Clockwork Prince

Mit Clockwork Prince kommen wir also nun zum zweiten und Mittelteil der Infernal Devices um die Gestaltwandlerin Tessa, die bei den Shadowhunter-Nephilim im viktorianischen London untergekommen ist, die gegen den Magister und seine Steampunk-Roboter kämpfen müssen, während sie zwischen den Gefühlen für Jem und Will pendelt.

Wow, Leute, ich habe das Buch gerade erst beendet, und auch nicht gerade über den Verlauf von Monaten nur in Stücken gelesen, aber ich weiß schon kaum noch, was überhaupt darin geschehen ist. Ist überhaupt was geschehen? Ich meine die Mitteilteile von Serien, die von Anfang an als Trilogien angelegt sind, haben ja immer etwas den Ruf, dass die Handlung hier am Schwächsten ist, weil weder Beginn noch Ende vorliegt, und im Zweifelsfall eben auch einfach etwas Luft getreten wird, um die Sache zu strecken. Aber hier ist das echt mal sowas von extrem gewesen.

Dann wiederum gibt es Sachen, von denen man denken sollte, dass sie wesentlich weitläufiger angelegt sind, aber erst hier angesprochen und bereits erledigt werden, besonders wenn es um die Charakterhintergründe geht. Beispielsweise finden wir hier heraus, dass Will nicht so ein zynischer Arsch zu allen ist, weil das eben seinem Charakter entspricht, oder weil Bad Boys mit weichem Kern der absolute Stereotyp für das Love Interest in Young Adult Romances darstellt, oder weil die Love Interests in einem Buch von Cassandra Clare immer ein solcher sind. Nein, er ist verflucht, und jeder der Zuneigung zu ihm zeigt wird sterben, und deswegen stößt er alle Leute zu deren eigenem Besten von sich, und eigentlich ist er innerlich total allein und emotional verkrüppelt und buhuhu CRAWLING UNDER MY SKIN. Das hätte man eventuell schon mal zur Hälfte oder zumindest gegen Ende des vorigen Buches erwähnen können, statt erst hier, wenn es auch schon aufgelöst wird. Wie alles im Buch übrigens ganz typisch.

Es gibt keinen Fluch, Will wurde nur von dem Dämon hinters Licht geführt, und er hätte die ganze Zeit eigentlich der von allen geliebte Gutmensch sein können, der er innerlich eigentlich gern wäre. Das war genau so zu erwarten, weil es so natürlich dramaturgisch am interessantesten ist. Und sobald uns klar ist, dass Jem langsam so richtig auf Tessa abgeht, und Will nun keinen Grund mehr hat seine Wahre Liebe (TM) von sich zu stoßen, dass Jem und Tessa anbandeln werden. Damit es noch ein weiteres Buch lang Suspens geben darf, weil weder Will noch Tessa jemals Jem verletzen wollen würden. Und mit jemandem zusammen zu sein, obwohl man jemand anderen liebt, nur aus der Obligation des Versprechens, als man dachte keine bessere Option zu haben, ist doch so viel liebevoller, als demjenigen gegenüber ehrlich zu sein. Außerdem stirbt Jem ja eh ziemlich bald an seiner Krankheit, die sicherlich total und absolut nicht bis zum Ende der Reihe noch geheilt werden wird, und mit deren Heilung eventuell auch für diesen Topf ein neuer Nicht-Tessa-Deckel abfallen wird, also können die beiden ja notfalls die Situation auch einfach auswarten. Apropos, Sophie findet natürlich prompt einen neuen Deckel, an dem Tessa nicht interessiert ist, damit es da keine Probleme gibt.

Ach ja, ein wenig Handlung gibt es dazwischen auch überhaupt und so. Erneut hauptsächlich insular hier im Buch. Oder auch nicht. Wir finden heraus, warum Mortmain überhaupt die Shadowhunter so scheiße findet, dass er zum Unterweltsboss aufsteigt, nur um denen zig Jahrzehnte später eins reinzuwürgen. Nate, der mit dem fiesen wie offensichtlichem Reveal gegen Ende des letzten Buches, dass er eigentlich mit besagtem Bösewicht zusammenarbeitet, ziemlich narrativ überflüssig geworden ist, wird hier umgebracht, damit der Ballast weg ist. Was Tessa nun genau für eine Downworldlerin ist, ist immer noch nicht geklärt, sondern darf weiter im Suspens bleiben, wobei eigentlich klar ist, dass sie halb Nephilim halb Downworlder ist, nur noch eine große Eröffnung gemacht werden muss, wie das über ein spezielles Rosemary’s Baby Ritual überhaupt möglich war. Wahrscheinlich will Mortmain sie deswegen so sehr, sie sind verwandt oder durch das Ritual aneinander gebunden oder so ein Mist. Das Institut soll eigentlich an die Lightwoods gehen, nachdem am Ende des letzten Buches so viel schief gelaufen ist, welches wohl halbherzig als Story Arc für diesen Band herhalten soll, und am Ende dann auch beseitigt wird.

Die Meh-Reihe, die mit einem ersten Meh-Buch angefangen hat, ist auch im zweiten Buch ziemlich Meh, nur sogar noch mehr Meh als vorher.

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