GameGearing: Panzer Dragoon Mini

ava-1877Es gab schon immer Konkurrenz zu Nintendos GameBoy/DS-Line, aber abgesehen von der PSP/Vita-Linie konnte sich davon nur noch ein anderer mäßig behaupten. Die meisten davon sind nicht mal wirklich was, was jemand groß kennen würde. Wem sagt schon der Atari Lynx, Watara Supervision, Game Park 32 oder Gizmondo was? Neben Sonys Handhelds bekannt sind höchstens die Namen Bandai WonderSwan, eventuell SNKs Neo Geo Pocket und Nokias N-Gage, und natürlich Segas Game Gear. Der lief immerhin von 1990 bis 1997 und hatte mit dem Sega Nomad einen unbekannteren Nachfolger! So lange hatte ich ihm gar nicht zugerechnet.

Das Ding ist übrigens so ungefähr das Gegenteil vom WonderSwan: Wo der noch auf ein monochomes Display setzte, während Nintendo bereits den GameBoy Color in den Startlöchern hatte, dafür aber auch auf nur einer Batterie dennoch an die 30 Stunden lief, so versuchte sich Sega fast ein Jahrzehnt vor dem GameBoy Color an einem farbigen Handheld, der dafür aber satte 6(!) Batterien benötigte und dennoch für seine kurze Laufzeit von bestenfalls 5 Stunden berüchtigt war. Der GameBoy zum Vergleich fraß zunächst 4, in der Pocket oder Color Variante dann nur noch 2, und das auf 20-30 Stunden Spielzeit.

Aus aktuellem Anlass gab es mal Panzer Dragoon Mini, natürlich auch, weil ich dieses Jahr so ein wenig die Shmups für mich entdeckt habe, obwohl ich hoffnungslos schlecht in ihnen bin.

panzerdragoon1

On Rails wie die ersten beiden Saturn-Spiele ist das 1996er Spinoff für den Handheld Segas natürlich nicht, stattdessen hat man es hier eher mit der Machart a la Space Harrier zu tun, sprich in Pseudo-3D rauscht einem von vorn kommen beständig Stage sowie Gegner entgegen, während sich der Drache, von denen man sich 3 aussuchen kann, die aber nur kosmetisch zu sein scheinen, eindimensional frei über den Bildschirm bewegen lässt.

Das größte Problem von Panzer Dragoon Mini ist dabei, dass das phlegmatische Spielchen maßgeblich langweilig ist. Es gibt 5 Stages, die aber alle von Einfärbung und Hintergrund abgesehen ähnlich sind und sich absolut gleich spielen. Selbst die Ansicht zur Seite zu wechseln für einen Mini- und End-Boss bringt nicht viel Abwechslung. Hilft natürlich nicht, dass ein Zwischenboss mehrmals wiederholt wird. Die langsam eintrudelnden Gegner werden zwar für Stage 4 und 5 ziemlich knackig in ihrem Feuereifer, so wirklich Spannung will bei der gemächlichen Spielweise jedoch dennoch nicht aufkommen. High Score gibt es gar keinen, Gegner abschießen ist also wirklich nur für die Defensive gedacht. Und obwohl das Spiel mal wieder ziemlich fix rum ist, was für Shmups ganz üblich ist, wirken die einzelnen Stages wesentlich länger, einfach weil alles so ein wenig gleich und langweilig ist. Continues sind scheinbar nicht begrenzt – Schwierigkeitsgrade gibt es 3 zur Auswahl – dafür geht es aber auch an den Beginn des Levels, selbst wenn man beim Endboss stirbt.

Es spielt sich an sich auch etwas komisch. Mit dem normalen Feuern scheint man sowieso nie wirklich gut zu treffen, abgesehen von den großen Bossen natürlich, und so ein gutes Feedback ob es doch mal geklappt hat gibt es bei den Normalo-Gegnern eigentlich auch nicht. Hält man A oder B gedrückt, und bewegt dabei das Steuerkreuz über die Gegner, wird allerdings ein Lock-on initiiert, was wirklich die einzige brauchbare Art und Weise für mich war, um die Standardgegner zu erledigen. Für welche der lahmarschige Drache zu langsam fürs Lock-on war, die wurden halt einfach fliegen gelassen, wie gesagt gibt es ja auch keinen High Score oder so.

panzerdragoon2

Definitiv ebenfalls kurios ist die Tatsache, dass das finale Stage plötzlich viel einfacher ist. Die ersten beiden sind eh nicht so schwer, Stage 3 wird dann etwas kniffliger, vor allem was den Boss angeht, und Stage 4 nimmt einen sowieso unter Dauerfeuer. Stage 5 dann jedoch ist mehr oder weniger ein Boss-Rush, sind die wenigen Gegner zwischen jenen doch nicht der Rede wert. Allerdings wird der Drache nach jedem Mini-Boss komplett geheilt, eine Sache, die einem die vorigen Stages nicht gegönnt haben. Macht das Finale wirklich einfacher als die beiden vorigen Einsätze.

Joa… war nichts wirklich Spannendes mit Panzer Dragoon Mini. Aber hey, das kurze Ding geht nicht so auf die Batterien!

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2 Kommentare

  1. Der GameGear war für mich als Retrosammler nie besonders attraktiv, wegen dem Batterieverbrauch und weil es viele Titel auch auf dem Master System gab. Immerhin gut zu wissen, dass Panzer Dragoon auch kein Kaufgrund wäre :)

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    • Das ist mir auch sofort aufgefallen, als ich etwas recherchiert habe, was sich so zu spielen lohnen würde. Fast jedes halbwegs als interessant genannte Spielchen scheint eine geschrumpfte Version vom Master System zu sein. Echte Spinoffs wie PDMini, Lunar Waking School oder die Phantasy Star Textadventures scheinen eher die Ausnahmen zu bilden.

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