30 Years Later: Metroid

ava-2108Mensch da hat Nintendo doch neben 30 Jahre Zelda und 20 Jahre Pokemon dieses Jahr auch noch 30 Jahre Metroid zu feiern, da genau wie das erste Legend of Zelda 1986 auf dem Famicom Disk System aufgeschlagen. Metroid hat mich ja als Kind nie so interessiert, als Erwachsener auch nur partiell und ich war immer etwas von meinen nicht existenten Action-Reflexen abgeschreckt. Aber hey, wenn die Mutter der Alien-Kopfgeldjäger schon offiziell ins MILF-Alter kommt, da nehmen wir sie uns doch mal ran. Aber dann doch in später gelifteter Form als Metroid: Zero Mission für GBA, statt wirklich ganz im nostalgischen 80er-Look mit zugehöriger Schwierigkeit.

Meine Ersterfahrung mit Metroid also in deren Nullmission. Ach Quatsch, in Samus Nullmission, die Reihe benennt sich ja nach den paar Quallenaliens, die auf drei Screens des gesamten Spieles zu finden sind, nicht nach dem Hauptcharakter. Jetzt hab ich den gleichen Fehler begangen, wie jene, die meinen die blonde Elfin in der grünen Tunika in The Legend of Zelda sei Zelda. Aber immerhin, wir bleiben bei den femininen Action-Helden, da Samus Aran ja auch ein blondes Mädel unter dem Kopfgeldjäger-Anzug ist.

metroid1

Zeigt einem Zero Mission auch. Ok, das Original von 1986 hat einem auch gezeigt, dass Samus eine Frau ist, zumindest wenn man schnell genug durch das Spiel kam, damit sie am Ende ihren Helm oder gar ganzen Kampfanzug auszog. Die gibt es in Zero Mission natürlich weiterhin, abhängig von Zeit und wie viele der Items man gefunden hat, gibt es Samus in verschiedenen Posen und Zuständen der Leichtbekleidung. Oder ziemlich cool komplett im Suit, so wie ich als Spieler vom Easy-Mode einzig sehen konnte. Aber Zero Mission fügt eben nicht einfach nur das Original in hübsche neue Grafik und gibt ein paar weitere Endings drauf, nein Metroud: Zero Mission expandiert auch besagte Mission. Sobald die Schurkin aus Captain N, Mother Brain, vernichtet ist, wird Samus auf ihrem normalerweise das Ende einläutenden Rückflug abgeschossen und hat plötzlich eine Stealth Mission durch das Schiff der Space-Piraten nur im hautengen Zero Suit und wehendem Pferdeschwanz vor sich. Würde mich mal interessieren, was Spieler, die auch das Original kennen, bevorzugen. Mir persönlich war dann beim Endspurt auch langsam die Luft raus, nach Erhalt der Superbomben bin ich zumindest nicht in die alten Gebiete zurück, um weitere Secrets zu suchen, sondern direkt zum Finalboss gegangen.

Ansonsten ist mir das Spielprinzip natürlich durch die eigentlich von Metroid erst inspirierten, aber von mir persönlich in anderer Reihenfolge gespielten, Metroidvanias bekannt. Und damit meine ich jetzt die Castlevanias mit der Struktur von Metroid, nicht wie mittlerweile geläufig das Ding als eigenständiges Genre. Ich mein dafür hatten wir doch eigentlich den Begriff Metroidvania, oder, damit gleich erkennbar ist, dass es sich um ein Caslte_vania_ im Stil von Metroid handelt, alles andere mit der Struktur von Metroid hat ja mit Castle_vania_ nicht viel zu tun. Egal, Korinthen müssen wir ja nicht kacken.

Das Leveln fehlt, aber dafür habe ich ja den Easy Mode gewählt, um nicht irgendwo hängen zu bleiben. Der Rest der Struktur ist wie gewohnt, man läuft das Labyrinth an Höhlen und Stationstunneln entlang, bis man in eine Sackgasse gerät und sich einen neuen Weg suchen muss, um später hier mit einem neuen Item weiter zu kommen. Zero Mission wirkte dabei für mich etwas besser designt als die Castlevanias, es war einfacher herauszufinden wo es weiter geht, als in so manchen davon. Dafür sind die verschiedenen Upgrades teils echt hart und unintuitiv zu finden. Also nicht sie zuerst zu bekommen, die Chzo-Statuen sind schon sehr offensichtlich, aber die Kapazitäts-Upgrades sind halt so eine Sache, da man im Prinzip teils an jeder Wand alles ausprobieren kann, vielleicht öffnet es ja eine Nische zu einem.

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Gefallen hat mir das Spiel insgesamt schon, abgesehen vom Kampf gegen Mother Brain, der mehr nervt als echt schwer war (ernsthaft, wie viele Sachen schießen in dem verdammten Raum gleichzeitig auf einen?) und ein paar echt haarige Shinespark-Momente abgesehen, gab es wenig zu fluchen oder nicht zu mögen. Besonders gefallen hat mir halt auch, dass jeder Bereich im Spiel ein anderes Design hat und durchaus einige hübsche Details bereithält. Der Look der Standbild-Cutins war jetzt nicht immer so meins, hat mir etwas zu sehr von einem spanischen Comic-Look, und plakativ als Hintergründe in Bossräumen sehen sie auch stilistisch falsch zum Pixelart aus, aber wirklich schlecht sind die auch nicht. Die Musik war auch hier und dort etwas komisch, oder besser gesagt in dem einen Areal etwas tonal merkwürdig zum Setting, weil es mich viel zu sehr an Pokemon erinnert hat. Ich würde sogar sagen, dass mir Castlevania weiterhin etwas besser gefällt, auch wenn die sich vom Spielprinzip und der Struktur her nicht viel tun, einfach weil ich das Goth-Horror-Setting gegenüber dem SciFi-Space präferiere.

Zero Mission schaltet einem dann ja auch als Bonus das Original frei, und ich habe kurz reingespielt. Und schnell wieder aufgehört. Ist natürlich eine ganze Ecke schwerer, wie zu erwarten war. Aber eben so direkt nach dem Remake zu spielen versucht, ist mit der steifen Bewegung und dem extrem luftigen Sprung von Alt-Samus mehr als schwer zurecht zu kommen.

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2 Kommentare

  1. Das Ur-Metroid hatte ich auch mal in NES Modulform, aber das kann man heutzutage echt nicht mehr spielen. Keine Karte, alles sieht gleich aus, und das fummelige Passwortsystem speichert die aktuelle Energie nicht ab (man startet IMMER mit 30 Einheiten, selbst wenn man vier Energietanks hat), nein danke :D Schade eigentlich, ich fand die spärliche 8-Bit Präsentation hatte ganz schön Atmosphäre.

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    • Da hatten es die Japaner definitiv besser, als Disc-System-Spiel hatte Metroid dort drei Speicherstände zur Verfügung.

      Die wenigen Farben und bliepend-minimalistische BGM hat auf jeden was für sich, aber ja, so wirklich mit der Steuerung rumhantieren wollen würde ich nicht mehr.

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