Legend of Grimrock

ava-1869Was Dungeon Crawler angeht, so bin ich bisher immer die rundenbasierte Schiene gefahren, weil mit Reflexen und so hab ich es eh nicht. Dementsprechend habe ich nie die Echtzeit-Variante a la Dungeon Master und Eye of the Beholder, oder die Hack’n Slash Version a la Diablo und Co. ausprobiert. Mit Legend of Grimrock hat sich das jetzt natürlich geändert.

Handlung ist natürlich nur Alibi. Vier Verbrecher werden ins Grimrock-Dungeon geworfen, weil sie dort von den Monstern fressen zu lassen, ist einfacher, als ein Gefängnis unterhalten zu müssen. Aber es gibt einen Weg hinaus, irgendwo ganz unten, wo natürlich ein widererwachtes Übel wartet. Die Statuen mit den Tintenfischgesichtern und die aus den Ausgüssen manchmal kommenden Tentakel haben mich dabei zunächst dran denken lassen, dass hier was Lovecraft-iges vonstatten geht, aber der Endboss war dann doch eine ganz andere Schoße – in mehrerer Hinsicht.

Grimrock stützt sich dabei eigentlich wesentlich stärker auf Puzzle denn auf die Kämpfe. Auf allen der dreizehn Stockwerke gibt es diverse versteckte Schalter zu drücken, richtige Dinge in Nischen zu legen oder daraus zu entfernen, Bodenplatten zu aktivieren, etc. pp., um den Weg zu Geheimnissen aber auch dem eigentlichen Fortschritt zu eröffnen. Gerne natürlich auch mit Abfrage des schnellen Reaktionsvermögens, also eher knifflig für Leute wie mich, die immer mal wieder den Button fürs Strafing und fürs einfache Drehen durcheinander bringen. Ich würde sogar fast sagen, dass das ganze Spiel auf Zeit geht, da die Charaktere auch essen müssen, also die von Gegner hinterlassenen und anderweitig gefundenen Rationen – von denen es zahlreich gibt – einen unter ein maximales Zeitlimit stellen, denn Gegner respawnen eigentlich nicht, allerdings gibt es schon ein paar wenige Räume in denen sie es doch tun, so dass man theoretisch dort nach belieben Level und Rationen grinden kann.

Selbst die Gegnerkämpfe an sich haben etwas leicht puzzliges, weil der aus diesen Spielen bekannte Combat Waltz recht wichtig ist, wenn man nicht zu viel Schaden einfach tanken will. Nicht unähnlich Circle Stafing in Shootern, ist hiermit schlichtweg gemeint, dass man in einem mindestens 4×4 Raum eben um den Gegner herum tanzt, immer ein paar Angriffe reinhauend, während jener Zeit damit verbringt, sich dem Team zuwenden zu müssen. Es gibt natürlich einige Magier mit Distanzangriffen, schmale Gänge, oder die seitwärts mobilen Krabben, die dies etwas schwerer machen sollen im späteren Spielverlauf, aber tatsächlich ist jener Tanz, wenn richtig ausgeführt, mehr als nur effektiv.

Übrigens auch ziemlich effektiv ist eine Nudisten-Gruppe ins Dungeon zu führen. Alle Punkte in Barehanded, plus ein paar in Assassination für die hintere Reihe, und als Rüstung einfach High Evasion Grundzeug anzuhaben, und schon hat man alles tot gefistet, bevor es sich versehen kann. Da muss man sich dann gar nicht mit den nervigen Magien auseinandersetzen, sondern kann wie ich einfach 4 Haudrauf-Charaktere zu Felde führen.

Etwas nervig hingegen war nur der finale Boss, der im Prinzip kein Kampf, sondern mehr ein Puzzle ist. Und zwar eines mit Instant-Death-Chance. Der war hektisch und aufregend, und sollte so wohl auch sein, aber mehr nervig denn spaßig im Endresultat. Netterweise kann man in Grimrock ja jederzeit und überall speichern, dies also auch mitten in der Auseinandersetzung machen, um nicht wieder durch alle Phasen gehen zu müssen, falls er einen doch in eine Ecke manövriert bekommt und zerquetscht.

Davon abgesehen hatte ich aber eine recht gute Zeit mit Legend of Grimrock. Vielleicht versuche ich mich doch mal an ähnlichen Spielen wie den Klassiker Eye of the Beholder.

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3 Kommentare

  1. Das steht bei mir auch noch aus, hauptsächlich weil mir der Combat Waltz zu stumpfsinnig und die in den Bildschirm springenden Spinnen zu nervig waren :D Ein großer Fan von den Dialup-Magiern war ich auch nicht, aber ich denke das kann man mit einer No-Magic-Truppe wenigstens umgehen.

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    • Als ich mich das erste Mal mit Grimrock hingesetzt habe, hat es mit mir auch nicht wirklich geklickt. Dieser zweite Anlauf ging dann jetzt aber. Ein Super-Fan der Reihe wie der gute !cks werde ich wohl nie werden, aber es war mal ganz nett und was anderes zu den trockenen rundenbasierten Kriechern. Hat geholfen, dass ich rausgefunden habe, in welcher .ini man den Head Bob deaktivieren kann, damit ich keine Motion Sickness bekomme.

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  2. ausgezeichnetes review. vielleicht versuchst du dich ja eines tages doch am zweiten teil. wäre schade wenn nicht, denn auf die fiesen teleporter-, memory- und gotta-go-fast-rätsel hat man da glücklicherweise verzichtet, und man hat ein bisschen mehr bewegungsfreiheit. sowieso übertrumpft grimrock 2 den ersten um welten! gönn dir! =D

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