Adventure Week #18: Home

Silent Hill ist neben Resident Evil ein großer Name in Sachen Survival Horror gewesen. Und die Franchise, die mehr Prestige mit sich gebracht hat, da intelligenter und psychologischer. Vielleicht ist es auch deswegen, dass einige minderwertige Einträge die Serie kaputt machen konnten, während Resident Evil seinen fünften und sechsten Teil überleben konnte. Auf jeden Fall ist das der Grund, warum sich Indie-Horror gerne das „von Silent Hill inspiriert“ an die Backe schmiert.

So auch Home, welches auf PCs, iOS, PSVita und PS4 erhältlich ist. Ein Spiel, bei dem der Hauptcharakter mit eklatanten Wissenslücken in einem Haus aufwacht, seine Frau Rachel vermissend, und sich auf die Suche nach deren Verbleib macht. Dabei von jenem Haus über einen unterirdischen Komplex, in den Wald, zu seinem alten Arbeitgeber bis letztendlich seinem zu Hause begibt. Auf dem Weg diverse Spuren seiner Frau findet, dazu die eine oder andere Leiche eines Bekannten oder Unbekannten, und mysteriöse Hinweise auf diverse Vermisste.

Die Sache ist die, Home rät einem an ohne jegliche Vorkenntnisse das Spiel zu spielen, weil es sich komplett an den eigenen Entscheidungen aufhängt. Und tatsächlich, wann immer ein interaktives Objekt observiert, eine Nachricht aufgefunden, oder ein Item aufgenommen werden kann, fragt das Spiel vorher nach, ob man dies auch wirklich tun will. Nimmst du die Knarre mit oder nicht? Schaust du ins Notizbuch oder nicht? Hast du den Generator in Gang geschmissen oder nicht?

Einige dieser Dinge müssen getan werden, um im Spiel voran zu kommen, wobei es durchaus das eine oder andere Mal mehrere Alternativen bestehen. Aber eben, ganz darauf aufbauend was untersucht, mitgenommen oder zu welchen Erkenntnissen der gespielte Hauptcharakter gekommen ist, gibt es am Ende ein Abriss dessen, worum es vage im Spiel gegangen sein könnte. Offen dazu, selbst weiteres hinein zu interpretieren, und erneut zu spielen und diesmal anders zu handeln. Ja, es gibt sogar die Aufforderung dazu, die eigene Geschichte online zu teilen, weil sie eben stark danach personalisiert ist, was man selbst getan oder nicht getan hat.

Bei mir kam allerdings leider ein etwas fragmentiertes Ergebnis heraus, wahrscheinlich weil ich zu viele Dinge eben nicht untersucht habe, nicht herumschnüffelte. Mein Charakter ist sich sicher gewesen, dass es Rachel nicht gab. Das sein bester, tot aufgefundener, Freund regelmäßig die Fabrik aus unbekannten Gründen besuchte. Das er selbst allerdings wohl mehrere Menschen beim Schlafwandeln umgebracht hat. Und deswegen jetzt die Stadt besser schleunigst verlässt. Das war tatsächlich etwas unbefriedigend. Ich denke, hätte ich im Keller des eigenen Hause geantwortet, dass er unter der Decke Rachel statt Nichts gefunden hätte, wäre da wesentlich mehr gefüllt worden. Denn alles deutete darauf hin, dass sein bester Freund und Rachel eine Affäre hatten, oder mein Charakter das zumindest dachte. Und da er ein Alkoholproblem hatte und aus der Fabrik gefeuert wurde, hätte auch er alle dortigen Leute umgebracht haben können, nachdem er ausgetickt ist.

Zudem ist Home insgesamt das, was man gern als Walking Simulator bezeichnet. Denn es gibt keine Gegner, keine Puzzle, nichts was zum herkömmlichen Gameplay gehört. Einfach durch die Lokalitäten gehen und bei jedem interaktiven Punkt Ja/Nein wählen, und am Ende gibt es einen Abriss dessen, was passiert hätte sein können. Das war interessant, aber doch tatsächlich auch im Nachhinein etwas unbefriedigend, was aber wie gesagt auch eventuell an meinem spezifischen Ende gelegen hat.

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