Jurassic Park: Part Un

ava-1935Oh yeah, Jurassic Park. Der Film der 90er. Basierend auf einem Crichton-Roman, Spielberg sich bereits die Filmrechte sichernd, bevor jener überhaupt publiziert war, und bekommend nicht nur der Film mit dem besten Einspielergebnis weltweit für sein Release-Jahr, sondern auch aller Zeiten, bis Titanic ihm die fünf Jahre später wieder abnahm. Bis Heute bringt ihn das Einspielergebnis knapp in die Top 20.

Was los ist, wissen wir alle, oder? Reicher Kerl, der innerlich ein Kind geblieben ist, lässt Dinos klonen, um auf einer Insel seinen Jurassic Park zu eröffnen. Zur Probe werden ein paar Forscher, ein Anwalt, sowie seine zwei Enkel eingeladen, um die erste Jungfernfahrt hindurch zu machen. Natürlich geht was schief, und die zweite Hälfte des Filmes wird damit verbracht vor den entlaufenen Urzeitmonstern zu fliehen.

Was ich beim erneuten Sichten nach all der Zeit erst so richtig wahrgenommen habe ist, dass Jurassic Park eigentlich fast als Horrorfilm für die ganze Familie durchgehen kann. So brutal wie das Buch ist er natürlich nicht, aber die vielen plötzlichen Angriffe vom T-Rex und den Velociraptoren treiben einem schon ordentlich Adrenalin. Und die vielen ikonischen Szenen des Dingens. Das erste Anschwellen des Haupt-Themas beim Anflug auf die Insel. Das erste Sehen der Dinosaurier. Der T-Rex im Regen. Die Raptoren in der Küche. Der spuckende Saurier. Was vor allem auch auffällt ist, wie gut sich die Effekte gehalten haben. Jurassic Park ist ein Vorreiter was den weiten Einsatz von CG angeht. Der Film ist allerdings schlau genug, beziehungsweise vielleicht auch einfach durch die technischen Möglichkeiten bedingt, die Dinos nur aus dem Computer zu nehmen, wenn sie weiter weg sind. Wenn Menschen mit ihnen agieren, aber auch bei fast allen anderen Szenen wenn sie der Kamera richtig nahe kommen, sind es Animatronics.

Jedenfalls ists immer noch ein echt feiner Action/Thriller Streifen das erste Jurassic Park. Mit vielen coolen Szenen, ordentlich Dino-Action, aber eben auch mit einem guten Aufbau und sympathischen Charakteren, denen wir folgen. Allgemein ist hier keiner ein Fiesling, zumindest keiner der Charaktere, die längere Screentime bekommen, was sicherlich ganz nett ist. Sowohl der Verräter wie der Anwalt sind schnell aus dem Spiel, und das größte Verbrechen der anderen ist höchstens das sie etwas zu naiv waren.

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Es ist interessant zu wissen, dass Steven Spielberg immer meinte, Sequels wären billig. Das ist wohl mehr sein Hauptgrund, warum er kein weiteres Jaws machte, trotz dessen enormen Erfolgs, nachdem ihn der Dreh fast in den Wahnsinn trieb. Denn bekanntlich macht Spielberg durchaus hin und wieder mal ein Sequel selbst. So auch für Jurassic Park, bei dem er Crichton erst noch nach dem enormen Filmerfolg antrieb, überhaupt ein Buch zu schreiben, welches er verfilmen konnte.

Geboren ist The Lost World: Jurassic Park, vier Jahre nach dem Hitvorgänger in die Kinos kommend, und sich zwar insgesamt nicht besser als sein Vorgänger verkaufend, aber wegen des Hypes hielt er mehrere Jahre den Rekord was den Erfolg am Eröffnungstag sowie -woche anging.

Es gibt also eine zweite Insel, nämlich diejenige, auf der die Dinos gezüchtet wurden, auf die sowohl ein Forschungsteam geschickt wird, damit die von ihnen gelieferten Ergebnisse es zum Naturschutzgebiet erklären lassen können, aber auch ein Jagdteam eines Zoos, die Dinos ans Festland verschiffen wollen, um sie dort auszustellen, was ja viel einfacher ist, als die Besucher auf eine entlegene Insel zu fliegen.

Geht was schief? Aber natürlich so mehr oder weniger ziemlich sofort, nach der obligatorischen „in Ehrfurcht der ersten Dino-Begenung gegenüber“-Szene. The Lost World bietet sowohl mehr verschiedene Dinos, als auch mehr Reibungen mit ihnen, und auch die frühere Action der ersten beiden Filme. Ist auch allgemein düsterer (spielt sowieso fast nur in der Nacht) und brutaler, denn obwohl das Fressen an sich immer noch hinter strategisch platzierten Objekten stattfindet, sterben hier mehr Leute und man hört davon auch mehr.

Dennoch sackt er gegenüber des Originals ab. Steven Spielberg weiß, wie man einen Film macht, von daher ist auch der hier durchaus solide gemacht und durchaus nicht langweilig. Aber so ganz den Charme und die Magie des Vorgängers ließ sich kein zweites Mal einfangen. Die Charaktere sind weniger sympathisch beispielsweise, allgemein fehlen fast vollständig die kleineren Momente mit ihnen, sie sind mehr vom Plot vorangetriebene Marionetten hier. Die Truppe an Jägern ist quasi komplett Gesichtslos. Goldblum in seiner ganzen Goldblumigkeit ist jetzt auch nicht mein favorisierter Hauptcharakter, der erste Film war schon ganz schlau darin, ihm immer jemanden zur Seite zu stellen und teilweise gar nicht im Film zu haben, statt wie hier den Lead spielen zu lassen. Und die Dinos sehen unechter aus, maßgeblich wirklich in den Szenen, wo sie den Menschen nahe kommen, aber eben keine Animatronics sind, wie beispielsweise bei den Stegosauriern.

Macht The Lost World nicht zu einem totalen Reinfall, aber definitiv zum schwächeren Film, den man sich anschauen kann, aber nicht muss.

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