Hatsune Miku: Project DIVA

Kommen wir mal wieder zu einem jener Spiele, die ich in der Theorie eigentlich ganz toll finde, bei der mir aber meine komplette Unfähigkeit fürs Spielprinzip, gekoppelt mit meiner notorischen Ungeduld, mir in den Weg kommt es wirklich genießen zu können. Ganz ähnlich bei Beat the Beat: Rhythm Paradise handelt es sich nämlich auch hier wieder um ein Rhythm Game, und zwar Segas ersten Eintrag in deren in Japan ziemlich lukrativen Project Diva: Hatsune Miku.

Ich mein, Japan ver-niedlich-mädchend gern alles, woran sie ihre Griffel bekommen können, weswegen sie auch einem Sound-Modul, bzw. gleich mehreren davon, via dieser Vocaloids eine Persona verabreicht haben. Hatsune Miku war halt die erste und ist die beliebteste, und da bietet sich auf dem Phänomen basierend doch geradezu eine entsprechende Versoftung an. Zwischen künstlich-quietschig-verstellen Stimmchen von echten J-Idols für zuckersüß-klebrige Songs, oder einem von Computer entsprechend nachgeahmten Stimmband ist letztendlich eh kein großer Unterschied.

Project Diva ist dabei weniger Minispiel-Sammlung zu entsprechen rhythmischen Tastenkombinationen, sondern hat einen stärkeren Arcade-Hauch. Hier werden die Songs im Prinzip wie eigene kleine Musikvideos aufgezogen, die Miku präsentieren, und dabei die verschiedenen Tastenkombinationen eingeblendet. Nur dass es hier dann am Ende auch einen aufgedröselten Score gibt, der einem genau sagt, wie häufig man Cool, Save, Terrible etc. beim entsprechenden rechtzeitigen oder eben nicht so rechtzeitigen Drücken der Buttons war. Wobei, während des Songs an sich gibt es schon einen Meter, der bei zu späten oder gar keinem Drücken beständig fällt, nur bei wirklich passgenauem Beat steigt, und wenn der total absackt, dann wird das Musikvideo sofort gekappt und man muss von vorn beginnen. Wer eine zu schlechte Figur macht, wird also gar nicht bis zum Ende durchgelassen. Und auch dann nur der nächste Song freigeschaltet, wenn genug Score erreicht und nicht zu viele schlechte Eingaben geleistet sind. Wobei von Anfang an mehrere Songs zur Verfügung stehen, man kann also auf einen anderen ausweichen, wenn es partout mit dem aktuellen nicht klappen will.

Ein wenig Drumherum gibt es natürlich auch, welches freigeschaltet werden kann. Zu Beginn gibt es beispielsweise die Songs wahlweise auf Easy oder Normal, Hard kommt erst anschließend dazu. Auch kann das Musikvideo des Songs komplett ohne nötige Eingaben angeschaut werden. Neue Kostüme oder andere Vocaloids stehen zur Verfügung, und ein Raum zum Abhängen kann dekoriert werden.

Ich finde die ganze Präsentation ehrlich gesagt sehr süß und launig. Natürlich sind die Songs etwas arg piepsig und so, aber das ist halt J-Pop, darauf muss man schon stehen können. Klingt häufig wie die Reyvateils aus Ar tonelico für mich. Die Videos sind jedenfalls echt nett anzusehen, und es macht schon Laune im Beat zu bleiben und demotiviert richtig, wenn die Vocals bei einem Fehldruck ausfallen. Bei vielen guten Tastendrücken das Kombo hochgehen sehen. Die Production Values und Grundmotivation sind schon gegeben.

Aber ich persönlich bin halt miserabel darin, wirklich einen Beat zu halten und brauche deswegen selbst auf Easy schon für einige Songs, besonders solche wie Requiem for a Phantasma mit seinen schnellen Inputs, mehrere Versuche, um vorbei gelassen zu werden. Und wie gesagt bin ich nicht unbedingt so geduldig, wirklich einen Song ein halbes Dutzend Mal erneut zu beginnen, wenn ich drei Mal hintereinander daneben gehauen habe, will ich nicht mehr. Und Project Diva ist kein Fun-Partygame wie Nintendos Rhythm Heaven/Paradise, die einen irgendwann einfach mal genug gefailte Stücke überspringen lassen. Project Diva lässt einen für den Sieg arbeiten, und wenn der nicht drin ist, hat man halt Pech gehabt, gibt es eben keine neuen Songs. Ich habe auch mal den allerersten, einfachst kategorisierten, Song auf Normal versuchen wollen, um zu sehen, wie sich dieser Modus gestaltet. Statt ein paar wenige Tasten auf dem Bildschirm zu haben, flogen mir bereits bei jenem ein gutes Dutzend Buttons gleichzeitig entgegen. Project Diva zieht die Handschuhe also ziemlich schnell aus, und verabreicht einem mit jenen dann eine ordentliche Duell-einläutende Backpfeife.

Von daher, tolles Spiel, aber leider nichts für mich.

Advertisements
Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare

  1. Ich war anfangs wirklich recht erstaunt, als ich gehört hab, dass die Stimmen komplett synthetisiert sind – bei manchen Tracks klingts durchaus menschlicher, als so mancher „echter“ „Künstler“. Aber tja, Japan. Das Land, in dem selbst Pinguine ihre Waifus haben.. :D

    Zwar kenn ich jetzt den konkreten Teil nicht, ich hab aber irgendwann letztes (vorletztes?) Jahr Project Diva f 2nd in die Pfoten gekriegt und war doch recht schnell ziemlich angetan. Am Anfang fand ichs schon recht anspruchsvoll, aber die Lernkurve bei der Songauswahl war imo schon wirklich gut, dass man recht flott deutlich besser wird. Wobei ein paar richtig eklige Dinger auch dabei waren (The Intense Voice of Hatsune Miku), wo ich mich immernoch frag, wie ich das überhaupt geschafft hab.

    Manche Videos waren aber halt schon echt tierisch störend, weil sie partout mit den tausenden „Bühnen-„/Lichteffekten gewaltig übertrieben haben, dass ich die reinfliegenden Tasten kaum noch gesehn hab.

    Antwort
    • Ja, sich bei so manch einem Musikvideo wirklich auf die hereinfliegenden Buttons zu konzentrieren, war auch für mich bei dem Teil hier manchmal ein Problem.

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: