spaß.

Steve ist der Protagonist des letzten Spieles, den wir direkt auf den verschneiten Straßen Fairbrooks über den Haufen rennen. Vergeben ist er immer noch nicht, und hilft weiterhin seinem Onkel auf der Farm aus, wobei das vorige Spiel glaube ich kein solches Ende für ihn offerierte. Außerdem erzählt er einem von seinen Vaterproblemen schneller, als sich selbst ein Bioware-Charakter einem gegenüber öffnet, was schon eine ziemliche Leistung ist. Immerhin wird so nachträglich rationalisiert, dass seine Faulheit ein Schrei nach Aufmerksamkeit an seinen Vater war.

Da er selbst im Vorgänger in der gleichen Position war, kann er sich gut in die MCin hineinversetzen. Wenn die beispielsweise meint, sie würde mit den anderen Leuten in Fairbrook nicht so richtig warm, fragt er ob das nicht ist, weil sie selbst die auf Abstand hält. Ansonsten ist er weiterhin ein spaßiger Typ, der nichts allzu ernst nimmt, wobei sein Humor mehr durch Wortspiele kommt. Kurz vor Weihnachten helfen wir ihm Plätzchen zu backen, nachdem er die erste Fuhre verkohlt hat, als ob Backen sonderlich schwer wäre. Und zum Gegenzug lädt er zu einem romantischen Dinner am Weihnachtsabend ein, weil er den Tag eh nicht mit seinem Vater verbringen will. Im Epilog ein Jahr später wechselt er übrigens aufs gleiche College, um die Distanz aus der Distanzbeziehung zu nehmen.

Immerhin ist dem Spiel diesmal bewusst, dass die MC unsympathisch angefangen hat.

Trent ist der Bruder von Susanna, was zu einem kleinen Fettnäpfchen führt, wenn man sich über deren veganen Lebensstil beschwert. Das erste Treffen mit ihm ist in der Bibliothek, wo er regelmäßig Marina aushilft, weil die nun eine vielbeschäftigte Schriftstellerin ist. Er selbst interessiert sich dabei nicht mal so sehr für Bücher. MC-Chan hält ihn übrigens sofort für ziemlich niedlich, und ich nehme mal an er ist wirklich der bestaussehende der Typen, aber denkt auch gleich, er hätte eine Schwäche für Marina (tatsächlich enden die beiden zusammen, wenn man sich nicht selbst Trent schnappt). Dass Marina ihn zunächst mehr wie einen kleinen Bruder sieht, weil sie mit Susanna aufgewachsen ist, hilft seinen Ambitionen da nicht sonderlich.

Auch er ist ein eher auf Humor setzender und leichtlebiger Charakter. Beispielsweise war er im Leichtathletik-Team in der Schule, und darin sogar richtig gut, hat aber die Sache einfach abgebrochen, als es ihm keinen Spaß mehr gemacht hat. Er spielt sich auch tatsächlich ungern mit seinen wenigen Errungenschaften auf. Zu Weihnachten lädt einen Susie ein, weil die beiden immer zusammen das Essen vorbereiten, begibt sich dann allerdings auf taktischen Rückzug, damit Trent und MC ein wenig Alleinzeit miteinander haben. Das Jahr darauf im Epilog sind die beiden in einer Distanzbeziehung miteinander.

Einfach köstlich.

Ryan ist schon eher derjenige, der wie die Bibliotheks-Trophäe aussieht, arbeitet allerdings stattdessen im Laden um die Ecke, in dem die Saat gekauft wird. Seiner Familie gehört die Ladenkette, und er hilft über die Ferien aus, studiert eigentlich Biologie. Er ist der schlaue Charakter, dem es hingegen an Sozialkompetenz mangelt, was erneut also eher in die Bibliothek gesteckt würde. Als solches mag er zwar Herr der Ringe, allerdings nur für die Qualität des Schreibens, sieht es gern wenn man meint das eigene Studium irgendwelchen Nebenjobs vorgezogen zu haben, und weiß wie man einen PC selbst zusammenstellt, als ob das so schwer wäre. Überraschenderweise ist er allerdings nicht gut im Spielen der Violine, sondern bleibt nur dabei, weil es ihn entspannt.

Die beiden schließen dann auch einen Pakt. Ryan gibt MC Nachhilfe in Mathe, während sie ihm Nachhilfe im Zwischenmenschlichen gibt. Beispielsweise das Small Talk keine unnütze Zeitverschwendung ist, sondern dem Verständnis gegenüber anderen hilft. Da MC Mathe dennoch nicht sonderlich kapiert, haben die beiden eine kleine Auseinandersetzung, jedoch verhält er sich bei der nächsten Begegnung wieder ganz neutral, da er nicht der nachtragende Typ ist. An Weihnachten nimmt er einen mit zum Schlittschuhfahren auf einem zugefrorenen See. Auch hier ist man ein Jahr später im Epilog in einer Distanzbeziehung (allerdings scheinbar nicht bis nach Deutschland, wohin er studieren geht, wenn MC-Chan einen der anderen Jungs gewinnt).

Meh!

Wo ich nun schon drei von vier Trophäen abhaken konnte, habe ich mir auch noch Jacob geholt, obwohl der feminin-junge Typ eher nicht so ganz das Meine isst. So ein Durchgang ist ja schnell gespielt. Ich glaube im vorigen Spiel ist er Clara hinterher gestiegen, hier scheint er allerdings eine Schwäche für Susanna zu haben, der er im Blumenladen aushilft. Wann immer die ihn denn lässt, denn sein Komplex ist natürlich, dass alle ihn für 12 und kindisch halten, und ihm deswegen nicht so viel zutrauen. Dabei könnte ihm eine Menge aufgehalst werden, der schüchterne und manierliche Kerl ist nämlich eigentlich zu Willensschwach, um Nein zu sagen.

Man sagt ihm dann auch, dass er ruhig etwas selbstsicherer und stolzer auftreten darf, und sich nicht immer so viele Gedanken darüber machen sollte, ob man sich über ihn lustig macht oder ihn bemuttert, weil das häufig gar nicht mal stimmt. An Weihnachten entflieht er kurzzeitig der Feier mit seiner anstrengend-lauten Großfamilie und trinkt heiße Schokolade mit MC-Chan, damit sie sich nicht so einsam fühlt. Das Jahr darauf im Epilog hat er die High School abgeschlossen und ist aufs gleichen College aufgenommen worden, auf das auch Clara und die MCin gehen.

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