1313: Haunted Frat

ava-2060Wenn es eine personalisierte Hölle gibt, in die ich nach meinem Ableben komme, dann weiß ich mittlerweile auch, wie die sich gestalten würde. Es wäre eine nicht enden wollende von jenen Stalker-/Traum-Szenen in diesen Filmen anzusehen, in denen absolut und rein gar nichts geschieht, wir aber dennoch schier endlos jemanden mit oder ohne Messer in der Hand die gleichen drei Räume in David DeCoteaus Haus entlang gehen sehen.

In diesem Sinne hatte ich zu Beginn von 1313: Haunted Frat glatt die Befürchtung, dass ich ohne es zu merken gestorben bin. Normalerweise versuchen diese Filme ja zumindest, ungeschickt wie alles an ihnen ist aber der Versuch ist immerhin da, einen am Anfang ein wenig für sie anzuheizen, in dem ein relativ schneller First Kill den Film einläutet. Sogar Giant Killer Bees hatte zumindest den Prof in die Kamera sagend, dass die Welt am Arsch ist und jetzt flashbacken wir mal warum. Haunted Frat hat das nicht, zumindest nicht gefilmt. Genau genommen gab es da nämlich tatsächlich eine schnell eingeblendete Texttafel zum Filmbeginn. Etwas darüber, dass in einem Frat-Hause alle Kerle umgekommen sind, und keiner kann sich erklären warum, die Polizei investigiert immer noch, aber hier ist ein Teil der Kameraaufnahmen angefüllt mit dramatischer Nachstellung dessen, was in deren Aufnahmelücken geschehen sein könnte. Oh, Haunted Frat ist also ein Found Footage? Nö, der Film ist genau so bieder gedreht, wie alle anderen dieser Filme auch, löst also seine eigenen Prämisse nicht ein, und hat sozusagen von der ersten Sekunden an sein Publikum angelogen.

Auf jeden Fall ist die wirklich erste Szene dann eine solche Traumsequenz. Und erneut, wie passt das in die Prämisse? Ganz davon abgesehen, dass Überwachungskameraaufnahmen zu einem Fall, den die Polizei noch aktiv untersucht, eh nicht an die Öffentlichkeit gegeben werden würden, wie zur Hölle ist ein Traum von jemandem aufgenommen worden? Jene Szene dauert ungelogen 15 Minuten an, und ist nur der Kerl in Boxer-Briefs, der die gleichen Räume abwandert, und dann wacht er auf, ohne das was geschehen ist. Keine Vorahnung, kein Alptraum, kein Garnichts. Dafür fallen einem in der Monotonie absolute Unwichtigkeiten auf, die man anschließend gar nicht mehr nicht fokussieren kann, wie beispielsweise das der Kerl echt nen dicken Arsch hat. Trägt der Erwachsenenwindeln oder was? Gehört er zu den Kardashians? Wurde er im Schlaf von Killerbienen in den Hintern gestochen und hat eine allergische Reaktion? Und was macht man dann natürlich als erstes am Morgen nach dem Aufwachen? Der Kerl stellt sich für die nächsten 10 Minuten unter die Dusche. Und wenn ich nicht sicher in die Hölle kommen werde und genau das dann endlos weiter mir ansehen können müsste, war ich am Überlegen, ob ich meinem Leben nicht hier und jetzt ein Ende setze.

Anschließend trifft er dann endlich auf einen Mitbewohner, und wir bekommen ein wenig was erklärt. Es ist Spring Break, deswegen sind nur wenige Kerle im Haus. Außerdem muss er ein Essay schreiben, damit dem Frat nicht der Geldhahn zugedreht wird, aber keiner hilft ihm dabei. Und er hat rausgefunden, dass auf dem Grundstück früher mal eine Psychiatrie stand, die abgebrannt ist. Und wer denkt, dass der Film jetzt an fahrt gewinnt, immerhin haben wir schon 30 Minuten luftleeren Raum hinter uns, der irrt sich ganz gewaltig. Viel mehr wird bis Minute 75, wenn die Credits aus dem Nichts auftauchen, nicht mehr geschehen. Stattdessen trifft der Kerl jeden einzelnen Mitbewohner, und erklärt jedem erneut genau diese Dinge, in mehr oder weniger immer dem gleichen Wortlaut, weil Scripts zu schreiben ist hart. Dazwischen dann 10 Minuten, wie besagter Mitbewohner, der sich vorm Essay gedrückt hat, entweder am Pool faulenzt, oder duscht, oder wie der Kellan Lutz für Arme im Fitnessraum seine Anabolika-Muskeln spielen lässt, oder sonstwas macht, bei dem ein Shirt am Körper sich hinderlich gestaltet. Bis dann das #NoHomo-Alibi-Mädel hinter ihm auftaucht, ein wenig die Hände über ihn hält und Cut und weiter. Töten tut sie die Kerle scheinbar nicht, denn sie Fankensteinen später alle so durchs Haus, von daher sind sie nur besessen? Keine Ahnung, ne Auflösung gibt es sowieso nicht. Ein Ende allgemein nicht. Der Film hört irgendwann einfach auf, weil er bei seinen obligatorischen 75 Minuten angelangt ist.

Wenn ich nur 3 Bilder von Waschbrettbäuchen für den Film hier wählen würde, wäre das eine akkurate Wiedergabe dessen, was man zu sehen bekommt, und zwar ziemlich ausschließlich. Dann wiederum würde das eh keinem Auffallen, da ich zu keinem der 1313 andere Bilder außer halbnackter Kerle nutze, weil die so oder so den Groß der Filme ausmachen. Von daher dann halt als Erektionskiller noch eines von einem seltsamen Tiki-Gesicht, das im Garten wie ein Totempfahl rumsteht, und zu dem der Film immer mal wieder cuttet, als wäre das irgendwann mal wichtig. Wird aber nie was draus. Es stellt sich nie heraus, dass das Frat-Haus auf den Ruinen einer Psychiatrie steht, die wiederum auf einem Indianerfriedhof erbaut wurde. Heiße amerikanische Ureinwohner in Lendenschurz als Geist wären sicherlich interessanter anzusehen, als ein kaukasisches Weib im schwarzen Nachthemd.

Es ist schon deprimierend zu merken, wie schnell man dann doch davon gelangweilt sein kann, halbnackte Knackjungs anzuschauen, wenn die 70 Minuten nichts machen, nichts geschieht, sondern nur in Unterwäsche in der Gegend rum gelaufen, gelegen oder gestanden wird. Und hier dachte ich, dass ich von einem solchen Anblick freilich nie genug bekommen könnte. Aber nö, so nach 10 Minuten denk ich mir dann doch schon „zeig deinen Schwanz, bring einen um, oder zieh dich wieder an und geh heim, ich hab genug“.

1313h

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