Rare Exports: A Christmas Tale

ava-1949Auch bei Rare Exports handelt es sich um einen weihnachtlichen Horrorfilm aus dem europäischen Ausland, diesmal war Finnland der Übeltäter. Und auch dies hier ist ein „was wäre wenn… der Weihnachtsmann ganz fies wäre“.

Denn an der finnisch-russischen Grenze hat ein Unternehmer einen Haufen Kerle angeheuert, um ein altertümliches Grab im Berg freizulegen: Das des Weihnachtsmannes. Weil der war ursprünglich ja mal ein Monster, welches die Kids bestraft hat, die nicht artig sind. Und welches Kind ist schon das ganze Jahr über wirklich durchgängig artig? Gar keines natürlich.

Jedenfalls gibt es auch einen Haufen Finnen auf der anderen Seite des Zaunes, deren Ertrag darin liegt, Rentiere zu herden und schlachten. Und plötzlich liegen alle Tiere tot am Fuße des Berges. Und dann verschwinden alle ihre Kinder abgesehen vom nervigsten. Einen verwilderten Greis mit Rauschebart, der um sich beißt und nur dann animiert, wenn Nerv-Kind in der Nähe ist, bekommen sie ebenfalls gefangen. Doch dann geht der Film in eine etwas andere Richtung, als man nach dem Suspense-Build-up gedacht hätte.

Rare Exports ist ein ganz cooler und definitiv unterhaltsamer Film, aber ein etwas unebener. Die erste Stunde mit dem langsam aufbauenden Mysterium um den Weihnachtsmann und den Gefangenen sind echt gut aufgezogen. Ein Fehler war definitiv, dass das Nerv-Kind letztendlich der Fokus des Filmes ist, statt das die Erwachsenen zentraler sind. Das gibt dem Film stellenweise fast den Beat eines Action-Filmes für Kinder.

Und dann, wenn nach der ersten Stunde die Sache aufgelöst wird, dann passt das irgendwie nicht mehr so ganz. Die Sache ist die, Rare Exports war zunächst ein Kurzfilm im Internet, der zwecks guter Resonanz in den Abendfüller gewandelt wurde. Und nach einer vollen Stunde des Aufbaus geht der Film urplötzlich wie gehetzt direkt in einen Klimax über, der weder so richtig passen will, und mit knapp 10 Minuten auch zu plötzlich, kurz und holprig daher kommt. Tatsächlich so, als wäre dieses Finale der Kurzfilm gewesen, und man habe einfach eine Stunde Suspens davor gehängt, um den Film zu strecken. Denn jene 10 Minuten auf sich alleinstehend sind eigentlich eine ganz clevere und schwarzhumorige Punchline auf die Verkommerzialisierung von Weihnachten. Nur passt es halt nicht ans Ende eines Filmes, der vorher eine Stunde lang Lost-Mystery war.

Aber auf sich alleinstehend sind beide Teile des Filmes doch ziemlich gut, wenn sie besser zusammenpassen würden, wäre Rare Exports definitiv ein hochgepriesener Geheimtipp für die Festtage, so enttäuscht das Ende halt etwas, aber das macht die Reise dorthin ja nicht schlechter. Eben ganz wie damals bei Lost.

rareexports

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