Caravan Heart

ava-1944Dragon Quest Monsters: Caravan Heart ist der dritte Eintrag in die DQM-Spinoff-Serie, allerdings natürlich das vierte Spiel, da DQM2 ja aus zwei verschiedenen Versionen bestand. In Japan 2003, ein Jahr vor Dragon Quest VIII, aufgeschlagen, und nirgendwo sonst, weil die Franchise damals nicht sonderlich verkaufsträchtig war im Westen. Aber immerhin Fantranslated, vor Ewigkeiten in Internet-Zeitrechnung sogar, nämlich in 2008.

Für mich sind die Monsters-Games ja sowieso immer etwas Hit and Miss gewesen. Ich bin kein wirklicher Freund vom ersten Monsters oder erstem Joker, fand aber Monsters 2 und Joker 2 ziemlich cool. Wo reiht sich da Caravan Heart ein? Bei den beiden Erstlingen, mir war es nämlich nicht gefällig. Schade das es nie ein Caravan Heart 2 gab, vielleicht wäre das von mir wieder als gut befunden worden.

Das Spiel ist eine Nebenstory zum damals aktuellen Dragon Quest VII, denn ähnlich wie Terry aus VI der Hauptcharakter des ersten Spieles war, so übernehmen wir hier die Kontrolle über VIIs Kiefer, der über einen Wandschrank statt nach Narnia in die Welt von Dragon Quest II gelangt. Dort wird er Karawanenleiter auf der Suche nach dem Wunscherfüllung versprechenden Meister der Illusionen, der sicher überhaupt gar nicht der Fiesling des Spieles sein wird.

Caravan Heart ist ein interessantes Spiel, denn es ist eine ziemlich große Abkehr vom Gameplay der ersten beiden Monsters, genau wie sehr unterschiedlich zu den danach kommenden Jokers. Dragon Quest Monsters war schon immer etwas näher an traditionellen RPGs gegenüber der Inspirationsquelle Pokemon, und nirgendwo ist das deutlicher denn hier, wobei so ganz wie ein Hauptserien Dragon Quest mit Monstern spielt es sich dennoch nicht. Es ist schon ein ziemlich eigenes kleines Entlein, wenn auch ein hässliches das nie zum Schwan wird.

Monster fangen beispielsweise ist gleich mal gar nicht. Im Spiel gibt es drei Monster, die sich Story-bedingt anschließen, und von nun an die Wachmonster der drei Karawanenwagen sind. Entnommen aus DQVII findet man immer mal wieder komplett zufällig, wenn man gegnerische Monster getötet hat, irgendwo zwischen den zermatschten Überresten noch ein intaktes Herz. Wenn man nun eines der Wachmonster zwei Herzen ihrer Gegner fressen lässt, übertragen sich deren Fähigkeiten auf sie und sie verwandeln sich in (hoffentlich) stärkere Monster. Irgendwie finde ich das schon alleine etwas schade, sozusagen den Monstersammel-Aspekt dieser RPG-Abart komplett zu ignorieren.

Übrigens bringen die Karawanenwagen noch mehr Besonderheiten mit sich. Beispielsweise kann man diverse NPCs dazu einladen mit einem zu reisen, und sie dann als Unterstützung in die Wagen laden. Um etwas zusätzlich Schaden anzurichten, zu heilen, oder anderweitig zu unterstützen – den Hauptteil der Kämpfe erledigen allerdings weiterhin die Monster. Auch verbraucht die Reise in der Karawane Nahrung, die Exploration wird also darauf beschränkt, wie viele Rationen man eingesteckt hat.

Was sich das Spiel übrigens nicht von VII abschaut, ist dessen unverschämt-unendliche Länge. Genau genommen gibt es auf der Karawanenreise gar nicht mal so viele Stationen und so viel zu tun, das Abenteuer kommt einem schon fast zu kurz vor. Die Spielzeit hingegen nicht, ich hab dennoch mit 25 Stunden so ziemlich die normale RPG-Durchschnittszeit mit dem Spiel verbracht. Weil das Ding sich nämlich die Grindyness von VII abschaut. Level ups im Spiel scheinen häufig ewig zu brauchen, und wann immer die Monster fürs aktuelle Gebiet zu schwach werden, muss man sie ja Reformieren und mit der Neuzucht von vorn bei Level 1 beginnen, plus vorher fragt man sich natürlich, ob man nicht doch noch ein paar Level in das obsolet gewordene stecken sollte, damit die nächste Inkarnation mit ein paar höheren Stats startet oder doch noch ein Skill erlernt werden kann.

Genau genommen fand ich Dragon Quest Monsters: Caravan Heart nämlich kolossal langweilig. Die Reise ist nicht sonderlich interessant (der Charme der Hauptserie geht dem Spinoff komplett ab). Das Spielsystem macht nicht wirklich Freude. Und das Leveln bremst das Ding total aus, ohne wäre man sicherlich in der halben Zeit durch. Meh.

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