Harmonic Convergence, or Watching Korra: Book Spirits

ava-1804Allen Befürchtungen Nickelodeons zum trotz, dass eine Serie mit einem non-kaukasischen und non-männlichen Hauptcharakter kein breites Publikum ansprechen könnte, war die erste Staffel von The Legend of Korra ein enormer Erfolg, aber wirklich, bei dem Avatar-Hype, wie hätte es auch anders sein können. Also doch weitere Staffeln.

Book Air endete damit, dass Korra bereits zu ihren Avatar-Kräften erwachte. Das ändert natürlich die Dynamik der ganzen Serie gegenüber Avatar: The Last Airbender, was ich auch schön und erfrischend finde. Korra ist ein distinkt anderer Charakter, eben weil sie ganz anders aufwuchs als Aang, statt spirituell eingestellt ist sie mehr der Haudrauf-Typ, sie ist etwas älter, sie kommt vom Wasserstamm, und ja sie muss halt nicht die ganze Serie lang auf den Avatar-Status hinarbeiten, sondern hat ihn schon.

Aber ganz so einfach ist es dann eben doch nicht, auch Korra braucht noch Training, eben gerade weil ihr so ein wenig die Bindung zur spirituellen Seite des Avatar-Seins fehlt, und darum kümmert sich selbstverständlich das so betitelte Book Spirits. Denn die Geister beginnen langsam Amok zu laufen, den südlichen Wasserstamm anzugreifen, was Unalaq auf den Plan ruft, der über den nördlichen Wasserstamm regiert, eine starke Bindung zu den Geistern hat, und der Bruder von Korras Vater ist. Tatsächlich will sie zunächst lieber unter ihm statt Tenzin lernen, weil der ihr vielleicht doch mehr beibringen kann. Bis sie feststellen muss, dass Unalaq nur versucht sie dazu zu missbrauchen, dass sie die Portale zur Geisterwelt wieder öffnet, auf das sie in die normale Welt eindringen können, und er als der neue Avatar regieren darf. Sogar ein Bürgerkrieg bricht aus.

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Republic City hingegen versucht sich dort raus zu halten, trotz Korras Hilfegesuch, da ein Bürgerkrieg im Wasserstamm sie nichts angeht. Bis sich der reiche Geschäftsmann Varrick einmischt, der ziemlich schrullig und charismatisch ist, bei dem sich aber bald herausstellt, dass er auch lügt und betrügt, um die Kriegsflammen anzuheizen, da sich so gut Geld verdienen lässt. Varrick ist ein echt toller neuer Charakter, denn nicht nur ist sein extremes Gehabe ziemlich unterhaltsam ohne zu nerven, was schon ein ziemlicher Drahtseilakt ist, sondern er ist auch ein grauer Charakter, nicht wirklich ein Böser, nicht wirklich ein Guter, sondern auf seinen eigenen Profit bedacht, aber bereit zu helfen, wenn es auch ihm hilft. Und zusammen mit Unalaqs anfänglicher Hilfsbereitschaft (auch wenn man es bei ihm drei Meilen gegen den Wind riechen konnte, dass er der Bösewicht der Staffel wird) zeigt dies eben auch Korra, dass man vielleicht doch nicht einfach unreflektiert jedem glauben schenken, sondern vielleicht auch mal etwas selbst nachdenken und Motivationen hinterfragen sollte – bisher nicht unbedingt Korras Stärke. Etwas schade war allerdings, dass die elfte Folge das alles etwas unpassend einfach wieder aus dem Weg bekommt, mit Varricks lang angelegten Plänen schnell außer Gefecht gesetzt und ihm im Gefängnis. Das ging so was von zu einfach über die Bühne, ich hatte fast erwartet herauszufinden, dass dies nur Teil des Planes war. Aber leider nicht.

Außerdem bringt Varrick die Movers in dieses Universum, auch die Welt von The Legend of Korra hat nun also Kinofilme, die prompt natürlich von Varrick für seine eigene Propaganda gebraucht werden. Erneut eine nette kleine Lehrstunde für die Kinners da draußen, eben nicht so einfach alles für bare Münze zu nehmen, was einem dort an Agenda vorgespielt wird, aber auch echt unterhaltsam an sich, denn die Dinger sind herrlich over the top und dämlich, mit der einen oder anderen Hommage an unsere eigenen monochromen Filmklassiker.

Auch so ist sich The Legend of Korra natürlich mal wieder nicht zu schade, auch sich über sich selbst lustig zu machen. Wenn der rote Teppich aus der Feuernation importiert wurde, „weil die machen dort das beste Rot-Zeug“, als kleiner Witz auf die extreme Farbkoordination, die die Nationen in dieser Welt pflegen, und die genau genommen nicht sehr realistisch ist. Oder zwei Instanzen wo ein Charaktere wiedergeben muss, was ihm in den letzten paar Folgen geschehen ist, an Charaktere die nicht anwesend waren, und welches mal aufzeigt, wie übertrieben viel eigentlich dann doch Schlag auf Schlag geschah.

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Ich mochte durchaus auch, dass Tenzin seine eigene kleine Charakter-Arc hat, in der er einsehen muss, dass sein Vater doch nicht so übertoll war, ein für ihn ewig unerreichbares Idealbild, und er sich selbst Fehler eingestehen darf. Auch wenn die Exkurse zu seiner Familie beim Urlaub machen zu Beginn der Staffel etwas ablenken und das Pacing zum Stillstand bringen. Es ist dann halt doch keine so eng gesteckte Geschichte wie in der ersten Staffel, die im Notfall hätte alleine stehen müssen.

Irgendwie jedoch hatte die Staffel einen seltsamen Vibe für die Zweite von Vieren, da sich das hier doch alles etwas wie eine Finalstaffel angefühlt hat. Zum einen kommt die Bedrohung direkt aus der Heimat des Haupcharakters Korras selbst. Dann haben wir zur Staffelmitte hin die Origins-Story des Avatar-Zyklus, wenn Korra eine Vision davon hat, wie der erste Avatar durch die Verschmelzung mit dem guten Geist Raava verschmolz um den bösen Geist Vaatu zu versiegeln, die anderen Geiser überhaupt erst in die Geisterwelt zurück trieb. Übrigens eine Doppelfolge im Stil von Tuschmalerei. Und irgendwie passend, dass der Avatar geboren wurde, um die Welt in Balance zu halten, wo der Kerl, der zu ihm wurde, doch eigentlich erst die Balance zerstörte. Mit Vaatur haben wir dann auch ein großes Urböse sozusagen hinter allem, nicht nur einen größenwahnsinnigen Menschen oder eine Kriegstreibende Nation, vor dem die ganze Welt gerettet werden muss. Der Ballast der alten Avatar-Leben wird ausgehebelt, Korra führt anschließend in ein neues Zeitalter. Doch, irgendwie war das alles so ein weniges Finalstaffel-Material. Mal sehen, was da in den nächsten zwei Staffeln wirklich noch drauf kommen soll.

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