1313: Bermuda Triangle

Haha! Der Title Font von 1313: Bermuda Triangle ist anders als bei Bigfoot Island! Ich hätte es doch gewusst, wenn der schon immer so schrecklich gewesen wäre. Ansonsten beginnen wir allerdings wie gehabt: Die Musik sagt uns, dass was Spannendes zu erwarten ist, während die dazugehörigen Bilder für 5 Minuten Establishment Stock Footage von karibischen Küsten und Städten zeigt.

Wer meint dies würde bedeuten, dass auch Bermuda Triangle in einer Lokalität auch nur im Entferntesten nahe des Bermudadreiecks spielt, hat sich allerdings getäuscht, dieser Stock Footage soll nur den Anschein erwecken, David DeCoteaus kalifornisches Haus stünde in der Karibik, denn der Film ist mal wieder exklusiv hier aufgenommen worden.

Sobald der erste sexy Kerl ohne Shirt dann das Haus betritt und 3 Minuten die Gänge hoch und runter läuft, und beständig „Hallo?“ ruft, hab ich dann auch direkt eine pawlowsche Reaktion. Er geht die Treppe hoch und nach rechts? Der Gang mündet in ein Wohnzimmer und endet in einem Schlafzimmer, von ihm ab geht ein weiteres Schlafzimmer und das Bad mit der Dusche, unter dem sich mindestens ein Typ pro Film wiederfindet, und welche einen Durchgang zwischen beiden Räumen darstellt. Ich könnte glaube ich rein aus dem Gedächtnis einen Grundriss von DeCoteaus Haus zeichnen und läge nicht viel falsch.

Wie immer geschieht da oben natürlich nichts, sondern der Kerl, der schnell gar nicht mehr so sexy ist, weil er alles damit ruiniert, dass er Flipflops trägt, läuft nur gewohnt drei Mal die Gänge ab, und geht dann wieder die Treppe runter. Aber dann, als ich mich schon darauf eingestellt hatte, dass erneut nichts im Film geschehen wird… Bam! Der Typ wird von super schlechten Blitz-SFX angegriffen und nach einem schnellen Cut befindet er sich unerklärlich nur in Unterhose an ein Fitnessgerät gefesselt vor, während das Bild bläulich eingefärbt ist und die Kamera spastische Zoom-Anfälle hat. Was zur Hölle? Herrlich dämlich. Ist das die Auswirkung des Bermudadreiecks? Statt Schiffe und Flugzeuge verschwinden zu lassen, warpt es nun Menschen in ihren Häusern weg und zieht sie dabei gleich noch aus?

Allerdings hätte man dem Kerl ruhig mal den weißen Schlüpfer mit ner Socke oder so ausstopfen können, wenn schon wild drauf reingezoomt wird. Das Gezeigte ist nämlich ein wenig bemittleidenswert. Wobei ich nach 3 vollen Minuten des wilden Kamerazoomens eh etwas Seekrank zu werden drohe. Und ich will ja nicht Skinny Shaming betreiben, doch warum ist erneut einer der Kerle in der Riege aussehend, als wäre er ein unterernährter 12-Jähriger? Die Filme verkaufen sich doch über Beefcake.

Ab zum nächsten Kerl, der das Haus betritt. Und schon denke ich, dass dies einer jener Filme ist, bei dem ein austauschbarer Kerl nach dem anderen alleine das Haus betritt, sich für 3 Minuten die Gänge hoch und runter Hallo-t und dann „attackiert“ wird, unter 3 Minuten wildem Zoomen gegen seine Fesseln sich aufbäumt, und dann Cut und der nächste. Dem ist allerdings nicht so, ok ein wenig schon für die nächsten zwei Typen, allerdings gibt es zwischendrin immer mal wieder Cuts auf die eigentliche Handlung, wenn Muscle Bitch und Black Dude am Strand nach einem Schatz tauchen und Muscle Bitch den anderen Kerl dann umbringt. Mit der üblichen verwirrenden Szenenabfolge. In der einen meint Muscle Bitch, dass Black Dude sich seine Tauchausrüstung anziehen soll, kurzer Cut und die beiden sind immer noch am Strand, aber das Tauchen soll wohl schon gelaufen sein? Muscle Bitch erschlägt Black Dude, kurzer Cut und er steht neben der Leiche… aber nicht mehr am Strand sondern im Garten des Hauses?

Und dann beginnt nach einer halben Stunde plötzlich eh ein neuer Film, der sich einen Scheiß um die drei Randos kümmern wird, die bisher im Haus verschwunden sind. Stattdessen wohnt hier jetzt Muscle Bitch mit einer ganzen Horde an hübschen Jünglingen zusammen, die alle angebliche Experten sind was Artefakte, Archäologie und Ozeanographie angeht, auch wenn das wenig glaubwürdig ist. Denn Muscle Bitch braucht die, um den Schatz zu kommen, hinter dem er her ist. Warum genau, ist mir dabei bei allen Beteiligten nie so recht klar geworden. Geht es jetzt um den Reichtum, den Ruhm, oder doch einfach nur der Schatzsuche wegen? Egal, wer braucht Charaktermotivation, wenn er Sixpacks haben kann?

Die Arbeitsethik der Kerle ist nämlich potentiell fantastisch, wir werden keinen davon irgendwie seinen Job machen sehen, sondern sie reden nur darüber etwas vielleicht demnächst mal eventuell machen zu müssen, während sie ihre Sonnenbräune auffrischen, zusammen im Muckiraum schwitzen, oder gar nicht homoerotisches Partnerschwimmen im Pool zu Porn-Musik veranstalten. Eine Lotion-missende Duschszene gibt es selbstredend ebenfalls. Nicht, dass ich nicht gern dem Spiel der Muskeln unter der Haut zusehen würde. Michelle Bauer, David DeCoteaus langjährige Schauspieler-Freundin und Alibi-Weib des Filmes, hat zumindest sichtlich ihren Spaß die Henne im Korp zu sein. Und man muss es DeCoteau lassen, wenn der eine BGM oder Stock Footage kauft, dann milkt er die bis zum bitteren Ende, egal wie unpassend die plötzlichen Cuts auf Palmenstrände oder die unpassend eingespielte Musik letztendlich wirken.

Überhaupt habe ich zwei Highlights im Film. Neben den herrlich dämlichen Entführungsszenen in der ersten halben Stunde. Und neben den drei der hübschesten Kerle, die auch als einzige festes Schuhwerk tragen, statt sich über Flipflops unfuckable zu machen. Und zwar ist das tatsächlich wie viel Laune Michelle Bauer hat, und das zumindest einer der Kerle sich bewusst ist, in was für eine Art Film er ist, statt wie der Rest entweder gar nicht oder das alles ernst zu spielen. Von den beiden kommt auch der beste Austausch an Dialog, der sicherlich nicht so witzig gemeint ist, wie die beiden ihn präsentieren – Michelle: „I couldn’t help noticing all of Sean’s experts are a little young…“ Kerl (zynisch) „Yeah, and cheap too“.

Ach ja, worum geht es überhaupt? Tja der Kerl mit der Hackfresse und der Körperbehaarung, der so deplatziert unter den anderen glatten Schönlingen wirkt, und vielleicht im vorigen Film hätte Bigfoot spielen sollen, und der sich total fischig verhält? Der ist aus Atlantis. Der Schatz, den Muscle Bitch sucht, ist der Schatz von Atlantis. Atlantis ist gar nicht untergegangen, sondern auf Dimensionsreisen, und zwar via das Bermudadreieck. Was das damit zu tun hat, Randos aus DeCoteaus Haus zu entführen und in weißer Buchse an Möbel zu fesseln, will sich mir allerdings nicht ganz erschließen.

Was bin ich froh bei den Filmen an der Stange geblieben zu sein. 1313: Bermuda Triangle ist ganz genau die richtige Art von saublöd und inkompetent, und ich kann mich nicht erinnern während der Laufzeit irgendwann ernsthaft gelangweilt gewesen zu sein.

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