VirtualBoy Ventures: Innsmouth no Yakata

ava-1957Innsmouth no Yakata, oder auch Insmouse no Yaktata für diejenige, die Rōmaji für truer halten als das Wort, was damit gemeint ist, ist ein Spiel, welches wohl auf einem japanischen Lovecraft-TV-Horror-Film basiert. Ein zweites Sweet Home bekommen wir hier allerdings nicht gerade geboten, sondern einen First Person Shooter!

Es muss ja schon etwas seltsam gewesen sein, den VirtualBoy an sich reell zu spielen. Das Ding ist eher kein wirklicher Handheld, da nicht im geringsten portabel, sondern mehr eine Standalone, also vom TV unabhängige, Konsole. Das Teil musste auf ein Stativ gestellt werden, hatte einen Controler, und man saß dann steif vor dem Ding, um ja auch den 3D-Effekt zu haben, während man sich langsam den Rücken und Hals, ganz zu schweigen von den Augen, verdarb. Die Augen so komplett mit den Scheuklappen des Dings abgeschottet zu haben, sowie auf einen schwarzen und dunkelroten Screen zu schauen, muss schon ganz schön depressiv gemacht haben.

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Zu Gute kam es zumindest Innsmouth no Yakata sicherlich, denn die Dunkelheit und unkomfortable Bedienung müssen sehr atmosphärische gewesen für das Horror-Spiel. Der Name übersetzt bedeutet wohl Innsmouth Mansion, was schon recht gut das Spiel komplett umschreibt, denn ohne jeglichen einläutenden Text öffnen sich die Türen eines Anwesens, und schon steht man in Egoperspektive in den Gängen des Gebäudes. Das wird man auch das komplette Spiel über nicht verlassen, Außenansichten gibt es erst wieder im ebenfalls Text-losen Ende.

Das Ziel des Spieles ist es nun sich durch die dutzend Level zu bewegen, wobei das Spiel insgesamt eigentlich über 40 davon bietet. Ähnlich wie Darius gibt es nämlich aus jedem davon zwei Wege in alternative weitere, von Level A geht es also in B oder C, von B in D oder E, während es von C in F oder G geht, usw. usf. bis man in einem der vier möglichen Enden kulminiert. Das obere mögliche Level ist eigentlich immer erreicht, wenn der Timer noch über die Hälfte der verbliebenen Zeit anzeigt, das schlechtere untere, wenn eben nicht.

In den Gängen, die übrigens im ganzen Spiel komplett gleich aussehen, finden sich natürlich Gegenstände. Wirklich wichtig ist nur der Schlüssel, der die Türe zum nächsten öffnet. Jedoch hält Innsmouth wahlweise noch zwei Orbs parat, die helfend die Karte bzw. darauf die anderen Items anzeigen, sowie Herzen fürs Regnenieren eines Lebenspunktes, und Munition zum Schießen. Denn auch Monster bewegen sich in Echtzeit durch die Gänge der Villa und wollen einem mit ihren Klauen gern mal ein neues Gesicht schneidern. Hier kommen nun wieder die zwei Steuerkreuze des VB-Controllers zum Einsatz: Eines bewegt den Charakter durchs Gängelabyrinth, während das andere den Cursor der Knarre auf dem Bildschirm verschiebt.

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Für wen das jetzt klingt, als würde sich das eher schlecht denn recht spielen, der liegt nicht falsch. Es ist nicht immer einfach die hin und her springenden Gegner zu treffen, und wenn man dazu eben die beiden Faktoren der limitierten Munition und maximal fünf einsteckbaren Treffer in Betracht zieht, ist es meist besser, wenn man lieber einen Weg um sie herum sucht. Bei den verwirrend immer gleichen Gängen verläuft es sich natürlich auch mal schnell, weswegen ein Game Over wegen des Timers auch nicht ungewohnt ist. Nur kann man allerdings immer argumentieren, dass eine suboptimale Steuerung, verwirrende Layouts und der schnelle Tod einem (Survival) Horror natürlich eher zu Gute kommen.

Und Innsmouth wird dann wegen zwei Faktoren auch wirklich nie absolut nervig. Zuvorderst sind die Level doch hauptsächlich nicht zu groß und es gibt ein Passwort nach jedem, also selbst nach dem Tod lässt sich immer direkt dort wieder einsteigen. Zudem ist deren Layout zwar vorgegeben, sowie wie viele Gegenstände und Monster in ihnen sind, deren Platzierung ist allerdings scheinbar randomisiert, irgendwann kann man also schlicht und einfach auch das Glück haben, auf direktem Wege zwischen Start und Ziel den Schlüssel und kaum Gegner aufzufinden.

Ich muss eingestehend, dass ich Innsmouth no Yakata eigentlich ganz cool finde. Ein gutes Spiel ist es genau genommen nicht, dafür fehlt Abwechslung und Ziel, aber das klaustrophobisch-kleine Teil ist eben doch ein recht faszinierendes, und solange man kein Geld für ausgeben musste… joa, lässt sich mal des Kuriosum wegen ausprobieren.

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