1313: Bigfoot Island

Wird aber auch endlich Zeit, dass wir zu meinem Guilty Pleasure die 1313-Filme zu schauen, zurückkehren. Immerhin hatten wir letztes Jahr bereits im September 8 Einträge, jetzt fehlen noch die letzten 6, um die… 14 voll zu machen.

1313: Bigfoot Island beginnt schon mal wenig glücklich mit einem absolut hässlichen und schwer leserlichen Title Font, dem ich mir nicht aus den vorigen Einträgen gewahr wäre, aber vielleicht habe ich das auch irgendwo einfach verdrängt gehabt. Gefolgt von soliden 5 Minuten an Establishment Shots von Waldlandschaften, die vielleicht oder vielleicht auch nicht Stock Footage sind. Sofern man diese Szenenfolgen wirklich Establishment Shots nennen kann statt einfach nur Zeitfüller, wofür sie nämlich wirklich in diesen Filmen dienen.

Dann kommt endlich der erste Kerl mit nacktem Oberkörper ins Bild, und ich würde sagen damit fühlen wir uns endlich wie in einem Film von David DeCoteau angekommen, aber die Zeitfüller-Landschaftsaufnahmen sind eigentlich auch schon typisch er, und merkwürdigerweise hat er keinen sinnigen oder unsinnigen Grund gefunden, die Kerle nur in Unterwäsche durch den Wald stapfen zu lassen, wie in Brotherhood VI: Initiation, von daher könnte der Film von jedem notgeilen Regisseur stammen und trägt gar nicht mal DeCoteaus Markenzeichen.

Ein weiteres Markenzeichen fehlt auch: DeCoteaus Haus. In dem waren bisher alle 1313-Filme gefilmt, egal wo sie eigentlich spielen sollten. Aber drei eingetopfte Bäume in seinen Garten zu stellen und die Kerle 75 Minuten um diese Möbiusschlaufen drehen zu lassen, war wohl selbst ihm zu doof, und somit hat sich die Crew tatsächlich zum Shoot des Filmes in einen Park begeben. Der wird sicherlich auch nur ein paar Kilometer von DeCoteaus Haus weg sein und er mindestens zwei Dutzend weiterer Filme über ein Wochenende hinweg abgefilmt haben, damit die Anreise es auch wert war, aber hey, neue Locations sind doch was. Darüber sollte man sich so lange freuen, wie man kann, denn bis zum Ende des Filmes wird man die immer gleichen Shots auf die Wälder und das die Kerle die immer gleichen Pfade entlanglaufen, bereits gehörig leid sein.

Was mich ja echt interessieren würde ist, wie der Casting Call zum Film war. „Suche junge Kerle mit heißem Oberkörper, die gewollt sind jene auch zu entblößen und keine Angst vor Zecken haben, während sie mit einem alternden schwulen Kerl in die Wälder fahren, um mit via Handkamera aufgenommenen voll legitimen Filmen ihr Schauspiel-Resümee aufstocken zu können. Garantiert kein Porn, keine Vergewaltigung, kein Ermorden, Ehrenwort.“

Ach ja, die Kerle werden natürlich letztendlich, nachdem die ewig die gleichen Pfade lang gewandert sind, von Bigfoot die gleichen Pfade wieder zurück gejagt. Bis er dann direkt vor sie teleportiert und über die gleiche POV-Szene umbringt. Wobei die Opfer und Bigfoot jeweils eindeutig an ganz anderen Stellen des Waldes aufgenommen sind. Meine Lieblingsszene ist hierbei gegen Ende, wenn zwei Kerle ein Wettrennen veranstalten, angeblich immer knapp auf miteinander sind, und Bigfoot die beiden ungesehen stalked, aber alle drei Schauspieler eindeutig in total unterschiedlichen Arealen getrennt voneinander aufgenommen wurden. Und wurden die Dialogaufnahmen alle nachträglich in eine Blechdose gemacht? Wenn mal jemand in diesem Plot-losen Film was redet, ist es total blechern, viel zu laut, und gleichzeitig versteht man doch nur die Hälfte.

Es sollte übrigens niemanden überraschend, dass Bigfoot einfach ein schmächtiger Kerl in einem schlechten und schlecht sitzenden Halloween-Kostüm ist. Hier wäre mehr Kreativität drin gewesen. Beispielsweise einfach einen heißen DILF-Holzfäller mit pelziger Brust hinter den glatten Jünglingen herlaufen lassen. Aber na ja, viel sieht man Bigfoot eh nicht, häufiger läuft möchtegern-unheimliche Musik während die Kamera wild auf Bäume zoomt.

20 Minuten in den Film findet DeCoteau übrigens eine Ausrede für eines seiner Markenzeichen: Eine Duschszene. Wobei ich echt nicht weiß, warum er die Idee hat ausgerechnet den Kerl, der den Körper eines halb verhungerten 12-Jährigen hat, darunter zu stellen, statt das halbe Dutzend an Beefcake, das durch die Wälder wandert. Aber mit Sexyness hat DeCoteau es eh mal wieder nicht. Man sollte meinen das Spiel aus Licht und Schatten durch die Baumkronen wäre ideal, um den Sixpacks richtig geile Definition zu geben, aber dann kann man so einen 75-Minuten-Film nicht innerhalb einer halben Stunde abfilmen, und von daher verlässt er sich wieder darauf, dass die Kerle so schon heiß genug sind.

Besagte Duschszene ist übrigens in einer Hütte, zu der sich eine Studentenbruderschaft ein Mal im Jahr für Alkohol-motivierte Feiern alleine in den abgeschiedenen Wäldern trifft. #NoHomo #JustHelpingAFriend #Orgy? Viel wichtiger ist, dass dort auch ein Auto geparkt steht. Weswegen ich sofort hinterfrage, warum sich die Kerle nicht alle am Dock treffen und gemeinsam zur Hütte fahren, statt das jeder einzeln vom immer gleichen Establishment Shot eines anlegenden Bootes eintrifft und dann alleine durch die Wälder wandert, um in einem Reaction Shot von Bigfoot erschlagen zu werden.

Jedenfalls, so schön doof auch dieser Film mal wieder geworden ist, so muss ich mal wieder feststellen, dass ich so ungefähr bei 45-50 Minuten langsam die Lust verliere und mich zu langweilen beginne. Was nicht überraschend ist bei einem Film, der zu 40% aus Stock Footage Waldaufnamen, 40% aus Kerlen die unmotiviert durch den Wald wandern, und zu 20% aus nichtssagenden Dialogen besteht.

Die Handlung ist nämlich letztendlich nur die, dass die Kerle im letzten Jahr betrunken auf einer Feier eines der ansässigen Mädels wüst beschimpft und fast vergewaltigt haben, bis 12-Jahre-Alt-Ausschauend eingegriffen hat. Jetzt beschwört jene Bigfoot, um die Kerle alle umzubringen, und 12-Jahre-Alt-Ausschauend dazu zu zwingen, sie zu heiraten. Happy End, roll Credits.

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