Superhero Sunday – Ant-Man

ava-1886Ist schon eine Weile her das ich Superhero Sundays hatte. Das war noch im alten Blog, was nun wirklich schon ewig ist, gerade da man Internet-Jahre bekanntlich wie Hunde-Jahre errechnet, durch die Schnelllebigkeit des WWWs. Und da Superheldenfilme mittlerweile quasi wie am Fließband erscheinen, mit ca. 5 Releases pro Jahr, könnte ich schon alleine aus den angestauten Sequels einen Thementag machen, wenn ich wollte. Aber zunächst ein aktueller Kino-Besuch: Ant-Man.

Die Handlung an sich ist relativ gewöhnlich. Wissenschaftler hat ein Serum entwickelt, was einen zum Super-Soldaten macht – nämlich auf Insektengröße schrumpft aber mit Kampfanzug, der volle Kraft verleiht, womit man fast unentdeckt bleiben kann in einer immer weiter überwachten Welt – und dann Skrupel bekommen und das Ding seiner Firma vorenthalten hat. Mittlerweile ist der fiese Nachwuchsboss allerdings auf bestem Wege dies zu replizieren, weswegen sich Prof. Pym einen Nachfolger Ant-Man sucht, um jenen davon abzuhalten ordentlich Kohle zu machen, in dem er das Super-Soldaten-Geheimnis an die Ex-Nazis von Hydra verkauft.

Jener Auserwählter ist Scott, ein Super-genialer Einbrecher, aber natürlich kein Böser, sondern ein moderner Robin Hood, der von den Reichen stahl, und dafür im Knast saß, nun also keine anderweitigen Jobmöglichkeiten hat, um den Unterhalt für seine süße Tochter zu zahlen.

Und joa, im Prinzip passiert im Groben im Film ungefähr das, was man erwarten würde, was passiert. Im Detail dann wieder nicht ganz, aber die generelle Struktur von Superhelden-Filmen scheint sich ja nicht zu unrecht immer etwas zu ähneln. Wir hatten wie eingangs bereits erwähnt in letzter Zeit nun auch nicht gerade wenige Exemplare davon. Und seit der Jahrtausendwende, als der erste X-Men und Spider Man da wieder Leben einhauchten, sind die auch alle kompetent gemacht und zumindest durchschnittlich unterhaltsam, ein The Last Stand oder Green Lantern hier oder dort zu Regelbestätigung mal ausgenommen. Was mir dabei allerdings häufig geschieht, ist, dass sie eben „nur“ durchschnittlich unterhaltsam sind. Sprich so wirklich schlecht fand ich die 2 Stunden mit ihnen nicht, aber so wirklich total begeistern konnte ich mich auch nicht, wie dies beispielsweise beim ersten Thor oder Captain America der Fall war.

Und gerade hier gefiel mir Ant-Man dann doch sehr, einfach weil er doch frischen Wind hinein brachte. Natürlich sind die Grundpfeiler der Handlung gehabt, natürlich ist die gelackte und coole Optik wie in allen anderen Marvel-Verfilmungen der letzten Zeit, aber was Ant-Man neu auf den Tisch bringt ist, dass die Schoße einfach etwas blöde und der Film sich dessen absolut bewusst ist. Ant-Man weiß, dass dies hier eigentlich nur ein Superheld aus der B-Riege ist, der wahrscheinlich nie (als Kinofilm) adaptiert worden wäre, wenn die A-Riege nicht bereits schon abgegrast gewesen wäre, bei manchen davon in der letzten Dekade sogar schon ein zweites oder drittes Reboot kam. Ant-Man ist sich bewusst, dass der Mini-Superheld, der mit Ameisen kommuniziert, ein wenig unfreiwillig komisch im Konzept ist, also macht man daraus einen freiwillig komischen Film. Und ja, daher kommt der Name auch. Hier mal einen Dank an die Trailer, zumindest an jene, die ich gesehen habe, die alle es so wirken ließen, als käme der Name nur von der Körpergröße. Das wirkte nämlich wie gesagt schon etwas blöde, aber da die Trailer auch klar machten, dass hier viel Comedy drin stecken würde, ging ich schon rein einen ganz witzig-unterhaltsamen Film zu schauen. Hätte ich allerdings vorher gewusst, dass er auch zur Ameisenkönigin wird, ich glaub das wäre mir dann doch zu doof gewesen. Ist es im Film aber dann gar nicht mal.

Es war einfach so erfrischend einen Superhelden-Film zu haben, der durch und durch komisch ist, und dies sogar relativ gut und ausgewogen darbietet. Wenn es eine heroische Ansprache oder einen kitschigen Moment voller Klischees gibt, wird das immer schnell mit einem Späßchen abgeschwächt. Und das Finale im Kinderzimmer schafft es echt gut, zum einen den Kampf cool wirken zu lassen, wenn wir die beiden Mini-Männer miteinander aneinander prellen sehen, zum anderen aber auch die Komik der Mini-Supersoldaten zu unterstreichen, wenn es nämlich dann zeigt, wie harmlos jener doch aus der Sicht eines normal-großen Menschen wirkt.

Natürlich ist der Film nicht ganz perfekt. Am störendsten war wohl noch der Bösewicht, bei dem immer wieder angedeutet wird, wie enttäuscht er davon ist, dass sein Mentor ihn fallen lies, und das jener zu viel von sich in ihm sah, dies aber nie wirklich zur Geltung kommt, weder in Flashbacks noch in einem längeren Dialog. So kommt jener etwas blasser rüber, als er scheinbar ursprünglich geplant war. Aber der Rest hat mir wirklich gut gefallen, war schon eine unterhaltsame Gaudi diese charmant gespielte und tatsächlich witzig geschriebene Action-Komödie. Eine Ant-Man Adaption hätte sicherlich um Längen schlimmer ausfallen können, hier hat sich jemand wirklich was geschert.

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