Adventure Week #18: Necronomicon

Necronomicon: Dawning of Darkness, auch bekannt als The Gateway to Beyond, ist ein weitestgehend vergessenes Lovecraft-inspiriertes Adventure Game von um die Jahrtausendwende. Und eines, welches scheinbar vergessen bleiben will, und sich lieber nicht von jemandem spielen ließe, wie ich mittlerweile vermute… ein verfluchtes Spiel? Dun dun dun.

Aber mal ernsthaft, als ich über das Spiel stolperte dachte ich mir, es wäre sicher mal einen schnellen Durchgang wert. Und die PC-Version ist ja neu auf Steam etc. verwertet worden, also kann es trotz Obskurität nicht wirklich schwer zu bekommen sein. Nur um dann direkt zu lesen, dass die PC-Version voller Bugs ist, durch die das Spiel teilweise nicht beendet werden kann oder wichtige FMVs nicht abspielen, selbst im Re-Release. So viel also zur PC-Version, aber halt, es wurde ja auch auf die PlayStation portiert, welche diese Probleme wohl nicht hat, und die PSX ist einfach emuliert. Nur finden sich Images der CDs eher schwer, und die welche ich dann letztendlich hatte, funktionierten eben nicht mit dem Emulator. Ansonsten konnte ich die PSX-Version nur als Eboot-File fürs Spielen auf der PSP finden, und PPSSPP spielt keine Eboots ab. Dankenswerterweise hab ich dann rausgefunden, dass das Programm, welches PSX-Images in eine Eboot fasst, auch die Images wieder aus einer Eboot rausziehen kann. Also zurückkonvertiert, nur damit der Emulator rumzickte, sobald das Spiel von CD1 auf CD2 wechseln wollte, weil es jene zunächst nicht erkannt hat. Ich glaube ich habe mehr Zeit darin investiert, eine Version des Spieles zu ergattern, welches ich letztendlich auch Problemlos spielen konnte, als es dauert durch das Spiel an sich zu spielen.

Ich würde nämlich mal locker flockig behaupten, auch wenn ich es mangels nachschauen und da das Spieles keine Daten zur Spielzeit herausgibt nicht genau sagen kann, man vielleicht eine bis zwei Stunden pro CD verbringt, das Spiel also ordentlich in unter fünf Spielstunden beendet ist. Auch davon abhängig, wie schnell man gefunden hat, was nun als nächstes zu tun ist, was das Spiel nämlich nicht immer wirklich transparent behandelt. Und gerade auf der PlayStation kommt es bekannt bei jedem Bildschirmwechsel zu einer kurzen Ladezeit und zu einer überraschend langen, wann immer das Menü aufgerufen wird, um einen Gegenstand einzusetzen, aufgesammelte Dokumente erneut nach Hints zu durchlesen, oder zum Warpen einer außerhalb der Stadt befindlichen Lokalität die Karte angewählt wird.

Jedenfalls spielen wir einen naiven blonden Jüngling, dessen Freund ihm einen ziemlich verrückten Besuch abstattet, Also tun wir, was ein Protagonist in einem Adventure gern macht, und durchschnüffeln alle möglichen privaten Angelegenheiten, bis wir den armen Kerl über die Interaktion mit einem Doktor sogar in die Irrenanstalt eingewiesen haben. Um ihn allerdings gegen den heranschleichenden Wahnsinn zu retten, untersuchen wir die Geschichte des kleinen Städtchens und eines seiner früheren Einwohner, der den Geist von unserem Freund zu übernehmen droht, und dessen Versuch die Old Ones zu beschwören. In dem wir ohne großartige Reaktion einfach mal so via magischem Rituale einen Toten wiedererwecken und genauso ruckartig beschließen unser Freund kann nicht gerettet werden, und ihn ebenfalls ohne anschließende Reaktion erschießen. Ich weiß ja, dass Adventure-Game-Charaktere gern mal leicht psychopathisch daher kommen, wenn man mal genau darüber nachdenkt, was sie weswegen genau so alles treiben, aber das hier ist schon hart. Je nachdem, ob das letzte Puzzle innerhalb des Timers erledigt wird, oder nicht, kommt es entweder zum Öffnen des Tores der Old Ones im Bad End, oder genauso abrupt im Good End zu einer FMV, in der uns der Hauptcharakter versichert alles sei gut und er selbst wisse gar nicht, wie er aus dem finalen Areal entkommen ist. Irgendwie unbefriedigend.

Genau wie das Gameplay an sich, bei dem man sich von einem arg pixeligen vorgerenderten Bildschirm zum nächsten klickt, in der Hoffnung irgendwo eine neue Interaktionsmöglichkeit zu finden, oder eines der passablen FMVs zu triggern. Einige Charaktere und gefundene Schriftstücke geben zwar Hints, aber häufiger mal ist echt nicht klar, was oder wo etwas gemacht werden muss, stattdessen muss einfach jede Lokalität aufgesucht werden, bis halt irgendwo was neues gefunden wird. Das Ganze übrigens noch dazu in fast vollständiger Stille, weil es im Spiel nur leichte Ambient-Geräusche im Hintergrund gibt.

Ich kann also nicht wirklich sagen, dass der Akt, um das Spiel endlich gespielt zu bekommen, mir letztendlich vom Spielerlebnis an sich zurückgezahlt worden wäre. Das ganze Ding ist ehrlich gesagt eher langweilig bis nervig denn irgendwas sonst gewesen.

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