Engacho!

ava-1837Engacho ist scheinbar ein Ausruf japanischer Kinder, wenn sie etwas besonders eklig finden. Engacho! ist auch ein Puzzle Game, welches 1999 auf japanische PlayStations und WonderSwans aufschlug, und nie in den Westen kam. Dabei trägt die WonderSwan Version zwar wie üblich den „for WonderSwan“-Zusatz, scheint aber tatsächlich die erste Version gewesen zu sein, nicht ganz einen Monat vorm großen Konsolenbruder erscheinend.

Am Auffälligsten ist natürlich das Design des Spieles, geht es doch um eklige Monster, die einen Jungen mit ekligen Körperflüssigkeiten bedecken wollen, und deren Design an Aaaahh Monster! erinnert. Das ist wohl auch die „Handlung“ des Spieles: Kleiner Pisser hat Angst vor allem, also gibt sein Vater ihm tough love, in dem er ihn im Keller einsperrt. Wie das dazu führt, dass der Junge nun auf Schachbrettern mit den 5 Monstern landet, die Lücke darf jeder für sich selbst füllen. Anscheinend weiß der Vater auch von der Parallelwelt dort unten, kommt er doch für Bosskämpfe vorbei.

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Jedes der Monster ist natürlich essentiell ein Baustein im Rätsel, denn Engacho ist ein Bewegungspuzzle. Auf jedem Spielfeld muss das Ziel erreicht werden, dies allerdings nicht unter Zeitdruck, sondern stattdessen in einer begrenzten Anzahl an Zügen. Und für jeden Schritt, den der Junge macht, bewegen sich auch die Monster um ein Feld. Davon hat jedes natürlich ein anderes Bewegungsmuster. Der riesige Mund bewegt sich in die gleiche Richtung, der fliegende Arsch in die entgegengesetzte, die Nase und der Wrestler jeweils um 45° nach links bzw. rechts gedreht. Sprich geht der Junge ein Feld nach oben, geht der Mund auch eines nach oben, der Arsch fliegt eines nach unten, der Wrestler geht nach links, die Nase nach rechts. Dann gibt es noch den Beutel, der beim Zusammenprallen zweier Monster entsteht, bzw. jene wieder frei lässt, wenn ein neues in den Beutel rammt.

Verloren ist das Spiel natürlich wenn man im Limit der Bewegungen das Ziel nicht erreicht, aber auch wenn man auf das gleiche Spielfeld mit einem Ekelmonster kommt. Dazu gibt es dann eine nette kleine Cutscene, wie der Mund einen mit Speichel, die Nase mit Rotze überdeckt, der Wrestler einen in die haarig-stinkende Achselhöhle nimmt, oder der Arsch den Jungen anscheißt. Lecker.

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Zur weiteren Verkomplikation kommt dann noch hinzu, dass gewisse Felder, wenn der Junge zu weit weg steht, sich abdunkeln, und die Monster darauf einschlafen und sich entsprechend nicht mehr bewegen, bis er ihnen wieder näher ist. Außerdem kommt es alle 20 Spielfelder zu einer Auseinandersetzung mit dem Vater, in dem die nicht gerade dumme KI versucht, die Monster so zu bewegen, dass sie den Jungen treffen, während man genau das Gegenteilige bezwecken will.

Nun, Engacho ist sicherlich speziell, schon alleine vom Design her, so viel muss man ihm lassen. Außerdem ist es echt nicht einfach und ich bin hoffnungslos miserabel in ihm. Irgendwie bekommt mein Hirn es nicht hin, in den Bewegungsmustern der Monster zu denken, schon mal gar nicht für jene, die rechtwinklig versetzt sich bewegen. Häufig schaffe ich das Erreichen des Zieles nicht durch Können, sondern weil ich einfach Glück hatte und so lange meinen Kopf in die Wand gerammt habe, bis die Wand nachzugeben bereit war.

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