GameBoy Obscurities: Another Bible

ava-1879Die MegaTen-Reihe war schon immer weitläufig und schon immer sehr gut mit Spinoffs bestückt, immerhin gibt es eine gute halbe Hundertschaft an spielen, obwohl der Hauptzweig weniger häufig einen neuen Eintrag bekommt. Noch im gleichen Jahr wie das erste Shin Megami Tensei auf dem SNES schlug der Dragon-Quest-Klon Last Bible auf dem GameBoy auf. Neben zwei Sequels hat sogar diese Subserie eigene Spinoffs bekommen, beispielsweise Another Bible, ein SRPG… auf dem kleinen GameBoy. Im Gegensatz zu Robot Wars und GameBoy Wars wohl eher wenig erfolgreich, gab es kein Another Bible 2, sondern blieb SRPG-MegaTen bei ein paar Majin Tenseis, bevor es relativ aktuell mit Devil Survivor wieder los ging.

Die Handlung ist den Last Bibles nicht unähnlich, geht es doch auch hier um Animositäten zwischen den Menschen und Biestern. Etwas abgedrehter wird es dann schon, wenn Roboter, Heilige von der Venus, und eine zum Bösen bekehrte Bibel dazukommen. Nicht, dass hier sonderlich viel gut ausgearbeiteter Text da wäre, der dies transportieren könnte, ein paar Sätze mit NPCs zwischen den Schlachten und zu dessen Beginn und Ende müssen ausreichen, viel passiert etwas plötzlich.

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Vom Kampfsystem her ist es die übliche Sache, zu Beginn einer Schlacht die zehn Einheiten aussuchen, die man mitnehmen will, und dann jene wie auf einem Schachbrett über das Areal bewegen, um alle Gegner umzunieten. Schön sind vor allem die Close Ups, die beim gegenseitigen Schlagabtausch abgespielt werden. Ansonsten gibt es wenig Besonderheiten, wobei so ein GameBoy ja auch nicht ganz so viel leisten kann – viel vom Areal auf einmal ist sowieso nie im Bildschirm, und um anzuzeigen, wo sich eine Einheit hinbewegen kann, wird sozusagen alles, was nicht in Reichweite ist, ausgeblendet.

Der Hauptcharakter und das Mädel müssen übrigens in jeden Kampf mitgenommen werden. Einige menschliche Einheiten warten nur darauf, angesprochen und in die Reihen rekrutiert zu werden, während jegliches Biest ausschließlich vom Mädel auch über ihre Tech überredet werden kann. Die sind sogar um einiges besser, denn im Gegensatz zu den Dämonen zur damaligen MegaTen-Zeit können jene aufleveln, und werden ziemlich schnell eine ganze Ecke besser als die menschlichen Einheiten. Sehr schnell hatte ich mir zumindest eine Ananta, einen Lucifer, und einen Oberon gezüchtet, die im Trio sicherlich jeden Einsatz hätten für mich entscheiden können, da sie eine gute Reichweite haben, und per Magien auch Gruppen auf Distanz ausräuchern konnten. Das Spiel ist sozusagen wirklich einfach, wenn man nur schnell genug sich ein paar von jenen einfängt. Am Ende jeder Schlacht gibt es zwar auch für jeden Bonus-Erfahrung, damit individuelle Einheiten nicht komplett an allen anderen vorbei leveln, aber wenn man drei Flieger hat, die alle Gruppen unschädlich machen, bevor jemand anderes ihnen nur nahe kommt… tja.

Etwas schade ist leider, dass alle Biester aus einer Familie das komplett gleiche Design verwenden, nicht nur bei den kleinen Einheiten auf dem Kampffeld, sondern auch in den Close Ups. Das Charakterdesign ist ebenfalls teilweise leicht fragwürdig. Auch gibt es weder Pixie noch Jack Frost (abgesehen von einem Cameo im Super GameBoy Rahmen) – dafür aber Cerberus.

Theoretisch muss wohl auch nicht jede Einheit besiegt werden, die meisten Kampffelder haben eindeutige Endfelder, auf die gekommen werden, oder Einheiten die angesprochen werden müssen, um den Einsatz zu gewinnen. Wobei im Falle vom Betreten des End-Tiles nur der Hauptcharakter benutzt werden darf, was bei einigen Kämpfen schon dazu führen kann, besonders beim schlechteren Terrain, dass ewig drauf gewartet werden muss, bis er dorthin gekrochen ist, obwohl die fliegenden Einheiten schon seit ewigen Runden die komplette Opposition ausgeschaltet haben.

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Ich muss sofort eingestehen das SRPGs grundsätzlich nicht so mein Genre sind. Ich versuche mich immer mal wieder dran, habe aber bisher noch keines beendet, abgesehen von Zone of the Enders GBA, das erste Arc the Lad, und nun eben Another Bible. Alle bezeichnend kurz, simpel und einfach. Für die komplexeren Vertreter fehlt mir immer etwas das Durchhaltevermögen, weil es mir zu langatmig und methodisch wird, für eine halbe oder ganze Stunde eine Schlacht schlagen zu müssen. Da verbringe ich lieber eine Stunde in einem Dungeon eines normalen RPGs und mache ein Dutzend kurze Kämpfe. Another Bible fand ich schon ganz Ok, aber wie gesagt, dass liegt eventuell genau an jenen Gründen, aus denen SRPG-Veteranen gelangweilt und unterfordert sein könnten.

Wer sich übrigens für die anderen Last Bibles auf dem GBC interessiert, ich hab die bereits vor geraumer Weile gespielt, Reviews gibt’s unter Revelations: The Demon Slayer und Megami Tensei Gaiden: Last Bible II.

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2 Kommentare

  1. Das sieht ja witzig aus, wie ein Shining Force Game Boy Port <3

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