The House of Black and White

ava-1997Mensch, Mensch, Mensch, wo ist die Zeit nur geblieben? Da läuft gerade die von allen hoch erwartete Season 6 von Game of Thrones an, und ich habe immer noch nicht die letztjährige Season 5 geschaut. Irgendwo zwischen „im Moment keine Muse dafür“ und „total vergessen“ ist sie untergegangen, egal wie häufig ich mir „nächstes Wochenende aber bestimmt“ vorgenommen habe.

Nun ja, die Staffel beginnt ganz traditionell damit, dass ein Stark ein Idiot ist. Diesmal darf Jon Snow beweisen, dass obwohl er ein Bastard ist, jenes Familienblut auch durch seine Adern fließt. Mehrfach durch die Staffel hindurch übrigens, denn diesmal ist seine Rolle recht ausgebaut, und die neuerlangte Macht nutzt er, um ein Gutmensch zu sein. Und wann immer ein Stark in Game of Thrones lieber vom moralisch-hohen Ross aus den Gutmenschen heraushängen lässt, statt mit allen anderen im Dreck zu spielen, wissen wir ja mittlerweile, was mit demjenigen geschehen wird. Der Julius-Cäsar-Moment im Finale der Staffel war dann auch das Highlight der ganzen Season. Ich bin noch nie so glücklich aus einer Folge Game of Thrones gegangen. Darf man darauf hoffen nie wieder den Langweiler sehen zu müssen? Weniger Handlung an der blöden Mauer mit den dämlichen Zombies?

Zumal die Staffel auch Sam endlich los wird, den fetten Nichtsnutz mit seiner umnachteten Tussi. Er wird einem hier sogar zum ersten Mal ein wenig sympathisch gemacht, bevor er abziehen darf. Wobei ich hier schon auf das Beste gehofft habe, denn wann immer ein Nebencharakter plötzlich seine Rolle vergrößert sieht… nun sagen wir mal, da passiert in der Serie normalerweise das, was Starks beim unreflektierten Gutmenschtum passiert. Ganz so endgültig ist sein Entscheiden dann leider zwar nicht gewesen, aber auch hier hoffe ich auf das Beste, nämlich ein Nimmerwiedersehen. Wir haben hier übrigens mehrere solcher Nebencharaktere, die plötzlich verdächtig viel Dead-Man-Walking Screentime bekommen, beispielsweise zwei ganz bestimmte Töchter.

Nein, nicht die beiden Stark-Mädels. Ich mein, durch sie fließt Stark-Blut, also passiert auch ihnen nichts Gutes in dieser Staffel, aber überleben tun sie bisher dann doch noch. Und was die anderen Stark-Jungs angeht, die sehen wir die ganze Staffel nicht, yay. Ernsthaft, wann immer es um Jon Snow am Wall oder um Krüppel-Stark mit seinen Visionen in der Serie ging, verlor ich immer sofort das Interesse, von daher schon mal schön, dass Season 5 mich zumindest vor einem davon bewahrt hat.

Cersei ist übrigens überraschend dämlich diese Staffel. In King’s Landing ist ein neuer religiöser Kult aufgetaucht, mit dem Sonnengott die zweite Parabel zum christlichen Glauben, die hier alle diese Armuts-Demuts-Schoße machen, den Unterprivilegierten helfen, aber auch ganz bös jene strafen, die gegen ihre eisernen Tugendsklauseln verstoßen. Cersei, sich voll und ganz bewusst das einer der Anhänger einer ihrer Cousins ist, mit dem sie rumgemacht hat, gibt ihnen doch tatsächlich die nötige Unterstützung, um dies auch im großen Rahmen durchziehen zu dürfen. Natürlich um zunächst unangenehme Hausgäste loszuwerden, aber das und wie dies auf sie selbst zurückfallen würde, war ja von Anfang an klar, und ich hatte die gute Frau für schlauer eingeschätzt, als sich so vorhersehbar ein Eigentor zu gönnen.

Okay, was sonst noch so… hmm. Übliche Dinge halt. Ein weiteres Haus fällt. Die Khaleesi hängt immer noch mit ihrem Befreite-Sklaven-Problem am anderen Ende der See fest. Wobei Season 5 sie ganz am Ende daraus Dragon-Ex-Machina-ed, und zu hoffen ist, dass sie in Season 6 dadurch wieder auf ihren ursprünglichen Weg statt zurück in den Stunlock findet. Dorne ist immer noch eine Enttäuschung. Mal ernsthaft, dieses exotische Nicht-Spanien mit seiner mächtigen Herrscherfamilie, die total mies auf die Lannisters zu sprechen ist, wird immer so von der Serie hochgehyped, aber dann geschieht doch nicht so viel. Apropos Lannisters, die fallen zusehends auseinander, jetzt wo das ungeliebte Oberhaupt nicht mehr die Zügel in der Hand hält. Natürlich gibt es auch diesmal wieder viel nackte Haut, wobei witzigerweise die Serie nicht so viele der berühmten Hurenhaus-Szenen dafür findet, sondern ausgerechnet durch die prüde Selbstgerecht-Sekte nun so einige einen nackten Marsch einlegen dürfen.

Um ehrlich zu sein bin ich weiterhin der Meinung, dass die beste Staffel Game of Thrones bisher Season 3 war. So ganz das gleiche Momentum und die gleichen Überraschungen kann die Serie seither nicht aufrecht erhalten. Auch Season 5 war interessant, wirkte aber wie Season 4 häufig etwas auf der Stelle tretend, bzw. die Schachfiguren für die wirklich wichtigen Ereignisse in Position bringend. So richtig Rund ging es eigentlich erst auf die letzten 3 der 10 Folgen.

Werbeanzeigen
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: