30 Years Later: The Legend of Zelda

ava-1991Okay, meine Geschichte mit den Legend of Links ist nicht gerade die erfolgreichste. Ich hatte als Kind A Link’s Awakening, fand es toll, war zwar nicht mein Lieblingsspiel, aber ich kann es selbst heute noch gut schnell mal an nem Nachmittag durchzocken und Freude dran haben, um mal mit dem Guten anzufangen. Als Kind hatte ich auch A Link to the Past und Ocarina of Time, zwei der gehyptesten Vertreter der Franchise. Und beide taten überhaupt nichts für mich, ich habe beim Eintreten in die Schattenwelt respektive dem Erwachsenenstadium aufgehört und es nie bereut. Dennoch juckt es mich immer mal wieder, herauszufinden, warum alle die so gut finden. Und dadurch hat es dann noch Oracle of Seasons in meinen Besitz geschafft, welches ich durchgespielt habe aber auch nur um endlich mal wieder so ein verdammtes Zelda durch zu haben, statt bei der Hälfte abzubrechen, was ich nämlich beinahe auch bei jenem gemacht hätte. Und dann später in der verbilligten Essentials-Line auch Twilight Princess, das lahmrarschigste und unoriginellste Spiel, das Nintendo wohl je auf dem Markt gebracht hat, und eines das für ein First Party Game schockierend schlecht für die Wii angepasst wurde. Nach satten 3 Stunden darf man endlich mal ins erste Dungeon, nach weiteren 2 ist man endlich damit fertig, obwohl es fast nur Tutorial ist? Da hab ich dann aufgehört.

Ich weiß auch nicht genau warum Zelda mir so meh ist, rein am Genre der Action Adventures kann es nicht liegen. Ich mochte Okami sehr, genau wie die Ys-Serie, Rocket Slime, oder auch Crystalis, um ein paar andere Vertreter zu nennen. Zelda finde ich nie so launig, vielleicht weil es zu methodisch und nicht schnell genug ist, oder weil das Setting zu langweilig ist oder die Franchise außerhalb Toon Link zu wenig Charakter hat, keine Ahnung. Aber dennoch, wenn das allererste Spiel schon seinen großen, runden 30. Geburtstag feiert, dann probiere ich mich doch dennoch mal daran.

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Meinen ersten Fehler hab ich natürlich direkt zu Anfang bei der Namensnennung gemacht. Mein Gedankengang war ganz unoriginell Link eben einfach Zelda zu nennen, weil hurr durr don’t call me Zelda und so. Kurz darauf musste ich, als ich verzweifelt aufgab, weil nichts Sinn ergab, und ich im Internet nach Lösungen schaute, die aber auch im meinem Spiel absolut nicht funktionieren wollten, ebenfalls im Internet die Erfahrung machen, dass Zelda als Namenseingabe einen gleich ins schwerere Second Quest befördert, bei dem die Anordnung von Dungeons und Geheimnissen anders ist. Ups.

Ich habe es letztendlicht durch geschafft, auch wenn ich natürlich nicht die Geduld hatte auch im dann revidierten normalen Quest alles selbst zu finden, sondern nach ein paar Lösungen im Internet schaute. Allgemein ist The Legend of Zelda nicht ganz so fies und obtus, wie ich gedacht hätte. Zumindest das Voranschreiten in den Dungeons ist weitestgehend einfach herauspuzzelbar, wenn auch nicht unbedingt in der Exekution immer ganz einfach, bei den verdammten Gegnern wie Wizzrobes oder Darknuts. Und gerade die Bosse sind alle eigentlich relativ einfach, und mehr eine Frage, ob das Dungeon davor einem nicht zu viele Herzen gekostet hat, um sie durchzustehen. Einige Geheimnisse auf der Oberwelt sind dagegen schon wesentlich schwerer ohne Hilfe zu finden, weil es mir dann doch zu viel zufällig hier mal ne Bobe und dort mal die Kerze probieren darstellt. So weit wie in modernem Zelda zu gehen, dass man die ersten fünf Stunden nicht selbst spielen darf, weil alle 5 Minuten einem ein NPC reinquatscht, um einen auf Selbsterkärendes aufmerksam zu machen, muss natürlich auch nicht sein, aber hier mal einen verräterischen Riss in einer Felswand, oder dort eine einzelne Blume in einem Grasbeet zu haben, find ich etwas netter, als halt einfach überall versuchen zu müssen, ob sich dahinter nicht eine Höhle oder Treppe befindet. Es gibt natürlich die netten dunklen Räume mit alten Männern drin, die dem gelenkigen Elfenjungen in Strumpfhosen gern bereit sind am Lagerfeuer einen kryptischen Rat zu geben, die dort etwas helfen.

Was auch überraschend nett vom Spiel war, ist das die Gegner besiegt bleiben. Auf der Oberwelt muss man sich schon ein paar Bildschirme weit weg bewegen, bevor sie respawnen, und in den Dungeons bleiben sie, solange man es nicht verlässt oder Game Overt, gleich komplett weg. Außerdem landet man bei einem Retry automatisch an ihrem Anfang, statt immer vom Startscreen zu ihnen zurück traben zu müssen. Etwas mehr Glücksabhängig ist natürlich die Sache mit den Herzen heilen in Dungeons, wenn man nicht die Medizin dabei hat, weil mal viele Herzen oder sogar eine Fee hinterlassen wird, dann wieder mal gar nichts. Definitiv auch gut fand ich, dass kleine Schlüssel, wenn man mehr findet, als man im Dungeon brauchte, auch in anderen noch verwendet werden dürfen.

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Es ist halt sowieso eventuell etwas besser, wenn man das erste The Legend of Zelda als einen Vorreiter zu Open World Games sieht. Das ist es natürlich nicht ganz, weil diverse Sachen hinter dem Weiterkommen durch einen Gegenstand geknüpft ist, der erst in Dungeon X gefunden werden muss, somit steht einem nicht wirklich alles von Anfang an auf, aber so nahe kam in 1985 wahrscheinlich kein anderes Spiel. Zumindest nicht auf dem NES, den PC mit RPGs wie den Ultimas, Might and Magic und Co. blenden wir mal aus. Immerhin setzt das Spiel einem mitten in die nicht ganz kleine Welt und sagt „mach mal“. Geh halt überall hin, wo du hingehen kannst, um Sachen zu finden. Benutze Bomben und Feuer überall, wo du ein Geheimnis vermutest, vielleicht findest du sogar mal eines davon. Geh in jedes erreichbare Dungeon, zumindest bis du zum Weiterkommen in ihnen evtl. doch mal das Item aus einem vorigen benötigst.

Die Sache ist wohl nur auch die, dass ich mit dieser doch etwas Ziellosen „mach was du willst“ Herangehensweise nicht so viel anfangen kann, ich hab lieber einen gewissen roten Faden. Selbst bei Open World Games hab ich dann lieber so eine etwas MMORPGigere Struktur von diversen Quests, die mir einen Grund geben, hier und dort hin zu gehen, statt zum Selbstzweck zu erkunden. Und wenn dann erkunde ich natürlich auch lieber eine hübsche Welt voller versteckter Landmarken, nicht unbedingt ein frühes NES-Zelda voller Braun-, Gelb- und Grüntöne.

Von daher kann ich mal wieder nur eingestehen, dass The Legend of Zelda definitiv ganz interessant war mal erlebt zu haben, und wahrscheinlich eigentlich ein gutes Spiel ist, definitiv nicht so miserabel alterte, wie ich es erwartet hätte, und mehr Laune macht als beispielsweise ein Twilight Princess, schon alleine weil man es zügig durchgespielt haben kann, bevor jenes überhaupt in Erwägung zieht, einen mal selbst spielen zu lassen. Aber dennoch von einem ganz persönlichen Blickwinkel aus war ich mal wieder von einem Zelda auch nicht so begeistert, wie es der Rest der Menschheit ist.

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4 Kommentare

  1. Es ist ulkig zu beobachten, wie der Zelda-Fanboy in mir lauthals protestieren möchte. Welch Frevel, HA HA HA!

    Antwort
    • Hehe, ich weiß wie es dir geht. Auf einem logischen Level versteh ich voll und ganz, dass nicht jeder den gleichen Geschmack haben kann, aber dennoch ist meine spontane Kopfreaktion bei schlechter Kritik zu einigen Spielen ein unkontrolliertes „hnnnnngggg!! (ノಥ益ಥ)ノ ┻━┻“

      Antwort
  2. Ich mag das erste Zelda wirklich sehr, sehr gern, und hab es auch lieber gespielt als alle anderen. Mir hat besonders gefallen, dass man hinter jedem Strauch und vor jedem Stein irgend etwas geheimes finden konnte. Gefunden hat man’s dann eh nur mit Spieleberater, aber der Gedanke zählt. Feines Spiel, Vorläufer zu den Open World Games? Jepp. Spiel das zweite doch auch, ist auch launiger als jeder andere einem das weismachen will

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