Phantasm: Ravager

Bereits Anfang des neuen Jahrtausends, also die übliche halbe Dekade nach dem letzten Film, kamen erste Versuche auf, einen fünften Phantasm zu machen. Nun ist die Serie allerdings selbst zu deren Hochzeit bestenfalls ein Kult-Klassiker gewesen. Dass hat natürlich den Vorteil gehabt, dass nur dann ein Film produziert wurde, wenn die Beteiligten wirklich einen machen wollten, und das auch bei den gleichen Beteiligten, statt das ein Studio für den schnellen Cashgrab komplett Unbeteiligte schnelle Sequels raushauen lassen hat. Dann wiederum ist es natürlich auch immer entsprechend schwer, ein Studio davon zu überzeugen, einen weiteren Film zu finanzieren.

Deswegen wurde dann doch erst 2016 etwas daraus, mit fast zwanzig Jahren seit Phantasm IV: Oblivion hinter sich, dass Phantasm: Ravager das Licht der Welt sah. Erneut von Don Coscarelli, der allerdings zum ersten Mal nur am Drehbuch geschrieben und produziert, aber nicht selbst Regie geführt hat. Mit Angus Scrimm zum fünften Mal in der Rolle des Tall Man (und zum letzten, da er noch vor Release verstarb), mit Reggie Bannister zum fünften Mal als Reggie, und mit A. Michael Baldwin und Bill Thornbury zum vierten Mal in der Rolle der Brüder Mike und Jody. Selbst die beiden Nebenrollen der Rocky aus Phantasm III und Lady in Lavender aus Phantasm, die kurz auftauchen, werden von den gleichen Akteurinnen dargestellt.

Das macht es immer schwer die Phantasms nicht zu mögen, denn es ist halt einfach so viel ehrliches Interesse von allen dabei, wenn es darum geht, einen weiteren Film zu machen. Da wird nicht mal schnell was abgefilmt, um die Rechte an der Franchise nicht zu verlieren oder was es sonst so merkwürdige Gründe geben könnte. Nö, alle haben halt Bock drauf und ihren Spaß am Dreh. Das rettet dann selbst sowas wie Phantasm: Ravager etwas, der ansonsten manchmal nahe an der Qualität eines Asylum-Filmes kratzt.

Gerade die erste Hälfte des Filmes macht nicht den besten Eindruck. Hauptsächlich fokussiert auf Reggie, der aus der Höllendimension wieder ausgespuckt etwas alleine durch die Wüste geistert, von einem Mädel aufgegabelt wird, zwischenzeitlich allerdings Flashes hat, in dem alles Erlebte nur Fantasie war und Mike ihm in einem Heim offenbart, dass er Demenz hat. Das alles optisch extrem billig und langweilig gefilmt, und so wirklich richtig was scheint nicht zu geschehen, wären die Akteure 50 Jahre jünger und in Unterhose, könnte man es fast für einen Film von David DeCoteau halten. Mal schnell im Garten ein paar Leute durch die Gegend scheuchen und einander Unwichtigkeiten erzählen lassen.

Die zweite Hälfte zeigt dann, dass hier wohl doch jemand ein Drehbuch geschrieben hatte, laut dem etwas geschehen soll. Und vielleicht auch ein wenig viel geschehen soll, denn es wird zusehends schwerer am Ball zu bleiben. Reggie stürzt von einer Welt aus den vorigen Phantasms in die nächste, trifft Charaktere, die helfen oder auch nicht, und letztendlich ist er in einer vom Tall Man überrannten Zukunft und schlägt sich mit dem Rebellen-Anführer Mike durch? Nur um dann am Ende endlich mit Mike und Jody vereint im Auto zu sitzen, weißer Flash, und wir sehen ihn im Heim von beiden umgeben im Bett sterben. War etwa doch alles nur Einbildung? Sind das hier Parallelwelten? Was von all dem war denn jetzt nun echt und was nicht? Keine Ahnung, zumal der Film es zusätzlich verwirrt, in dem es noch eine Mid-Credit-Szene gibt, in der Rocky eins Auto zusteigt. Also doch nicht nur Wahnvorstellung eines Sterbenden?

Und so klingt Phantasm aus. Nehme ich zumindest mal an, denn erneut gibt es genügend Ansatzpunkte, um das in weiteren fünf bis zwanzig Jahren weiterzuspinnen, aber mit dem Tod von Angus Scrimm denke ich nicht, dass da noch jemand Lust zu haben wird. Zumal auch der Schauspieler von Reggie mittlerweile über 70 ist und es nicht mehr ewig machen wird. Eigentlich hätte man die Franchise schlafen lassen können, denn Ravager ist halt vom Look extrem billig, und zuerst etwas langweilig aber hintendran dann unnötig verwirrend. So richtig, was man hier mitnehmen soll, ist mir nicht klar geworden. Aber wie eingangs erwähnt, richtig nicht mögen kann man das Produkt halt auch nicht, weil es alle hiermit so verdammt ehrlich gemeint haben.

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