Universal Monsters – Bride of Frankenstein

ava-1874Bride of Frankenstein hat einen interessanten Start, denn es geht nicht mit der Geschichte an sich los, sondern im Hause Mary Shelly, die von zwei Freunden aufgezogen wird, dass sie den Horror-Roman Frankenstein geschrieben hat, und dazu überredet wird, ihnen eine Fortsetzung zu erzählen. Das ist glaub ich der erste Universal mit einem solchen Rahmen drumherum.

Und dann starten wir mit dem Finale des ersten Filmes, der ja streng genommen nicht sonderlich mit dem wirklichen Roman von Mary Shelly kongruent gelaufen ist, und sehen das sowohl der gute Doktor Frankenstein wie auch seine Kreatur die brennende Windmühle überlebt haben. Und jetzt läuft Bride of Frankenstein dann plötzlich näher am ersten Buch, als dessen Verfilmung es tat. Zumindest was die Kreatur an sich angeht, die nämlich den Großteil des Restfilmes über damit verbringt, menschliche Anerkennung suchen zu wollen, während alle sofort schreiend die Mistgabeln schwingen ihn vergraulen. Es gibt sogar einen Moment, wo er bei einem Blinden unterkommt, der sein erster und einziger Freund wird, was ähnlich auch im Buch eine Szene war.

Frankenstein derweil wird von seiner Verlobten überredet, seine irren Forschungen ruhen zu lassen, nur um von einem bekannten Wissenschaftler doch wieder in Versuchung geführt zu werden. Der hat bisher Miniaturmenschen erschaffen und sagt auch schon mal ganz lapidar, dass es vielleicht viel einfacher wäre, wenn alle Menschen böse seien, weil man sich dann um nix scheren würde, wir wissen also sofort wer der Bösewicht in diesem Film ist. Die Braut an sich, die er erschaffen will, kommt aber eigentlich erst aufs Finale zustande, so viel dreht sich Bride of Frankenstein also nicht um sie.

Was man dem Film vor allem ansieht, ist, dass er scheinbar wieder ein höheres Budget denn die Vorgängern hatte, was ja auch verständlich ist, setzt er doch einen von Universals erfolgreichsten Einträgen fort. Jedenfalls gibt besseres Make up und Kostümdesign, besonders der distinkte Look der Braut, sowie andere für die damalige Zeit interessante Special Effects (die Miniaturen in den Gläsern per Green Screen), spielt das Geschehen in vielen hübschen Szenerien, und wird auch von der Kameraführung wieder mehr geboten, besonders die Dutch Angles im rasanten Finale. Das gibt dem Film an sich wieder etwas mehr Klasse und ist so ein wenig das, was ich in den letzten paar Einträgen vermisst habe.

Was ich persönlich auch recht interessant finde, und was sicherlich von Studenten auch schon zu tote zerlegt wurde, ist allerdings auch, wie die Kreatur seine Braut sieht. Für die beiden Wissenschaftler ist sie eindeutig als Gefährtin im romantischen Sinne gedacht, weil das einfach die menschliche Psyche so vorschreibt, wenn sich gleichgesinnte Frau und Mann treffen, und war ja auch einer der Gründe, warum Frankenstein im Buch ablehnte seinem Adam eine Eva zu basteln – er wollte nicht, dass sich die „Monster“ vermehren. Da die Kreatur an sich aber eben nicht in unserem Sozialgefüge aufgewachsen ist, und nur von dem Einsiedler das Wort „Freund“ gelernt hat, ist das alles, was er in ihr sieht: Endlich einen Gefährten, der ihm gleichgestellt ist und sich nicht vor ihm fürchtet, ohne jegliche romantische Implikationen. Über einen männlichen Begleiter hätte er sich genauso gefreut. Das die Braut ihn dann doch ablehnt, nun, dies ist wiederum erneut eine andere Geschichte.

universal1935b

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