7th Dragon: Etrian Odyssey and Dragon Quest had a baby

ava-18957th Dragon von Sega und Image Epoch wird gern Etrian-Odyssey-Klon genannt. Das kommt sicherlich nicht von irgendwo, gibt ja genug Spiele auf DS und PSP, die auf den überraschenden Erfolg von Atlus Franchise aufspringen wollten, und Screenshots von Charaktererstellung und Kämpfen schauen doch sehr identisch. Nicht zuletzt hatte man sich als Director auch noch Kazuya Niinou ins Boot geholt, von dem eben auch das erste Etiran Odyssey stammt, als Composer hält Altmeister Yuzo Koshiro her, der dies auch bei den Etrian Odysseys ist, und das Charakterdesign von mota könnte genauso gut in EO sein, ohne das es bemerkt werden würde. Nur das es eben von Image Epoch stammt könnte etwas stutzig machen, haben die nicht gerade Perlen wie das mäßig angekommene Sands of Destruction, Arc Rise Fantasia und das als eines der schlechtesten jRPGs der letzten Dekade verschriene Time & Eternity auf die Menschheit losgelassen.

Viele Dinge sind tatsächlich auch wie in Etrian Odyssey. Die Heldengruppe ist beispielsweise eine gänzlich stille und wird um einen Charakter auf ein 4er-Team verringert auch aus bekannten Charakterklassen erstellt: Fighter und Samurai als Damage Dealer, Knight als Tank, Rogue als möglicher Distanzangreifer, Mage als magischer Angreifer, Healer als Heiler und die Princess als Support. Die 666 Drachen, die nach dem Prolog die Welt unsicher machen, sind neben einigen Bossgegnern ziemlich identisch mit den FOEs, patrouillieren doch auch sie sichtbar die Dungeons als stärkere Gegner, die sich jederzeit in die bestehenden Kämpfe einklinken können. Der Schwierigkeitsgrad ist gehoben, Erkundung und Charakterentwicklung klar im Vordergrund stehend, die Kämpfe in Egoperspektive stattfindend.

Abgesehen davon gibt es dann doch starke Unterschiede von Etrian Odyssey, und zwar nicht nur dass das Spiel mit seinen Cut-ins der Charaktere in den Kämpfen und detaillierten Hintergründen wesentlich flashier ist. Die Struktur ist nämlich gar nicht Dungeon Crawler, sondern ähnelt eher einem „normalen“ RPG mit Gruppen aus stummen Charakterklassen a la Final Fantasy (das erste) oder Dragon Quest III (ohne Klassenwechsel). 7th Dragon bietet eine ganze Welt, statt nur ein Dungeon und eine Stadt. Ortschaften und Oberwelt sind richtig ausgearbeitet statt Menüs. Auch die diversen Dungeons in Vogelperspektive zu betrachten. Die durchaus auch stärker ausgearbeitete Handlung wird in verschiedene Missionen unterteilt, und die NPCs geben einem überall Nebenaufgaben zur Erfüllung.

Eine gänzliche Neuerung sind übrigens die „Flower“, in der Fanübersetzung „Bloom“ genannt. Denn mit dem Erscheinen der Drachen wurde die Welt eben von jenen giftigen Blumen überzogen, die sowohl die Dungeons wie die Oberwelt bedecken. Die haben negative Einflüsse. Beispielsweise zerstören sie die Ökonomie der Ortschaften, erst nachdem man sie plattgetreten hat, gehen die Preise wieder runter. Bloom zu zertreten schädigt allerdings die Gruppe, wobei der Safe Walk Skill vom Knight dies glücklicherweise revidieren kann. Außerdem stehen sie in Symbiose mit den Drachen. Während zerstörte Bloom auf der Oberwelt weg bleiben, regenerieren sich die im Dungeon nach Verlassen und Betreten wieder, erst nach dem Besiegen des Bosses verschwinden sie dort gänzlich. So lange, wie die Bloom noch in einem Dungeon existieren, erscheinen ganz wie die FOEs auch die non-Boss-Drachen nach einigen Übernachtungen wieder.

Eigentlich hat mir 7th Dragon schon sehr gut gefallen, allerdings muss man doch ein paar nervige Kinderkrankheiten eines Erstlings in einer Franchise in Kauf nehmen. Eben die ganze Sache mit dem Bloom, die mehr nervt denn sonstwas. Das mehr als umständliche Questsystem: Erst muss mit dem NPC geredet werden, der das Quest gibt, dann in einer Stadt mit Gilde das Quest angenommen werden, dann wieder zum NPC für nähere Infos gegangen, und erst dann kann es erledigt werden. Außerdem wäre es mehr als praktisch, wenn Icons auf dem Hauptbildschirm einem anzeigen würden, ob Skills wie Safe Walk (kein Bloom-Damage) oder Evil Eye (keine Encounter) noch aktiv sind, statt dies jedes Mal im Menü nachschauen zu müssen.

Aber ja, abgesehen davon war es schon sehr gut. Insgesamt ist es allerdings doch tatsächlich mehr Leuten anzuraten, die auf ein hübscheres Etrian Odyssey aus sind, da trotz der anderen Struktur viel sich doch wie jene Franchise anfühlt. Wer aber jenes System gern außerhalb eines Dungeon Crawlers, sondern lieber in Struktur eines sagen wir mal Dragon Quest IIIs sehen will, der wird hier gut bedient. Eben mehr Welt, mehr Handlung, mehr Dungeons werden hier geboten. Deswegen allerdings auf einen etwas gemächlicheren Spielablauf einstellen.

Jedenfalls hätte das hier wirkliche eher rüberkommen können, als so einige andere Spiele von Image Epoch, die der Westen gesehen hat. Aber wie erwähnt, dafür gibt es ja seit einiger Zeit eine Fantranslation. Schade das selbiges vom futuristisch-coolen 7th Dragon 2020 und seinem Sequel nicht gesagt werden kann. Auf das nächsten Monat in Japan erscheinende 7th Dragon III: Code VFD für den 3DS kann man ja immerhin noch offiziell hoffen.

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