GameBoy Obscurities: Gradius

ava-1849Alte Spiele neu aufzulegen gibt es so lange, wie es Spiele gibt. Manchmal macht man sogar einen guten Deal dabei, wenn mehrere in ein Pack gebundelt werden. Konami beispielsweise lies sich von Remake-/Port-Schmiede TOSE alte GameBoy-Spiele in 4er-Gruppen 1997 in Japan zu den Konami GB Collections Vol.1 bis 4 zusammenfügen. Drei Jahre später kamen sie auch, diesmal für den GameBoy Color, nach Europa – Nordamerika blieb aus. Kurioserweise bekamen wir zwar die gleichen 16 Spiele, aber nach Vol.1 nicht mehr in gleicher Reihenfolge. Konami Collection Vol.2 (Europa) ist Konami Collection Vol.4 (Japan), unser Vol.3 ist deren Vol.2, und Europas Vol.4 dann Japans Vol.3

Darunter finden sich auch Gradius und Gradius II, die zu monochromen GameBoy-Zeiten noch Nemesis hießen. Gradius ist natürlich schwerlich obskur, doch was dann schon weniger bekannt ist, sind dies keine geschrumpften Ports der bekannten Brüder auf Heimkonsolen und in Arcade-Hallen, sondern ähnlicher Capcoms Megamännern auf dem GameBoy: Gradius ist ein von verschiedenen Konsolenversionen inspiriertes Zwitterding, Gradius II sogar gänzlich ein Neuprodukt. Es hat sich halt keiner wirklich für diese Ableger interessiert, weil Shmups auf dem GameBoy eh uninteressant erschienen, wenn man sie „richtig“ auf farbig-großem Bildschirm spielen kann, und davon ausgegangen wurde, dass diese hier eh identisch sind.

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Gradius zeichnet sich natürlich vor allem – neben den Moais, die einem Froot Loops entgegen kotzen natürlich – durch sein Aufbesserungssystem aus. Gegner hinterlassen die dazugehörigen Orbs recht häufig, jedoch anstatt zu einem sofortigen Upgrade zu führen, scrollen sie stattdessen durch die Optionsleiste. Von [S]peed auf [M]issile auf [D]ouble auf [L]aser auf [O]ption (Dronen) auf [F]orce Field und dann wieder nach vorn. Als Spieler kann man jederzeit per Knopfdruck das aktivieren, was gerade angezeigt wird. Alle Upgrades sind natürlich gleichzeitig aktivierbar (abgesehen von Double und Laser, da beides Geschosse sind, eines frontal stark, ein anderes schwächer aber mehr Bildschirm abdeckend), es bleibt einem aber somit selbst überlassen, wann genau man was haben will. Lieber erst schneller werden, oder erst stärkere Waffen oder doch ein Schild, damit das Schiff nicht nach einem Treffer abstürzt.

Das Spiel macht einem dabei auch ordentlich Dampf unterm Hintern, denn die Gegner sind zahlreich, erscheinen nicht unbedingt langsam aus allen Himmelsrichtungen, und eröffnen auch schnell das Feuer. Und auch das Setting kommt einem eher in den Weg, reichen doch Stage-Barrieren hier stärker in den Bildschirm als in den vorigen Shmups auf dem GameBoy, und damit zu kollidieren sollte natürlich vermieden werden. Selbst auf dem niedrigeren der beiden Schwierigkeitsgrade ist Gradius also kein leichtes Spiel, dafür gibt es die Möglichkeit die Credits bis auf 99 zu stellen. Und während so ein voll getuntes Schiff schon ordentlich Feuerkraft unter der Haube hat, so verliert man aber beim Ableben auch komplett alle und muss von vorn beginnen. Im Haupt-Stage an sich vielleicht noch möglich, wird das in den Bosskämpfen schon haariger. Zumal direkt vorm eigentlichen Boss auch noch fast immer eine zusätzliche Challenge wartet.

Ganz so besonders sind die 5 Stages des ersten Spieles noch nicht: Ein nicht allzu langes Stage, mal organischer mal metallischer Natur, ganz cool sind nur die Moais und die Dinoskelette, danach ein Boss mit eindeutigem Kugel- oder Kuppel-Schwachpunkt. Da stechen die 6 des zweiten Teiles wesentlich stärker hervor. Zum einen ist die Grafik besser, mit mehr Details in den noch mehr in die Bildschirme hereinragenden Umgebungen. Außerdem ist das ganze Ding wesentlich organischer gestaltet, gehen die Level direkt ineinander überleitend über.

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Beispielsweise startet das zweite Spiel damit, dass Vic Vipers Flotte abgeschlossen wird und das kleine Schiff nun durch ein Asteroidenfeld vor dem Angreifer fliehen muss, Schutz in einer Ruine findet, die nun durchflogen wird. Nach dem dortigen Boss wird er gefangen, aller Upgrades beraubt, und befindet sich in einer feindlichen Station, aus der entkommen wird. Es geht direkt vom All auf eine Planetenoberfläche, ins gegnerische Mutterschiff, und wenn dort der Boss besiegt ist, erfolgt eine weitere Verfolgungsjagd, diesmal mit getauschten Rollen. Das macht den zweiten Teil einfach um so einiges cooler als den Vorgänger.

Ansonsten ist bei Gradius II vom Gameplay her nicht viel anders, es können keine Credits mehr gesetzt werden, dafür gibt es nun drei Schwierigkeitsgrade, und zu Beginn die Wahl zwischen drei Schiffkonstellationen.

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