GameGearing: Phantasy Star Adventure

ava-2103Phantasy Star Gaiden war jedoch nicht das einzige Spinoff, das sich Sega von Dritten machen ließ, um die drei Jahre zwischen Phantasy Star III und IV zu überbrücken. Der Game Gear sah wenige Monate vor dem Release von Gaiden beispielsweise ein zweites Phantasy Star, nämlich PS Adventure. Nicht zu verwechseln mit den Phantasy Star II Text Adventures zu den Spielercharakteren aus PSII auf dem Mega Drive, die das Jahr davor zum Download bereit standen.

Aber denen nicht unähnlich, nur das auf dem kleinen Handheld-Screen kein Platz mit einem permanenten Charakter-Portrait aufgefüllt werden muss. Genau genommen erinnert es damit auch sehr an die Bildschirmeinteilung der Kämpfe von Phantasy Star Gaiden: Die untere Hälfte ist die Textbox, von der oberen Hälfte sind zwei Drittel das Grafikfenster in die Außenwelt, der kleine Balken daneben das Menü – nur dass hier die Positionen gespiegelt sind.

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Worum geht’s überhaupt? So eine Handlung ist ja immerhin bei einem Adventure nicht ganz unwichtig, da das ganze Fummeln durch die Menüoptionen nur dazu da ist, um mehr davon lesen zu dürfen. Und zwar sind wir ein Agent auf Motavia, der im Hinterkopf des einzigen Bildes im Opening von uns erstaunlich Altersgrau wirkt, und von unserem Prof-Freund nach Dezoris eingeladen worden. Phantasy Star Adventure spielt also im Gegensatz zu Gaiden schon mal auf dem Algol-System. Jener Prof hat übrigens eine Maschine gebaut, die die menschliche Leistung enorm verstärkt. Und wird dementsprechend sofort von Evil Corp (TM) geklaut, der Prof gleich mit entführt, um die Bedienung zu erklären. Wir bewegen uns nun also durch das gute Dutzend und ein halbes an Bildschirmen auf Dezoris, hauptsächlich die Stadt und die Forschungseinrichtung der Evil Corp einnehmend, mit ein paar Pfaden dazwischen, und versuchen ihn und seine Maschine zu retten.

Das war es dann auch schon, Phantasy Star Adventure ist erwartungsgemäß ziemlich kurz, und in gut einer Stunde zu beenden. Große Variablen im Spielverlauf oder Hänger kann es natürlich auch nicht geben, da die wenigen Bildschirme und Menüoptionen natürlich nur so viele Möglichkeiten anbieten, mit der Umgebung zu interagieren, zumal es nicht sonderlich viele Gegenstände gibt, die zum Einsatz kommen können.

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Als besonderes Schmankerl erinnert sich Phantasy Star Adventure allerdings doch noch daran, dass es ein Spinoff zu einer RPG-Franchise ist, und kann es deswegen nicht beim reinen Text-Adventure sein lassen, sondern fügt noch ein halbes Dutzend Kämpfe ein. Nicht wirklich mit RPG-Mechaniken, aber irgendwie doch, so gibt es zwar keine Level und Erfahrungspunkte aber drei verschiedene Waffen, die einem unterschiedlich viele Würfel geben, mit denen der verursachte Schaden bei Gegnern und natürlich den gemachten bei einem selbst ausgewürfelt wird. Wirklich Game Overn kann man hier nicht, an einer Stelle muss sich sogar besiegt gelassen werden, um in eine Zelle zu kommen.

Kann jetzt Phantasy Star Adventure aber nicht so unbedingt weiterempfehlen. Es ist halt schon etwas arg kurz, was man wie gesagt durchaus erwarten konnte, aber dadurch bietet es halt nicht viel. Kein echtes Rätseln, kein großes Abenteuer. Die Handlung ist auch nicht wirklich interessant wie jetzt beispielsweise bei einem Portopia Serial Murder Case, gegen Ende sogar ziemlich lächerlich, wenn der Evil Boss (C) von der Evil Corp (TM) sich in einen Endboss verwandelt, weil die Prof-Maschine nicht nur die Kräfte verzehnfacht, sondern auch dessen Bosheit in seinem Herzen. Brechreiz. Dazu spielt das Teil auch noch permanent die gleiche nervtötende Melodie im Hintergrund, und man bleibt von diesem unspektakulären Happen Software lieber entfernt.

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