Shark Week V – Jaws in Japan

ava-2022Über das Jahr 2014 hinweg hatten wir hier im Blog nicht weniger als 4 Shark Weeks, jeweils angeführt von einem der Jaws-Filme, dem Klassiker des Monsterhai-Subgenres. Dass es da a) wesentlich mehr jener Filme bereits gibt und b) ungebrochen regelmäßig weitere auf SyFy geworfen werden, war ja mehr als klar, immerhin lassen die jene gerne in Tandem zur sommerlichen Shark Week auf dem Discovery Channel laufen. Und mir selbst war auch mal wieder danach, ein wenig zu schauen, also Shark Week Nummer Fünf. Offizielle Jaws gibt es zwar keine weiteren, aber durchaus den einen oder anderen Hai-Film, dessen Titel einem gern dies glauben machte, um auf deren Popularität aufzuspringen. Jaws in Japan tat dies wohlweislich eher spät, der Film ist nämlich von 2009, über zwanzig Jahre nach dem letzten Jaws erschienen.

Deswegen kam der Film auch in Namens-Probleme und wurde im Westen zu Psycho Shark umbenannt. Da die Mädels in einem Hotel umgebracht werden, eine davon sogar unter der Dusche, gehe ich Mal stark davon aus, dass auch dies eine Anspielung auf einen sogar noch älteren Klassiker ist. Die ersten fünf Minuten des Filmes schauen dann auch zunächst aus wie jeder Haiattack-Film ever, wechselnd zu Paranormal Activity, um dann Poltergeist in Erinnerung zu rufen. Mit Originalität gesegnet ist Jaws in Japan schon mal nicht.

Ich wäre ehrlich gesagt auch sehr überrascht, wenn der Film mit so was schnödem wie einem Script gesegnet gewesen wäre. Das Ding wird eher eine Idee gewesen sein, die jemand in zwei Sätzen auf ein Taschentuch gekritzelt hat, um dann einfach irgendwann mal munter drauf los zu filmen. Und das Ganze auf einem Trinkgeld-Budget. Jaws in Japan ist nämlich auch, zumindest teilweise, ein Found Footage Film, denn die Mädels, die in diesem Hotel Strandurlaub machen, bekommen vom Betreiber eine Videokamera in die Hände gedrückt, um sich gegenseitig filmen zu können. Sprich gut die Hälfte des Filmes besteht aus jenen verwackelnden und blechern klingenden Aufnahmen. Die fünf Darstellerinnen sind wohl auch billig zu haben gewesene Gravure Models oder so – das ist sozusagen Pinup in Japan, die Mädels machen Erotikaufnahmen, ohne sich dabei komplett zu entblößen. Denn im Gegensatz zu normalen japanischen Idols/Schauspielerinnen sind sie nicht krankhaft untergewichtig, sondern haben sogar ein oder zwei Kilo auf den Rippen, was in jenem Geschäft brauchbar ist, weil es eben zu Rundungen führt. Dafür ist aber auch keinerlei schauspielerische Leistung vorhanden.

Was natürlich nicht hilft ist, dass den unerfahrenen Mädels scheinbar keine Direktion gegeben war. Gut Dreiviertel der Szenen im Film wirken so, als hätte man den Mädels eine Kamera in die Hände gedrückt und gesagt „tollt mal davor rum, zeigt ordentlich Titten und Arsch, und unterhaltet euch halt irgendwie“. Denn das machen gut 50 der 70 Minuten des Filmes aus. Endlose Szenen der ersten Dreiergruppe oder dem aktuellen Duo, die vor der Kamera posieren, und dabei in schrecklich künstlichen Idol-Stimmchen entweder vor sich hin quietschen oder die ewig gleichen hohlen Floskeln in Non-Konversationen wiederholen. Jaws in Japan zu schauen erinnert schnell an Wassertortur.

Wenn dann doch mal was passiert, kann man sich glücklich schätzen, denn das bedeutet der Film ist so gut wie rum, nämlich auf den 20 Minuten seiner Zielgeraden. Viel sollte man vom antiklimaktischen Finale immer noch nicht erwarten, aber nachdem Mädel A sich durch endlose ereignislose Videoaufnahmen des ersten Trios geschaut hat, merkt sie halt, wer sie umgebracht hat, und versucht Mädel B vor Mr. Bates zu warnen. Den sie fast damit ausschaltet, in dem sie einfach in ihn rein läuft, und ins Meer tackelt – wohlgemerkt rennt sie geradeaus auf ihn zu, er sieht sie von Weitem kommen, und hat ein Messer in der Hand, es ist also etwas merkwürdig, dass die Aktion überhaupt klappt. Der Hai taucht dann auch auf, in genau 2 Szenen zum Schluss für jeweils 3 Sekunden, in denen er es schafft auch mal wieder von sehr unterschiedlicher Größe zu sein.

Ne, Jaws in Japan, so geht es ja nicht, bei einem trashigen Hai-Filmchen hät ich schon gern mehr, als 70 Minuten gebannte Langeweile. Kein Spaß, keine Spannung, und schon mal gar keine Überraschung liefert uns Psycho Shark. Das wenige, was geschieht, macht weder Sinn, noch ist überhaupt am Ende alles erklärt, und scheiße aussehen tut die ganze Angelegenheit auch noch. Aber hey, wer die Venus Clips in Dead or Alive Paradise spannend fand, der bekommt hier 70 Minuten davon geboten, denn viel mehr als Bikini-bekleidete Ärsche und Titten liefert der Film nicht auf die Flimmerkiste.

jawsjapan

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