GameBoy Obscurities: X

ava-1966Das GameBoy-Spiel mit dem schlichten Namen X, aber auch gern Ekkusu genannt, weil Romaji cooler sind, ist trotz fehlender Bekanntheit quasi ein Meilenstein der Videospielgeschichte, oder zumindest einer auf dem Weg dorthin. Die relative Unbekanntheit im Westen sei mal dem verschuldet das es Japan nie verließ, wobei eine Inklusion der Musik in Smash Bros. seinem Bekanntheitsgrad etwas gefördert hatte, aber auch in Japan kann es kein Mega-Hit gewesen sein, es gab seither nur ein Sequel und das nur auf DSi-Ware.

Aber weswegen ist X denn jetzt überhaupt so besonders? Weil es die erste Zusammenarbeit von Nintendo und Argonaut Software ist, die basierend auf diesem Spiel den FX-Chip fürs Super Nintendo entwickelten. Und deren erstes Projekt mit dem neuen Chip? Star Fox.

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Ursprünglich war X übrigens als ein Sequel zu Argonauts Arace-Spiel Starglider geplant, welches bereits 1986 einen Wireframe-3D-Shmup aufbot. Und quasi als Wegstein zwischen Starglider und Star Fox sollte es dementsprechend nicht sonderlich überraschen, dass X doch tatsächlich ebenfalls ein 3D-Shmup mit Wireframe-Grafik ist. Und das 1992 auf dem monochromen GameBoy! Wer hätte gedacht das der graue Klotz zu sowas überhaupt fähig ist.

Das Spiel an sich hat auch eine Handlung, derer zu lesen man entweder dem Japanisch mächtig sein muss, oder alternativ kleine Google-Skills zum Auffinden einer Übersetzung beherrschen sollte. Jedenfalls will die Menschheit einen neuen Planeten besiedeln, allerdings greifen sie dort böse Aliens an, die das vereiteln wollen. Ich persönlich würde ja davon ausgehen, dass wir dort belogen werden, und diese „bösen“ und „feindlichen“ Aliens vielleicht einfach die rechtmäßigen Einwohner des neuen Planetens sind, und die menschlichen Kolonien dementsprechend zu Recht von der Übernahme ihres Lebensraum zu stoppen gedenken.

Aber egal, in 10 Missionen sagt uns ein VR-Kopf des Commanders also, was wir zu erledigen haben – entsprechend wieder sehr Wortreich, also am Besten wieder Google-Fu oder Moonspeak-Kenntnisse auf der Platte haben. So erfahren wir dann auch, dass wir in der einen Missionen die 5 Kokons der Aliens zerbomben müssen, bevor die Schmetterlinge schlüpfen und unsere Basen zerstören. Oder in einer anderen Mission die drei auf unser Hauptquartier gerichteten Raketen abgeschossen gehören. Und in der schwersten Mission einfach ein Konvoi aus vier Trucks bei ihrem automatischen Weg zum Stützpunkt vor Alienangriffen geschützt gehören, wobei eigene Treffer oder das Rammen jener durch den eigenen Charakter auch Schaden verursacht und nicht einer der vier LKWs den Geist aufgeben darf, damit die Mission erfolgreich ist.

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Abwechslung ist in dem überschaubar kurzen Spiel also auf jeden Fall geboten. Durchaus auch im eigenen Arsenal. Das von uns gesteuerte Vehikel ist ein Panzer der mit Lasern um sich schießt, wobei allerdings an den vier Stützpunkten 4 Upgrades warten, wie die Bomben oder Zielsuchraketen beispielsweise. Dazu kommt noch, dass mit dem Jetpack-Upgrade oder alternativ schneller Fahrt über die Rampen des Stages in den Flugmodus wechseln und nun fliegende Feinde abgeschossen werden können. Zumindest so lange der Tank reicht, der sich beim Fliegen sowie bei Fahrt auf Turbo beständig verringert.

Ich muss ehrlich sagen das X tatsächlich hauptsächlich heraussticht, weil es ein 3D-Shmup in Wireframe-Optik auf dem GameBoy ist, aber wenig mehr. Die Steuerung im Spiel ist leider nicht immer optimal, gerade im Flug extrem ungelenk, das Ding ist kurz, häufig sieht man eh erst auf den dritten Blick was das Wireframe-Konstrukt vor einem darstellen soll (im Gegensatz zu Red Alarm sieht man aber wenigstens nicht durch die Level durch, es wird also nie ein Linienchaos), und häufig gibt es auch einfach enormen Slowdown, weil der GameBoy dann doch nicht ganz stark genug ist, um das hier zu handeln. Es ist halt ein besonderes und cooles kleines Spiel, und eine interessante Erfahrung, aber nicht wirklich ein Reißer.

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