GameBoy Obscurities: Kawa no Nushi Tsuri 5

Und schon bin ich wieder vereint mit meiner Hassliebe Kawa no Nushi Tsuri. Auch bekannt als River King für das halbe Dutzend oder so Einträge, die in den Westen gekommen sind. Der letzte in Japan nummerierte Teil ist derjenige, welcher zwischen dem Ende des ersten gescheiterten Versuchs die Serie hier populär zu machen, Legend of the River King 2 für GBC, und dem Anfang des zweiten gescheiterten Versuchs in Mystic Valley für DS, steht.

Als solches ist das Ding tatsächlich so ein wenig eine Mischgeburt. Denn Kawa no Nushi Tsuri 5 hat weiterhin HP, gibt einem EXP für Level Ups, wie das die vorigen RPG-Hybriden taten, streicht allerdings wie die späteren Teile rundenbasierte Kämpfe gegen Wildtiere komplett aus seinem Repertoire. Gestaltet sich von daher eher als reines Adventure Game mit Angeln.

Die nicht übersetzte Story, die bei der Serie eh drittrangig ist, hat was damit zu tun, dass wir auf Sommerurlaub in einen Teich fallen und statt erbärmlich zu ertrinken in einer Fantasywelt rauskommen. Die strikt thematisch getrennt wird in fünf Kingdom-Hearts-Welten: Altes Japan, arabisches Wüstenkönigreich, skandinavisches Schneestädtchen (merkwürdigerweise keine Iglu-Siedlung), polynesisches Fischerdorf, und einer europäischen Mittelalterstadt. Rassisches Vermischung sieht der River King wohl ungern. Und hat allgemein zwischen ein paar bis allen Bewohnern der jeweiligen Siedlung in Fische verwandelt. Um den lokalen Leutchen auszuhelfen, müssen also die entsprechenden verschollenen Bewohner wieder herausgefischt werden, woraufhin sie unmittelbar wieder zu Menschen werden.

Dies fünf Mal wäre vielleicht doch etwas langweilig, und so wird auch mal hineingewoben, dass ein falscher König auf dem Thron sein Terrorregime ausübt, und man stattdessen den echten wieder angeln muss, oder dass ein Romeo und Julia Liebespaar sich lieber in Fische verwandelt haben, statt getrennt zu werden. Viel Gelaber mit den Bewohnern und hier und dort mal ein Item statt nur das Fischen sind nötig, um durch das Spiel zu kommen. Denn das ist leider super gescriptet. Wer nicht mit den richtigen Leuten in der richtigen Reihenfolge spricht, kommt nicht weiter, weil der nächste darauffolgende nicht weiterhelfen wird.

Selbst die Stadtbewohner, die zu Fischen verwandelt wurden, müssen genau in der richtigen Reihenfolge geangelt werden. Was natürlich immer total witzig ist, wenn man einen super seltenen Fisch an der Angel hat, der sich nicht verwandelt, weil man vorher noch zwei andere fangen soll, und wenn der seltene endlich an der Reihe ist, das Mistvieche einen auf ausgestorben macht.

Beim Angeln an sich hat sich wenig bis eigentlich fast gar nichts geändert. Angel, Leine, Haken und Köder wählen und auswerfen – erst dann sieht man auch die Schatten der Fische im Wasser. Sind alle geangelt, muss in einer Herberger übernachtet werden, damit neue spawnen. Den Köder lässt man nun treiben, bis ein Fisch anbeißt, und per Knopfdruck geht es ins Tauziehen in der Unterwasseransicht. Immer Leine geben, wenn ein Fisch gegensteuert, und einholen, wenn seine Kraft nachgelassen hat. Neu in Kawa no Nushi Tsuri 5 ist lediglich, dass die größeren Fische gerne mal an die Wasseroberfläche schwimmen, um dort einen auf Kapador mit ihrem Platscher zu machen. Lässt man das zu oft zu, schütteln sie den Haken ab.

Was irgendwo kurios bei der ganzen Sache ist, ist wie unwichtig die Angeln sind. Ich habe durch die ersten drei Welten hindurch die kleine, schlechte Standardangel mit Würmern als Köder benutzt gehabt, die man zum Spielstart umsonst bekommt. Einfach weil die anderen Angeln alle so extrem teuer sind, wenn man also nicht Fische zum Verkaufen grindet, sie sich nicht leisten kann. Dann hab ich mir aber mal das Geld für die beste Ausrüstung geholt, nämlich die große, besonders stabile Fliegenfischangel… und nicht ein Fisch hat angebissen! Ich habe alle 50 Fischspezies des Spieles mit der normalen Anfangsangel und Würmern erangelt! Was statt des Equipments viel wichtiger ist, ist das Level des Charakters. Der bekommt für jeden „Kampf“ mit einem Fisch ein paar EXP, levelt relativ zügig auf, und auf Max-Level 30 hat er ziemlich leichtes Spiel mit allen Fischen. Selbst der River King war kein großes Problem fürs Finale zu fangen.

Woran man sich definitiv auch erst gewöhnen muss, ist der schräg-isometrische Blickwinkel des Spieles. Man hat sich hier für einen stärker realistischen Stil entschieden, der stark mit den anderen Teilen der Franchise bricht, wahrscheinlich um besser zu den fotorealistischen Unterwasseransichten und Fischen zu passen. Aber ich konnte mich nie daran gewöhnen, dass man auch die Ansicht dabei schräg auf der Achse verschoben hat, wenn ich also Oben oder Unten auf dem Steuerkreuz drücke, der Charakter stattdessen nach Oben-Links oder Unten-Rechts geht.

Ich glaube Legend of the River King 2 bleibt unangefochten mein Favorit der Franchise. Kawa no Nushi Tsuri 5 hat wenigstens nicht mehr die dämlichen Random Encounter, aber wie immer hatte ich im finalen Drittel weniger Spaß, weil das Angeln der richtigen Spezies ein wenig zu frustend wurde. Bis dahin ist es aber echt Ok, und insgesamt sowieso ein sehr kurzes Spiel.

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