The Five Star Stories

ava-1839The Five Star Stories von Mamoru Nagano, der hauptsächlich durch Mecha-Designs für Sunrise bekannt ist, ist eine jener Prestige-Manga Japans. Nicht eines der erfolgreichsten im Sinne von fünfzig Tankobons innerhalb drei Jahre rauszuhauen, in 100 andere Länder lizenziert zu werden, eine Anime-Serie von drölfzillionen Folgen zu spawnen, und sich somit ein goldenes Näschen mit zu verdienen. Sondern ernsthaft Prestige, so im Sinne von Osamu Tezukas Phoenix-Saga, wo alle Jubeljahre mal ein Band erschien, aber dann gleich ein komplexer, und die es trotz der Abstände immer wieder in die Bestseller-Listen schaffen, eben nicht aufgrund kurzlebiger Mainstream-Pupularität, sondern weil man sich echt einen Urgestein-Namen gemacht hat.

Um den soll es jetzt aber gar nicht gehen, sondern um die Anime-Adaption, die leider nur eine einzelne OVA von einer knappen Stunde aus dem Jahre 1989 umfasst. Angeblich bringt die so ziemlich den ersten Band und damit die erste Story Arc unter… aber 65 Minuten sind halt echt nicht viel Zeit dafür.

Zu Beginn also erst mal schnell Setting-Texttafeln abhandeln: Es ist das Jahr 2988 im Joker-Sternhaufen, der in 4 Systeme unterteilt ist, die schlicht nach den Himmelsrichtungen benannt wurden. Keine Sorge, die einzelnen Planetennamen und vor allem jene für die Charaktere werden noch kompliziert genug, um in Kann-ich-mir-nicht-merken Probleme zu geraten. Außerdem wird in Mechas (Mortar Headd) gekämpft, die die menschlichen Piloten allerdings nicht alleine steuern können, sondern eine Fatima als Partner brauchen, die genetisch dafür gezüchtet sind, und möglichst menschlich gestaltet werden (wer Ar tonelico gespielt hat ersetzt „Fatima“ mit „Reyvateil“ und hat direkt eine passende Eselsbrücke).

Wie wirkt sich das jetzt alles auf den Film aus? Eh… wenig. Ein Professor hat drei jener Fatimas gemacht, genannt nach den drei Schicksalsgöttinnen, also wissen wir, dass die wichtig sind. Und dann sind auch schon 10 Jahre vergangen und Atropos ist abgehauen, oder tot, oder was weiß ich, auf jeden Fall nicht mehr da, während Clotho und Lachesis zur Schaustellung gebracht werden. Auf jenen stellen sich Piloten von Mortar Headds den Fatimas vor, die sich dann einen als Meister aussuchen, da sie eine Kompatibilität in der Psyche feststellen oder so, eine Zusammenarbeit also möglich ist. Aber der Kerl, der die Veranstaltung führt will gar nicht, dass Clotho und Lachesis sich jemanden aussuchen, damit er sie für sich haben kann… weil… keine Ahnung. Und ganz am Ende finden wir raus, dass er eh böse ist und den Planeten ganz schlecht regiert, und er wird Offscreen gestürzt, aber wirklich ein Übeltäter oder schlechten Regent sein sehen wir ihn eigentlich nicht, er ist halt Bösewicht by Design und der Film sagt uns das der Planet jetzt besser dran ist, und wir glauben ihm das dann auch mal.

Jedenfalls kommt dann Jobb dazu, der Mortar Headds baut und ein Freund des Profs ist, der die drei Fatimas gebaut hat, und sie in ihrer „Kindheit“ besuchte, und Clotho versprochen hat sie zu heiraten. Außerdem sieht er aus wie eine Frau. Und lasst mich hier mal unterbrechen und über das Design von dem Teil reden. Wow. Einfach wow. Die Mechs und Luftschiffe sind riesig, der Supermech Jobbs ist komplett Gold. Die Mädels hier sind so dürr und fragil, dass selbst ein Supermodel die für zu mager halten würde, haben dann aber diese Kostüme mit den Schulterteilen an, die mehr wiegen müssten, als die Mädels, die sie tragen. Und einige der Kerle sehen genauso aus, und ich bin durch 15 Jahre Training von Shojo-Zeug gegangen und erkenne eigentlich androgyne Kerle in japanischem Zeug immer noch als Kerl, aber die hier würde ich echt nicht aus den Weibern rausfischen können.

Jobb jedenfalls. Also er macht sich Sorgen um die beiden Fatimas. Aber so wirklich helfen tut er ihnen den ganzen Film über eigentlich auch nicht wirklich. Lachesis haut jedenfalls ab und läuft direkt ihrem Seelenverwandten in die Arme und damit ist sie eh raus aus der Handlung. Clotho kommt Jobb dann doch auf letzte Minute retten und die beiden können auch fliehen, weil Jobb nun nicht mehr dem Schicksal davon läuft und der Geist seiner Frau kann abzischen, und ein Mensch ist Jobb eigentlich auch nicht, und seine Bindung mit Clotho wirft ganz weite Schatten, und… argh.

Ich bin mir ziemlich sicher in The Five Star Stories steckt eine echt interessante Handlung. Das Anime erzählt sie nur nicht. Wirklich, das ganze Ding wäre eigentlich überraschend vergessenswert, wenn es eben nicht diese unvergesslichen Extrem-Designs gäbe, und man nicht mit so vielen Fragen zum Setting und was das alles soll am Bildschirm sitzen würde, die nie geklärt werden. Denn das bisschen Handlung, was es letztendlich hier hereingeschafft hat, ist ziemlicher Standard. Und bräuchte nicht mal 65 Minuten, um erzählt zu werden. Aber dann hätten wir ja die ganzen Charaktere und offenen Fragen nicht. Interesse am Manga wird so zumindest geweckt, nehme ich mal an.

fivestarstories

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