Pokemon GO (and some Brave Exvius)

ava-2027Der Hype ist angekommen. Oder sogar schon wieder am abebben? Keine Ahnung, in den USA ist Pokemon GO schon vor zwei oder drei Wochen auf Smartphones aufgeschlagen, europäische Länder, darunter Deutschland als eines der ersten, ist in den letzten nach und nach nachgezogen. Wahrscheinlich wollte Nintendo es auf relativ stark abgesteckte Märkte rausbringen, damit sie die Wasser und vor allem Server testen können – wie man der App stark anmerkt, denn dadurch das es als APK runter geladen dann doch plötzlich die halbe Welt gleichzeitig gespielt hat, statt auf offizielles Release in der entsprechenden Region zu warten, waren die Dinger eh konstant überlastet. Natürlich hat jeder umgehend, um die Popularität zu melken, im Stundentakt Blogposts, Newsartikel, und Youtube-Videos rausgehauen, man weiß ja nie ob die 15 Minuten Ruhm jetzt bereits nach einer Woche aufgebraucht sind, und sich das Internet kollektiv was anderem zuwendet. Also hier jetzt auch noch mal schnell mein Post dazu, damit ich zumindest noch die Brotkrumen-Reste der Google-Searches abbekomme.

Ich bin ja kein sonderlicher Smartphone-Spieler, muss ich zugeben. Das liegt daran, dass ich nicht den entsprechenden Lebensstil dafür mitbringe. Ich bin nicht viel unterwegs, und wenn doch habe ich vergleichsweise wenig Downtime, weil ich beispielsweise auch nirgendwo mit Zug hin fahre, sondern bei meinem eigenen Auto hinterm Lenkrad sitze. Dementsprechend habe ich es einfach nicht, dass ich über den Tag verteilt hier und dort mal fünfzehn oder dreißig Minuten habe, die ich irgendwo rumsitze, mit nichts zu tun, außer auf dem Handy rumzutippen. Und zu Hause spiele ich einfach lieber „was Richtiges“.

Das merkt man auch an den Spielen auf meinem Smartphone. Denn was ich dann doch etwas häufiger aufgemacht habe, statt spätestens eine Woche nach Herunterladen wieder komplett vergessen zu haben, sind solche Nicht-Spiele wie Survive Mola Mola und Neko Atsume: Kitty Collector, wo man wirklich ganz sporadisch mal für ein oder zwei Minuten rein springt. Ich habe auch Spiele geladen, die durchaus versuchen „richtige“ Spiele auf Smartphone zu sein, aber da verliere ich schnell das Interesse, weil ich „richtig“ halt einfach nicht auf Smartphones spiele, jene mir doch obwohl sie auch in kleineren Sessions gespielt werden können oder sogar müssen, zu umfangreich, zu Zeit-belastend sind. Und ich die halt nicht ein mal pro Woche, sondern wenn dann schon ein mal täglich spielen müsste, um am Ball zu bleiben. So habe ich es in Terra Battle oder Final Fantasy: Record Keeper nicht über die ersten paar Kämpfe hinaus gebracht. Oder beim als es umsonst war heruntergeladenen Final Fantasy II gleich nach drei Schritten wieder aufgehört – auch weil das Ding mal gar nicht für Touchscreen-Controls gemacht ist.

Ähnlich ging es dem kürzlich erst aufgeschlagenen Final Fantasy: Brave Exvius, denn SquareEnix scheint darum bedacht zu sein, demnächst mehr Smartphone-FFs rausgehauen zu haben, als es Titel auf traditionellen Spieleplattformen gibt, für August steht ja schon ein West-Release für Möbius Final Fantasy an. Auch das (Exvius) habe ich heruntergeladen und gespielt. So für ein halbes Dutzend Lokalitäten auf der Landkarte, und dann aufgehört.

Abgesehen davon, dass eine relativ langweilige Story ziemlich häufig in den Weg kommt, für so ein kleines Smartphone-Spielchen, ist es eigentlich relativ launig. Natürlich verkauft es sich viel über Fanservice, neben den zwei Original Characters gibt es so ziemlich jeden Spielercharakter aus jedem Final Fantasy, den man freischalten und ins Team nehmen kann. Jede Etappe auf der Reise besteht dann aus so ca. 3 Einsätzen mit je 3 normalen und einem Bosskampf. Charaktere richtig antippen, und sie semmeln drauf, durchaus auch in Kombo-Kette, und alles ist recht schnell und spritzig anzusehen, dennoch mit pseudo-nostalgischen Sprites. Und wem das zu viel Rumgetatsche ist, kann die Kämpfe selbst noch automatisiert ablaufen lassen. Es dauert halt nie lang, bis man in einem neuem Bereich ist, kann Nebendinger machen, und nach einer gewissen Anzahl an aufgebrachter Energie gibt es eh eine Zwangspause, bis sich die Missionspunkte wieder aufgefüllt haben. Somit bleibt das Spiel schon frisch und ist launig. Es gibt Summons, und Equip, und Level ups, und weitere Aufbesserungsmöglichkeiten… aber wie gesagt, wenn ich ein vollwertiges Spiel spielen will, da hab ich auf Smartphone und dessen Akkulaufzeit keinen Bock.

Kommen wir also jetzt endlich zu Pokemon GO, welches mir viel mehr liegen müsste, da dieses Stück Software im Prinzip ein Nicht-Spiel ist. Du machst die App auf, und wenn dir Internetverbindung und GPS-Signal nicht abbrechen, oder es zu einem von diversen Login-Schwierigkeiten kommt, lädt es deine Umgebung und setzt ein paar Pokemon hin. Antippen, Pokeball werfen, und gut ist. Wer will kann natürlich AR an lassen und das Ding in die reale Umgebung gesetzt bekommen, für die von der Wii-trainierten, denen es nicht peinlich ist, sich wie ein Hampelmann aufzuführen. Und das war es schon. Es gibt kein Tauschen untereinander. Kämpfen ist extrem eingeschränkt, freies gegen andere Leute, NPCs oder für Badges gegen Arenaleiter kämpfen is nicht. Fast nur selbst Pokemon fangen. Wirkt wie eine sehr unfertige App, aber ohne mit wirklichen Content auf den Markt zu kommen, hat ja auch Splatoon keinen Abbruch getan, wenn es um Popularität geht.

Ich klinge hier natürlich wieder etwas zynischer als ich sein muss. Und erneut bin ich vielleicht nicht der beste Spieler hierfür, obwohl Pokemon GO perfekt zu mir passen müsste, da es egal ist, wie regelmäßig man das Ding öffnet, da ja eh kein Spiel dahinter steckt, kein Ziel, sondern nur drei Pokemon auf der anderen Straßenseite generiert werden, die mit zwei Mal antippen gefangen sind. Aber ich lebe am Arsch der Welt. Nicht in einer städtischen Gegend. Auch nicht in Japan, wo man eh keinen Schritt machen kann, ohne in jemand anderes Person Space einzudringen. Hier gibt es weit und breit Dorf und Wiese und das war es. Da ist es natürlich schwer, durch die Gegend zu laufen, und Pokemon einzusacken. Weil es wenige Spots dafür gibt, weil es keine Pokemon Center gibt, bei denen man die Bälle auffrischen kann, weil Internet/GPS nicht weit reichen.

Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht auch Spaß mit der App hatte, wenn ich mich nicht über dessen Unzuverlässigkeit aufgeregt habe. Das Ding ist genau darauf ausgelegt, möglichst ansprechend zu sein. Kids mögen eh Pokemon und wollen ständig ein Pokemon auf Smartphone haben, was sie jetzt haben. Aber auch die Leute zwischen 20 und 40, die Pokemon entwachsen oder alte Hasen sind, werden dadurch, dass hier erst Mal nur Generation 1 eingebaut wurde, an die gute alte Zeit mit der ersten Generation erinnert. Nintendo hätte genauso gut die aktuellste Generation nehmen können, aber Kids spielen es eh weil Pokemon, und so spielen es auch deren Eltern, weil Generation 1 (und 20th Anniversary und so, ich weiß). Und wann immer ich doch etwas missmutig wurde, weil das fünfte Taubsi, dritte Zubat, oder siebte Hornliu bei mir im Vorgarten stand, tauchte dann doch plötzlich auch mal ein Glumanda oder Rihorn oder Piepi auf, und schon war der Drang wieder da, unbedingt fangen, unbedingt nachher schauen, ober nicht doch wieder was neues Besonderes aufgetaucht sein könnte.

Und obwohl mich das Fieber somit nicht verschont hat, so wünschte ich mir doch ein wenig Pokemon GO hätte mehr zu bieten, und wäre weniger Lokalitäts-abhängig. Aber ich glaube damit mache ich mich unbeliebt, ich sollte wie alle feiern, dass Nintendo AR revolutioniert hat und unsere fetten Kinder endlich vom Fernseher weg lockt. Schauen Kinder überhaupt noch fern? Lassen die sich nicht alle von schlecht schauspielernden Youtubern ins Ohr schreien?

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