Be My Valentine, Or Else…

ava-2132Es ist gar nicht so einfach, Horrofilme zu finden, die mit dem Valentinstag zu tun haben. Man sollte meinen der Tag wäre reif dafür, zynisch viele davon hervorzurufen, ganz ähnlich der Weihnachtszeit. Dann wiederum lässt sich natürlich an einem rein aus dem Kommerz geborenen Tag wesentlich besser vorbei leben, statt an einem historisch gewachsenen, dessen Stimmung schon ab Oktober verbreitet wird.

Im Falle von Be My Valentine, Or Else… sind die Alternativtitel wohl passender, er läuft nämlich auch unter Hospital Massacre, Ward 13 und X-Ray. Letzterer ist der geläufigste, der so oder so ähnlich auch zum Großteil im Ausland verwendet wurde. Deutschland kombiniert sie etwas, hier kennt man ihn als X-Ray: Der erste Mord geschah am Valentinstag.

Der Untertitel ist so auch stimmig, denn der Film beginnt direkt in einem Flashback mit drei absolut untalentierten Kinderschauspielern. Susan spielt mit einem Freund, und feuert ihn an die Spielzeuglock schneller und schneller fahren zu lassen, als wäre sie eine osteuropäische Prostituierte, die es möglichst schnell hinter sich haben will. Beobachtet werden die beiden arischen Nachwüsche von Harold, der Susan eine Valentinskarte vor die Türe legt. Die lacht aber nur mit dem anderen Jungen darüber und wirft sie weg. Also macht Harold das einzig logische, und bringt den anderen Jungen um.

Vielleicht leicht überreagiert, aber Konkurrenz muss man aus dem Weg schaffen. Und der Film erwähnt auch nie, dass daraus was geworden wäre. Susan hat kein Trauma vom Auffinden der Leiche, und Harold scheint nie irgendwelche Konsequenzen auferlegt worden zu sein, obwohl es klar war, dass er der Mörder ist. Immerhin hat Harold einen weißen Jungen umgebracht, keine Rassenminderheit, von daher sollte man meinen, es würde sich jemand drum scheren.

Jedenfalls springen wir plötzlich 19 Jahre in die Zukunft, und Susan und Harold haben jetzt ihre Haarfarben getauscht. Ach ja, sorry, Spoiler, aber Harold ist der blonde Arzt mit Namen Harry, der ohne umgebracht zu werden irgendwann gar nicht auffällig aus dem Film verschwindet, wenn die Sichtungen des maskierten Killers zu häufig werden, als das er nicht an zwei Orten gleichzeitig hätte sein müssen.

Viel besser ist das schauspielerische Talent der erwachsenen Susan auch nicht, aber dafür ist die gute Dame echt verdammt hübsch. Vielleicht verhält sich auch deswegen jeder im Krankenhaus wie ein absoluter Creep ihr gegenüber. Dann wiederum hat das Hospital so einige etwas schräge Szenen zu bieten, allen voran die drei alten Ladys – eine davon eindeutig ein Kerl mit Perücke.

Ach ja, Susan ist hier um die Ergebnisse der Standarduntersuchung zu bekommen, während ihr Ex auf die Tochter aufpasst. Sie ermahnt ihn sogar extra gut auf die Kleine aufzupassen, zugegeben in einem etwas zickigen Tonfall, woraufhin er mit einem sarkastischen „Sicher doch“ antwortet, als wollte er seiner Tochter etwas antun, nur um seine Ex zu nerven. Andererseits ist im Film wie gesagt jeder seltsam und unbegründet antagonistisch drauf. Abgesehen von Susans neuem Freund, der nur mal kurz im Auto warten soll, aber erst nach scheinbaren Stunden mal seine Torte suchen geht, nur um dann nutzlos ziemlich schnell abgemurkst zu werden.

Vielleicht sind aber auch alle so schlecht auf Susan zu sprechen, weil sie im Krankenhaus raucht, eine Sache, die in 1981 scheinbar Ok war, mittlerweile aber die schrägen Vibes unterstützt.

Jedenfalls ändert Harry, der scheinbar 19 Jahre gewartet hat, um Susan endlich sein zu machen oder umzubringen, so ganz klar ist die Sache nicht, ein paar Unterlagen um, damit Susan im Gebäude festgehalten wird und er nach und nach den Kreis der Toten um sie zuziehen kann.

Ganz ehrlich gesagt habe ich fast eine Shining-esque Erklärung erwartet, warum alle Leute sich so merkwürdig verhalten. Zumal im Krankenhaus angeblich schon früher was vorgefallen ist. Vielleicht ist es ja auf einem indianischen Friedhof errichtet und alle die im Gebäude arbeiten werden langsam verrückt. Kommt aber nie, sondern bleibt ein relativ geradliniger Slasher. Nur halt einer, der mal eine merkwürdige Einlage hier und dann wieder eine fast komische dort aufbietet, als könnte er sich auf keinen Ton festlegen.

Diese tonalen Unstimmigkeiten sind es jedoch, die den Film davor retten zu langweilig zu werden. Denn obwohl die Kills durchaus nicht ausbleiben, sind sie mit wenigen Ausnahmen zum Ende hin nicht ganz so blutig oder brutal geraten. Herausragend ist der Film so oder so nicht, aber als Ok kann er schon noch durchgewunken werden.

xray

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