Fire Emblem Jump!

Es scheint ja bei Fans der Franchise etwas Frevelhaftes zu sein, wenn man erst durch das Anime-lastig sich dem Mainstream anbiedernde Fire Emblem Awakening eingestiegen ist, statt schon bei den sich schlecht verkaufenden Vorgängern mit dabei gewesen zu sein. Kann ich nachvollziehen, ich würde glaube ich auch nicht wollen, dass Leute denken, ich kenne die MegaTen-Serie durch Persona. Hat was mit Nischen-Glaubhaftigkeit zu tun, die im Internet besonders wichtig ist. Ich denke das mein allererstes Fire Emblem das Smartphone-Game für Casual Babies Fire Emblem Heroes ist, würde da schon ein Aneurysma verursachen.

Der Hauptgrund, warum ich bisher zu keinem Fire Emblem gegriffen habe, obwohl es tatsächlich zu GBA-Zeiten kurz zusammen mit Tactics Ogre zu den Untergrundhits gezählt wurde, ist das ich es einfach nicht so mit SRPGs habe. Ich bring weder das strategische Denken noch die Geduld mit, mich langwierig auf eine Schlacht vorzubereiten, und jene dann für bis zu eine Stunde schlagen zu müssen. Ganz einfach und simple Vertreter wie ein Super Robot Wars, Another Bible, Zone of the Enders oder Arc the Lad hab ich sogar mal durchbekommen. Aber dem Spieler wirklich etwas abverlangende Einträge wie Final Fantasy Tactics, Kartia, Arc the Lad II, Devil Survivor oder Shining Force liegen hier angespielt und schnell aufgegeben in der Ecke.

Dementsprechend ist es für mich natürlich nur vorteilig, wenn das Ganze in abgespeckter Smartphone-Variante vorliegt. Nachdem ich mich überhaupt sehr Late to the Party dazu überwunden habe, dem doch eine Chance zu geben. In dem nur auf das farbig kodierte Waffendreieck geachtet werden muss, um zu sehen wer gegen wen gut ist. Mit einem schnellen Wischen des Touchscreens ist der Charakter übers Feld geschoben. Die Areale sind klein und mit weniger als einem Dutzend Einheiten ausgestattet, darunter vier Charaktere, die man selbst mitbringen kann. Und was für eine der drei Farben plus neutral die enthaltenen Gegner sein werden, um das eigene Team darauf einzustellen, ist auch vorher angezeigt.

Natürlich gibt es die üblichen Smartphone-Dinge, die zum Investieren echten Geldes anregen sollen. Seltenere Einheiten mit mehr Sternen haben besseres Level-Wachstum. Einheiten können geopfert werden, um andere zu verstärken. Über diverse unterschiedliche Gegenstände können Einheiten auf vielfältige andere Art und Weise verbessert werden. Doch all das ist insgesamt überschaubar, optional, und durch das Bestehen der Kämpfe im Spiel gibt es sie auch, nur halt eben wesentlich langsamer.

Was mir allerdings natürlich etwas abgeht, ist der Fanservice, da ich kein Fan der Franchise bin. Ich meine das Spiel hat über 600MB Platz eingenommen, was schon enorm ist, einfach weil es über 100 Einheiten quer aus der Fire-Emblem-Serie gibt, und die auch noch mit unterschiedlichen Event-Artworks aufwarten müssen. Damit man halt auch immer wieder neue Einheiten beschwören können möchte, selbst wenn man ein starkes Team hat, weil jetzt gibt es auch deinen Lieblingscharakter aus Spiel XYZ, oder die Recken in Badehosen, oder die Mädels mit Hasenohren etc. Mir geht es halt total ab, die Charaktere, die ich beschwöre, auch in der Franchise an sich einordnen zu können und wiederzuerkennen. Genauso habe ich es schnell gelernt, jegliche Story-Szenen zu überspringen, weil der Crossover-Blödsinn einem auch absolut nix bringt, wenn man die Charaktere nicht wiederkennt.

Wo ich natürlich gleich viel schneller hinterher war, war Karpardor Jump. Gerade rechtzeitig erschienen, als ich endgültig mich dazu entschlossen hatte, Pokemon Go vom Gerät zu löschen. Ist natürlich das übliche Aufzuchtspiel, also ganz mein Ding. Füttern, damit es wächst, wenn es ausgewachsen ist durch einige Arena-Sprung-Kämpfe gehen, und dann von vorn beginnen, diesmal mit einem Boost im Wachstum. Und nebenbei auch noch Collectathon-mäßig verschiedene Färbungen und Musterungen sammeln. Was kann man schon mehr wollen? Eine süße Optik und humorige Begleittexte, die gibt es nämlich auch. Herzig und kurzweilig halt, auch wenn nach einer Zeit ermüdend, da der Grind natürlich exponentiell zuzunehmen beginnt.

Aber von daher hat es Nintendo schon drauf ihre Milk-Franchises qualitativ ganz Ok auch auf den Videogame-Markt der Moderne, nämlich das Handy, zu bringen.

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8 Kommentare

  1. Gugg Dir mal Eternal Eyes für PlayStation an. Das dürfte auch ins Raster der für Dich „schaffbaren“ strategischen Rollenspiele fallen. Eventuell noch Master of Monsters für das selbe System.

    Antwort
    • Ist Eternal Eyes denn sonst empfehlenswert? Den besten Ruf hat’s ja leider nicht.

      Master of Monsters hatte ich früher auch mal, aber das hat mir irgendwie gar nicht gefallen. Nur das Intro fand ich nett :)

      Antwort
    • Eternal Eyes hab ich mal vor zigtausend Jahren, als die PSX noch aktuell war, von ner Freundin ausgeliehen gehabt. Das ist doch das mit den Puppen, oder? Na wirklich mehr erinnere ich mich jedenfalls nichts mehr. Durch hatte ich es jedenfalls keinesfalls.

      Antwort
  2. Shining Force ist doch einfach :D Wie wär’s mit ner Cross-Challenge: Du knöpft dir nochmal Shining Force vor, und ich gehe das angeblich leichte Shining in the Darkness erneut an? :)

    Übrigens würde ich dir tatsächlich kein „richtiges“ Fire Emblem empfehlen. Spiele gerade Awakening, das mir insgesamt sehr gefällt, allerdings tatsächlich ein harter Brocken ist.

    Antwort
    • Echt? Gibt es nicht ab Awakening die Möglichkeit verschiedene Schwierigkeitsgrade auszuwählen und separat davon Permadeath aus- und einschalten zu können?

      Antwort
      • Das stimmt, wobei der niedrigste Schwierigkeitsgrad tatsächlich Normal ist. Mittlerweile ist es recht einfach (krepiert mir auch kaum noch jemand permanent :D), aber für einige der Anfangsmissionen brauchte ich mehrere Versuche. In dem Spiel macht die Ausrüstung scheinbar auch einen großen Unterschied, blöd nur, dass auch das beste Schwert oder Zauberbuch irgendwann zu Bruch geht.

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