GameBoy Obscurities: Alien 3

ava-1899Alien 3 würde sich ganz gut als Survival Horror machen. Wir haben eine düster-klaustrophobische Lokalität, ein stalkendes Alien, und einen überschaubaren Cast an Charakteren. Die meisten Spiele gehen natürlich dennoch eine Action-orientiertere Richtung ein, so auch Alien 3 für den GameBoy.

Die Starthandlung ist gleich: Ripley macht eine Crashlandung auf einem Gefängnisplaneten, überlebt sie als Einzige, und ist nun in jenem Komplex untergebracht. Da hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf, denn das Gefängnis im hiesigen Spiel ist wesentlich dichter bevölkert, nicht nur was herum streunende NPCs angeht, sondern auch in Sachen Aliens. Ziel des Spieles ist auch das Entkommen der Planetens, nachdem man das Raumschiff wieder in Schuss gebracht hat, nicht die Selbstaufopferung.

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Es gibt Waffen, und es sind halt winzige GB-Sprites aus der Vogelperspektive, aber vom Aufbau her ist Alien 3 einem sagen wir mal Resident Evil nicht unähnlich. Es wird sich durch die 4 via Luftschächte verbundene Ebenen des Gebäudes gerätselt, via aufnehmen von Schlüsselkarten gehen neue Bereiche auf, und die herumlaufenden Aliens sind doch so stark, dass es trotz des Aufsammelns von Waffen und Munition zunächst eigentlich einfacher ist, ihnen aus dem Weg zu gehen zu versuchen. Erst wenn die stärkste Waffe des Spieles aufgelesen ist, ist eine Auseinandersetzung mit der Plage wirklich ratsam, und leider auch unumgänglich.

Denn um das Spielziel erreichen zu müssen, müssen dann doch alle Aliens besiegt werden. Was etwas schade ist, denn wie gesagt ist das mehr Survival-Horror-artige Puzzeln durchs Gelände und Abwägen, ob eine direkte Auseinandersetzung bei der unterpowerten Ripley wirklich einzugehen wert ist, besser gefällig, als dann plötzlich mit der starken Knarre alles über den Haufen schießen zu müssen. Die paar Alien-Eier in ihren Nestern ausfindig zu machen, und mit dem Flammenwerfer zu zerstören ist da noch eine Sache, aber dann die oberen drei Ebenen von 60 Face Huggern, 50 Dronen und 40 Soldaten zu befreien, dass wird schon irgendwo geradezu langweilig. Zumal die Aliens wie gesagt ziemlich schnell die Lebensleiste verringern können und im kleinen GB-Bildschirm schnell versehentlich in sie gerannt werden kann, weswegen man sich auch nicht spannender am Besten in einer relativ sicheren Zone positioniert, und von dort aus die eintrudelnden Viecher über den Haufen schießt.

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Sind alle normalen Aliens besiegt und keine Eier mehr da, um sie respawnen zu können, erst dann taucht die Königin auf der untersten Ebene auf, kann dort nur mit Köpfchen statt Munition zu Fall gebracht werden, und Ripley darf den Planeten wieder verlassen. Mit Endstatistik, die Punkte danach verteilt, wie viele NPCs es überlebt haben, wie viele Aliens besiegt wurden, ob man die Königin unschädlich gemacht hat, und ob Ripley entkommen konnte. Die kommt natürlich auch bei einem Game Over, welches auf einem 3-Strike-System basiert.

Eigentlich ist Alien 3 schon ein recht cooles kleines Horror-Action-Spielchen für den GameBoy, wobei ich es wie gesagt ganz schön gefunden hätte, wenn man eben mehr auf Horror denn Action gesetzt hätte, in dem die Waffen eben das ganze Spiel über weniger Power gehabt hätten, und nicht jedes Alien besiegt werde hätte müssen. Stattdessen einfach so sich aus dem Komplex puzzeln zu müssen – Extrapunkte wenn man die Königin besiegt, die ruhig schon hätte spawnen können, wenn alle Eier erledigt sind. So macht es ein wenig den Eindruck, als hätte jemand befürchtet das ursprüngliche Spiel würde zu kurz (es ist so oder so in einer halben Stunde spielbar) und habe nicht genug packende Action, also so schnell auf die Schlussstrecke noch das Ausräuchern des Gefängnisses hineingeworfen.

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Ein Kommentar

  1. Das sieht ja total urig aus :)

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