Sakura Taisen: Katsudō Shashin

Da Sakura Wars: So Long, My Love leider etwas kurz angebunden ist, wenn es darum geht, einem Backstory zur sechsten gewinnbaren Kämpferin Ratchet zu geben, ich allerdings mich daran erinnern konnte, dass sie zum ersten Mal in Sakura Wars: The Movie auftaucht, habe ich mir jenen noch Mal angeschaut, um dort vielleicht etwas mehr bei rauszufinden.

Mal so vorab: Ich habe mehrere Anime zur Franchise in meinem Leben geschaut, alle schon eine geraume Weile her. Die 4-teilige OVA, die als Prequel zum ersten Spiel herhält. Eine weiter 6-Folgen-OVA, die lediglich „Ein Tag im Leben von…“ Geschichten zu den Tokyoter Schönheiten darstellte. Besagten Film so vor 15 Jahren auf einer AnimagiC. Und die TV-Serie, die ausnahmsweise mal das erste Spiel nacherzählt, statt nur als Nebengeschichte zu einem davon oder Abenteuer eines der Mädels darstellt. Ich erinnere mich nicht mehr wirklich an irgendwas, was in einem davon geschehen wäre. Warum, dazu kommen wir später.

Der erste und einzige Kinofilm ist übrigens Ende 2001 in die japanischen Lichtspielhäuser gekommen, also im Jahr, in dem Sakura Wars 3 nach drei Jahren Wartezeit seit dem letzten Hauptteil auf dem Dreamcast einschlug. Sakura Wars 3 ist der Teil, in dem Oogami Japan verlässt, um sich mit den Pariser Mädchen zu vergnügen, während sein abgenutzter Tokyoter Harem auf ihn warten darf. Das ist dann im Prinzip auch schon das Ereignis, um welches sich der Film aufbaut: Die Rückkehr Oogamis zur japanischen Kämpfertruppe.

Bis dahin vergeht allerdings noch etwas Zeit. Zunächst einmal ist Weihnachten und die Mädels veranstalten eine festliche Bühnenshow und Leni hat ihren 17. Geburtstag. Nichts davon ist wirklich signifikant für den Rest des Filmes, aber was im Film ist das schon. Kurz darauf stößt die blonde Amerikanerin Ratchet Altair zur Truppe. Sie ist zusammen mit Leni und Orihime (die beiden Newcomer aus Sakura Wars 2) Teil eines Versuches gewesen, eine Truppe in Europa aufzubauen, was aber irgendwie schief gelaufen ist. Genaue Hintergründe finden wir nicht heraus. Gleichzeitig gibt es allerdings auch neue Mechs, die ohne das Menschen in ihnen sitzen müssen laufen, die unsere Mädels obsolet zu machen drohen. Wenn denn nicht der sie vermarktende Kerl mit der Frisur wie Tingelangel-Bobs verstoßenes Kind, eigentlich der Bösewicht wäre, und die Teile von irgendwelchen Kouma-Mutationen, gegen die sie eigentlich kämpfen sollten, gesteuert wären.

Jedenfalls werden einige von Japans Militäroberhäupter vom Big Bad mit der japanischsten Englisch-Aussprache, die man je nicht verstehen könnte, entführt. Maria investigiert und geht auch verloren. Die Mädels stellen sich zum Kampf und unterliegen fast, bis Oogami aufs Finale auftaucht, ihnen Mut zuspricht, und so der JRPG-Endboss-verwandelte Bösewicht besiegt werden kann. Und die letzten zehn Minuten des Filmes macht dann ein Bühnenstück mit Ratchet und Sakura aus, in dem deren Konflikt beigelegt wird, der vorher nicht wesentlich da war.

Ok Leute, Klartext. Ein Grund warum ich mich an kaum etwas aus den diversen Anime zu Sakura Wars erinnere ist sicherlich, dass deren Anschauen schon echt lang her ist. Ein anderer Grund ist sicherlich aber auch, dass die alle nicht viel her machen. Wie gesagt haben die meisten davon nicht mal wirklich eine Haupthandlung oder jene wird nie wahnsinnig wichtig, sondern verkaufen sich als Nebengeschichten zu den Waifus aus den Spielen. Wer natürlich nicht schon Interesse für jene aus eben besagten Games mitbringt, der ist ziemlich auf verlorenem Posten, was den Unterhaltungswert der Folgen angeht.

Auch Sakura Wars: The Movie hat wenig zu bieten, wenn man nicht einfach all die Mädels gut durchanimiert auf großer Leinwand anschauen will, und Oogamis Rückkehr aus Paris für einen ein wichtiges Ereignis darstellt. Denn so wirklich die Zeit für die Mädels kann sich der Film nicht nehmen, hier wird definitiv auf Vorwissen aus den ersten beiden Spielen gebaut. Aber auch was letztendlich der Plan des Bösewichtes war, geht mir irgendwie ab. Irgendwie entführt er halt ein paar Leute, zwirbelt ein wenig seinen Bart, dann tauchen die Mädels auf, er verwandelt sich zum finalen Boss, und dann wird er besiegt. Was genau der Masterplan war, wäre mir jetzt nicht aufgegangen, um ehrlich zu sein.

Gleiches mit Ratchet, über die wir wenig herausfinden, und bei der nie wirklich ein Konflikt zu den anderen Mädchen aufbrodeln will. Wenn sie auftaucht ist Leni schlecht auf sie zu sprechen, verlässt aber schlichtweg beleidigt den Raum und die beiden haben den Rest des Filmes keine Interaktion mehr miteinander. Orihime begrüßt sie zunächst freundlich, platzt zur Filmmitte dann plötzlich damit heraus, dass sie Ratchet nicht nachstehen will, und erneut gibt es anschließend keine Interaktion zwischen ihnen mehr. Wenn Ratchet einen Kerl fast umbringt, stoppt Sakura sie und meint so würde sie das nicht machen, Ratchet meint sie wollte nur effektiv sein, und beide zucken mit der Schulter und gehen. Irgendwo scheint der Film einfach anzunehmen, dass wir mitbekommen Ratchets Kühle und Alleingängertum wären ein Problem, welches am Ende durch Gesang gelöst werden muss, baut es aber über seine 80 Minuten nie wirklich als echten Konflikt auf.

Dazu kommen dann noch extrem kurz gehaltene Kämpfe, von denen viel auch noch in dunklen Nachtszenen stattfindet, um das schlechte CG zu kaschieren. Von daher ist auch was Action angeht eher wenig geboten, an dem man sich festhalten kann.

Macht unterm Strich ein ziemliches Nichts an Film. Keine interessanten Charaktere, eine bestenfalls lückenhafte Handlung, gute Animationen die aber nie zu cooler Action verwendet werden… insgesamt ein Satz mit X.

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