GameBoy Obscurities: Legend of the River King 2

ava-1960Dass sich Virtual Fishing gar nicht so ungleich zu Legend of the River King spielt, mag gar nicht mal so seltsam sein. Denn auch wenn es von Locomotive programmiert wurde, so war doch der Publisher Pak-in-Video, die später von Victor und jene dann noch später von Marvelous geschluckt werden sollten. Sprich das sind tatsächlich diejenigen, die die Nushi Tsuri Franchise, zu denen Legend of the River King gehört, herausbrachten.

Der zweite GameBoy-Teil, der in Japan eigentlich bereits den vierten Eintrag darstellt, ist dabei eigentlich eine Mischung der beiden Schwestern Kawa no Nushi Tsuri und Umi no Nushi TsuriRiver Master Fishing (a.k.a Legend of the River King) und Sea Master Fishing. Wie man sich das bereits denken kann, ist nämlich der einzige wirkliche Unterschied derjenige, dass man in den einen Spielen hauptsächlich in Binnengewässern fischt, im anderen hingegen auf offener See.

Die Handlung dreht sich diesmal nämlich nicht darum, dass der Protagonis den legendären Fisch fangen will, einfach um sich zu beweisen, oder weil dessen Verspeisen ein krankes Familienmitglied rettet. Nein, ein göttlicher Orb ist der kleinen Yuki in zwei Teile zerbrochen, die dann vom Flußgott und Berggott gestohlen wurden, die sich in die entsprechenden legendären Königsfische verwandelt haben. Man muss also sowohl den River King aus einem See in den Bergen, sowie den Sea King aus den tiefen des Meeres fangen, um das Ding wieder zu komplettieren. Wer ganz fleißig ist und alle 100+ Fischarten des Spieles fängt, darf im Post-Game sogar noch den King of Kings fangen, womit das Spiel also gleich drei Königsfische aufbietet, statt nur einen.

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Legend of the River King 2 splittet sich dabei auf zwei wählbare Protagonisten: Der Junge startet in den Bergen und bekommt von Yuki den Auftrag den River King zu fangen, der Teenager startet am Strand und soll den Sea King an Land ziehen. Zu wirklich wesentlich unterschiedlichen Quests führt diese Wahl jedoch nicht, egal mit wem begonnen wird, anschließend muss man dann doch auch auf die anderen Maps gehen und den zweiten King fangen. Die Aufgabe des Teens ist nur scheinbar zu Beginn ein klein wenig anspruchsvoller, dafür startet er aber auch auf Level 8, während der Junge auf Level 1 los legt.

Denn wie gewohnt mixt Legend of the River King 2 natürlich ordentlich RPG ins Fischen. Man wandert von Map zu Map, wo immer eine kleine Enklave an NPCs zu finden ist, denen geholfen werden muss, damit der Weg zum Königsfisch fortgesetzt werden kann. Und zwischenzeitlich springen einem auch immer wieder wilde Tiere wie Katzen, Vögel, Spinnen, oder Schlangen in den Weg, die einem die Fische klauen oder einfach allgemein schaden wollen. Jene Kämpfe sind trotz des Fehlens von Equip erstaunlich gut ausgearbeitet. Denn wenn Angriff gewählt wird, bewegt sich ein Cursor übers Bild, und ob man daneben schlägt, trifft, oder sogar kritischen Schaden verursacht, liegt daran, ob man A drückt wenn der Cursor auf dem Sprite ist (und auf welchem Teil des Tieres, der Schwachpunkt der Schlangen ist beispielsweise der Kopf) oder nicht. Auch macht man weniger und weniger Schaden, wenn einem die HP zur Neige gehen, weil die sozusagen als Stärke-Wert doppeln.

Das ist überraschend viel Ausarbeitung für Kämpfe, die nur sporadisch stattfinden, total aufgesetzt wirken, und wie immer nicht wirklich das Spiel bereichern, sondern besser hätten rausgelassen werden sollen. Deswegen empfehle ich es eigentlich auch als Teen zu spielen, denn da der mit einem Levelvorsprung anfing, musste ich im Gegensatz zum ersten River King nie grinden, um zu Beginn überhaupt vom Start weg zu kommen. Grinden ehrlich gesagt allgemein nicht, denn da ich mich daran erinnerte, wie gut das Fliegenfischen ist, hab ich auch schnell das Geld in die richtigen Köder investiert – Angeln gibt es übers Questen genug umsonst (die Starter-Ausrüstung ist tatsächlich Müll) – und musste somit hier auch nicht ständig nachkaufen.

Denn tatsächlich spielt sich Legend of the River King wesentlich angenehmer, wenn man eben sich keine großen Gedanken um die Gegner oder die Ausrüstung machen muss, sondern einfach so den NPCs in der Welt helfen und die verschiedenen Fische einfangen kann. Das macht einem Legend of the River King 2 auch einfacher so zu spielen, denn wie gesagt gibt es den Teen auf Level 8, Ausrüstung durchs Questen für umsonst, und allgemein scheint es etwas einfacher geworden zu sein den Leuten zu helfen und Geld zu verdienen.

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Das liegt auch daran, dass (fast) niemand mehr nur eine spezifische Gattung in der seltensten Größe haben will, sondern die verlangten Fische immer recht gut zu angeln sind. Außerdem lässt einen Legend of the River King 2 diverse Blumen und Insekten sammeln, sowie nach Meeresfrüchten tauchen, die relativ einfach zu holen sind (abgesehen der Tatsache, dass Insekten nachts und bei Regen nicht raus kommen), was zu noch einfacheren Quest-Erfüllungen führt.

Dafür sind die Fischkämpfe etwas schwerer? Wirklich mehr Skill brauchen sie eigentlich nicht, man wirft immer noch die Angel aus, bewegt sie auf den Fischschatten, und wenn der Köder stimmt beißen sie an, woraufhin es in die Unterwasseransicht geht, bei der man Leine gibt, wenn sie kämpfen, und einholt, wenn sie eine Pause einlegen. Alles sehr simpel und sobald man den Dreh raus hat erfordert es wie gesagt auch wenig Können. Doch diesmal schien es mir so, dass die großen Fische wesentlich häufig gegensteuern, als im Vorgänger, und man deswegen bei denen einfach wesentlich häufiger das Pech haben kann, nicht genug Einholchancen zu bekommen, bevor die Leine reißt. Das macht das Fischen wenn überhaupt schwerer, denn eigentlich nur langwieriger, schwerer aus den falschen Gründen. Glücklicherweise bleiben diese Ausdauerkämpfe selten. Und so hört man den rockenden BGM-Track, der währenddessen läuft, mehr.

Insgesamt würde ich Legend of the River King 2 auf jeden Fall einen echte Verbesserung gegenüber seines Vorgängers nennen. Es sieht besser aus, und auch wenn es nicht alle Nervfaktoren beseitigt, so dämmt es viele davon doch ein. Und allgemein bietet es einfach mehr von Allem. Mehr Maps, mehr NPCs in Not, viel mehr Fische, und die Möglichkeiten nebenher noch andere Flora und Fauna zu fangen. Es ist tatsächlich so, dass ich diesmal genug unterhalten war, um das Fischkompendium zu füllen und den King of Kings zu fangen. Wobei ich das Spiel dafür allerdings auch wie ein Pokemon gespielt habe: Einen FAQ an der Seite, der mir sagt, wo welche Fischsorte mit welchem Köder zu fangen ist.

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