City of Fallen Angels

ava-1883Mensch Leute, ist es echt erst ein Jahr her das ich durch die ersten drei Bücher der Mortal Instruments gelesen habe? Kommt mir viel länger vor, liegt aber vielleicht auch einfach am Alter und dem schlechter werdenden Gedächtnis. Wenn’s nicht ums Frühstück des aktuellen Tages geht, scheint alles so neblig lang her zu sein. Nicht, dass ich wirklich je realistisch mit der Reihe abschließen könnte, egal wie schnell ich die lese, da Cassandra Clare scheinbar nicht enden wollend an ihr schreibt. Inklusive geplanter Veröffentlichungen sind’s in der Franchise nämlich bereits 16 Bücher. Nun gut, ist wenigstens reichlich Stoff für die kommende TV-Serie, da die Kinofilm-Fortführung ja finanziell ins Wasser fiel.

Egal. Mortal Instruments #4: City of Fallen Angels! Der Anfang der zweiten Trilogie, Staffel, Zyklus, wie auch immer, eben das, was passiert, nachdem Voldemort Valentine besiegt ist und alle glücklich wurden, und es jetzt doch wieder weiter gehen muss. Natürlich in bester Manier damit, dass die ganzen recht fixierten Beziehungen wieder aufgebrochen bzw. verkompliziert werden müssen. Die recht offene Izzy und Neu-Vampir Simon beispielsweise hatten ja angebandelt, aber Werwölfin Maia war ja auch an Simon interessiert, und dementsprechend stand das komplizierte Liebesdreieck direkt schon in den Startlöchern. Mehr in Form dessen, dass Simon sich nicht entscheiden kann und die beiden Mädels gar nix voneinander wissen. Am Ende des Buches sind Simon und Izzy aber wieder knorke und Maia hat mit ihrem prügelnden Ex – einer der wenig wirklich neuen Charakteren – auch jemanden gefunden, mit dem wieder was gehen kann, mit dem man aber schnell auch wieder neues Liebesdrama aufbrechen könnte.

Ugh, und Clary und Jace. Ugh. Clary und Jace. In bester Young Adult Paranormal Romance Manier ist das Hauptpaar bestehend aus den beiden wenigst interessanten Charakteren des Universums. Endlich wissen die beiden, dass sie keine Geschwister sind, also kann ihrer unsterblichen, einzigartigen, so noch nie dagewesenen Liebe nichts mehr im Wege stehen. Sollte man denken, aber dann gibt’s das ausgelutschte Klischee, dass er sie doch von sich stößt, weil er ist nicht gut genug für sie und blargh, und aber mit ihr Schluss macht er auch nicht, weil dafür liebt er sie ja doch zu sehr und blargh. Und sie denkt nach 24 Stunden des sie Meidens bereits, dass er mit ihr Schluss machen will und blargh. Und aber sie lieben sich doch so sehr, aber geht das denn gut, und die prophetischen Alpträume und blargh.

Lieblingspaar Alec und Magnus haben übrigens auch Probleme, und wie immer geschieht bei denen alles viel sprunghafter als gut wäre. Zunächst sind sie auf Weltreise und somit in den ersten zwei Dritteln des Buches eigentlich gar nicht anwesend. Dann kommen sie wieder und fangen sofort an zu streiten, weil Alec aufgeht, dass der hunderte Jahre alte Warlock ja vielleicht schon früher mal Beziehungen hatte, und bisexuell is er auch noch, also muss man sich vor beiden Geschlechtern hüten. Und mir geht mal wieder ab, warum ein chilliger, hunderte Jahre alter Warlock, der vor Selbstsicherheit nur so strotzt, ausgerechnet mit einem unsicheren und von Teenie-Hormonen gepeitschten 18-Jährigen zusammen sein wollen würde. Dabei steckt hier durchaus legitime Furcht dahinter. Als Sterblicher mit einem Unsterblichen zusammen zu sein bedeutet nun mal, dass man nicht gemeinsam alt und grau wird und nebeneinander begraben liegt, er wird nicht sterben sondern irgendwann zum nächsten Partner weiterziehen, und wer weiß was in 20 Jahren ist, wenn das Alter Alec einholt und Magnus immer noch wie 20irgendwas aussieht? Aber das ist alles unter so dümmlichen „Was ich bin nicht dein Erster?“ und „Ich bin sauer auf dich, rede aber nicht darüber warum, sondern finde es selbst raus“ Teenie-Mist begraben. Streiten tun sie bis zum Ende des Buches, wenn Alec sich in Gefahr begibt, und dann plötzlich alles wieder gut zwischen ihnen ist, weil Magnus hat sich doll Sorgen gemacht. Das absolut langweilige Klischee, um zwei Streithähne wieder ohne wirklichen Grund zusammenzubringen: Einen halt in eine Gefahrensituation bringen, damit sie sehen, was sie aneinander haben.

Überraschenderweise dreht sich City of Fallen Angels allerdings die meiste Zeit um Simon, nicht um Clary und Jace. Und wenn es um ihn geht, ist das Buch tatsächlich am Interessantesten. Als Neu-Vampir geht sein Leben eben doch nicht so einfach von dannen, wie das in den vorigen Büchern schien, weil Cassandra Clare sich dort die Zeit nicht für ihn genommen hat. Es fliegt dann doch bei seiner Mutter auf, dass er nicht mehr sterblich ist, und er wird verstoßen. Er beißt aus Blutdurst jemand Unschuldigen, statt es vermeiden zu können. Sein besonderes Blut macht ihn interessant für diverse Leute, die ihn manipulieren wollen, und ihm nicht ganz zu Unrecht hinterfragen, ob er als Vampir wirklich abseits seiner Artgenossen und inmitten von Shadowhuntern leben kann. Das Buch ist wirklich am Besten, wenn es um ihn geht. Und bevor wir herausfinden, warum jeder hinter ihm her ist. Aufs Finale nimmt das leider wieder etwas ab. Wenn wir Lilith gegenüberstehen, der Mutter der Dämonen, Adams erster Frau, die erste von Gott Verstoßene, die aber nicht der neue Bösewicht der Trilogie ist, sondern nur verballert wird, um Sebastian, einen aus der vorigen Trilogie, zurückzubringen. Was auch der einzige Grund ist, warum sie hinter Simon her war, der wohl jetzt dann auch keine Rolle mehr spielen wird, und selbst Alt-Vampirin Camille scheint keinen großen politischen Coup geplant zu haben, sondern war nur Liliths Handlanger. Das war nicht wirklich das beste Pay Off zum davor eigentlich ganz guten Build Up, Szenen zwischen Clary und Jace mal ausgrenzend.

Bleibt zu hoffen das die nächsten beiden Bücher da etwas mehr rausholen. Wie immer wieder erwähnt ist die Buffy meets Potter Welt ganz gefällig und wenn es um die Nebencharaktere geht die Serie an sich eigentlich auch ganz nett, City of Fallen Angels ist nur leider mit einem etwas lauen Lüftchen ausgeklungen und wirkte wie eine etwas holprige Fahrt dorthin.

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