1313: Giant Killer Bees!

ava-20581313: Giant Killer Bees! (Satzzeichen im Titel) verwirrt mich. Es startet also mit einem Wissenschaftler, der mehr oder weniger eingesteht, dass wegen ihm die Bienenapokalypse ausgebrochen ist, aber eigentlich ist sein Igor dran schuld, weil dem hat er zu sehr vertraut und alleine in die Karibik geschickt, wo seine Forschung umgesetzt wird, und zwar von einem Haufen Studenten, als die Deadline für Resultate nur noch eine Woche betrug.

Und das klingt so, als hätte jener ihn verraten, oder von sich aus eingegriffen und alles versaut. Aber den ganzen Film über macht Igor nur das, was ihm der Prof übers Telefon befiehlt, hat somit nicht wirklich eine Schuld an den Ereignissen. Und mal ehrlich, ein halbes Dutzend Kids in den 20ern, egal ob sie nun Wissenschaftsstudenten sind oder nicht, unbeaufsichtigt forschen zu lassen, schreit geradezu danach, dass sie es mit der Zeit nicht so genau nehmen. Vielleicht hätte da jemand schon etwas früher drüber schauen sollen, statt eine Woche vor Resultatsübergabe.

Aber was mich hier wirklich verwirrt ist, wo das hier sein soll. Der Prof meint seinen Assi in die Karibik geschickt zu haben. Der erzählt dann aber was davon, um die halbe Welt geflogen zu sein, und so weit ist die Karibik von den USA nicht wirklich weg. Und die Stock-Footage-Außenshots sind mal von einem kanadischen Nadelwald, dann von einer riesigen Anlage, die sehr wohl in der Karibik sein könnte, aber definitiv nicht wie ein Forschungsinstitut, sondern ein seit Jahrzehnten verlassenes Gefängnis aussieht… und dann jedes Mal, wenn ein Schauspieler im Bild ist, egal ob nun bei einem Innen-Shoot oder doch außen um die Anlagen drum herum, ist es wieder einfach nur David DeCoteaus Haus, das absolut nicht nach Labor aussieht, und ungefähr zehn mal in das Stock-Footage-Gefängnis passen würde. Wenn Igor am Ende des Filmes allerdings alles einpacken und evakuieren soll, rennt der plötzlich tatsächlich um jene Gefängnisanlage, es gab also On-Location-Shoots, warum also nicht für alle Außenszenen? Abgesehen davon, dass der Kerl plötzlich anfängt irgendwo in ner Altstadt und dann sogar am Strand rumzulaufen. Soll das alles noch das Labor und seine direkte Umgebung sein?

Ok, geforscht wird also an Bienen, um dem weltweiten Bienensterben entgegenzuwirken, und da dem Prof vor aller Rumhurerei erst eine Woche vor Deadline auffällt, dass es noch gar keine Ergebnisse zum Vorzeigen gibt, lässt er seinen Igor irgendein Mittel ins Bienenfutter mischen. Woraufhin die 2 Bienen, von denen uns das Script betätigt, dass es definitiv 4 sein sollen (waren schlechte CG-Bienen zu animieren zu teuer, warum dann nicht hierfür auch einfach Stock Footage nehmen?) sterben. Oder auch nicht, denn plötzlich tauchen sie als Riesen-Killerbienen wieder auf. Wobei „Riese“ etwas übertrieben ist, die Dinger sind jetzt nicht gerade ein Pferd, sondern mehr Faustgroß.

Einer der Forscherstudis hat sich derweil auf sein Zimmer zurückgezogen um… zu schlafen? Er zieht sich bis auf die Unterwäsche aus und schmeißt sich dann längs auf Doppelbett, wie der letzte Assi das ganze Ding einnehmend. Da musste David DeCoteau dann aber doch eingreifen und aus der Direktion „Zieh dich aus und leg dich aufs Bett“ etwas spezifischer machen „Nein, nein. Wenn sich in meinen Filmen ein Kerl aufs Bett legt, dann doch bitte auf den Rücken und mit gespreizten Beinen, und fang ruhig an deinen Oberkörper zu streicheln“. Wir sehen nun also jetzt die üblichen überstrapazierten 10 Minuten was David DeCoteau für Fanservice hält, aber eher wie beim Masturbieren für Dummies nicht aufgepasst wirkt. Und dann… in einigen Cuts hat der Kerl Strümpfe an, in anderen nicht! Was, bitte wie? Das Kontinuitätsproblem indiziert, dass solche Szenen doch tatsächlich in mehreren Takes gefilmt werden, und ich falle echt vom Glauben ab. Denn nichts in diesen Filmen schaut aus, als hätte man hier die beste von mehreren Aufnahmen genommen, sondern alles sofort so verwendet, wie es beim ersten Filmen ausgeschaut hat. Inklusive verwirrter Darsteller, die nicht wirklich wussten, was DeCoteau genau von ihnen wollte.

Während sich der Kerl für 10 Minuten die Titten gerieben hat, als wolle er sich ein D-Körbchen anrubbeln, hat ihn übrigens eine der Killerbienen beobachtet. Die ist mit dem sich einen runterholen fertig und geht endlich zum Angriff über. Und in der nächsten Szene ist die Biene tot, jetzt für wirklich echt, dafür läuft der Kerl durchs Haus wie Frankensteins Monster. Dieses Editing hat mich fast denken lassen, dass wir es hier mit Body Snatcher Bienen zu tun haben, die durch ihren Stich den Körper der Kerle übernehmen und zu Borg machen. Dabei sind es nur Zombie Bienen, denn nun geht der Kerl durchs Haus und beißt die anderen Kerle, die dadurch alle wie der Hulk durchs Anwesen schlurfen, wobei sich vorher auf die Unterwäsche zu entkleiden die höhere Prioritätsstufe hat.

Definitiv ist 1313: Giant Killer Bees! der Film der neuen Locations. Denn die zweite Duschszene, die mit dem wesentlich attraktiveren Kerl, ist tatsächlich nicht in der üblichen roten Duschkabine im Obergeschoss von DeCoteaus Haus, die normalerweise verwendet wird, und auch hier schon zu sehen war. Nein, um die 10-Minuten-ich-reib-mich-mit-Wasser-ein Szenen nicht langweilig werden zu lassen, geht es in eine zweite Duschzelle! Und ziemlich schnell wird mir klar, warum DeCoteau normalerweise nicht in jener filmt, denn die hat eine Glaswand im Weg, die zusehends mit Wasser zuspritzt, wodurch wir weniger und weniger gut den Oberkörper ausmachen können, also der Intention von Fanservice nicht wirklich gerecht wird. Irgendwie wie die 10-Minuten-Poolszenen in diesen Filmen, zu denen DeCoteau „das ist sexy“-Musik laufen lässt, die aber keinen Fanservice bringen, weil er wirklich lediglich 10 Minuten lang die Kerle beim im Pool schwimmend zeigt, und man den heißen Körper schlecht sieht, wenn jener unter und die Kamera überm Wasser bleibt.

Aber dass David DeCoteau einen Großteil seiner Filme nur zu drehen scheint, um eine Ausrede zu haben, ein Dutzend heißer Kerle in Boxer-Briefs für 70 Minuten durch sein Haus streunen zu lassen, während er sie filmt, darüber aber kein wirkliches Auge dafür zu haben scheint oder davor zurückschreckt wirklich dies auch sexuell aufgeheizt zu inszenieren, ist ja sicherlich nicht neu. Auch 1313: Giant Killer Bees! hat wieder so einen schizophrenen Moment, wo eine Szene scheinbar nur ins Script geschrieben wurde, um eindeutig schwulstig aufzuheizen, sobald sie gedreht wird dann aber absolut nix rausgeholt wird. Denn natürlich hat auch dieser Film seine #NoHomo-Alibi-Tusse, welche die Freundin eines der Forschers ist, aber sich von ihm vernachlässigt fühlt. Also wirft sie sich dem heißen Neuankömmling Igor an den Hals. Die beiden sitzen also auf der Bettkannte, er bereits in Unterwäsche und sie komplett angezogen, weil keiner schaut die Filme, um halbnackte Frauen zu sehen, und machen miteinander rum. Kommt ihr Freund, ebenfalls nur in Unterhose, herein und fragt, ob er mitmachen darf. Und schon wacht Igor auf, es war nur ein erotischer Traum. Irgendjemand hat eine Ausrede in den Film geschrieben, um einen erotischen Dreier-Traum zu haben, der dann aber nicht gefilmt worden ist… was?

So langsam entdecke ich allerdings ein gewisses Muster im Unterhaltungswert der 1313s. Denn die reinen Slasher-Filme sind meist ziemlich langweilig, weil sie einfach endlose beliebige Szenen aneinanderreihen, in denen Leute Kopf- aber auch Gefahrlos durch das Haus laufen, während die Filme mit übernatürlichem Einschlag oder sogar direkter Monster-Beteiligung wesentlich mehr schlecht-gute Unterhaltung bieten. Und darunter fällt natürlich dann auch Giant Killer Bees, egal wie wenig besagte moderat-große Killerbienen letztendlich wirklich im Film sind. Hey, auch schlechtes CG kostet immerhin Geld, mehr als einen halbnackten Schauspieler, der eh schon da ist, einen anderen halbnackten Schauspieler, der eh schon da ist, an den Hals springen zu lassen. Und schon haben wir einen Zombie-Film statt einen Killerbienen-Film.

1313g

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