Level 5 Guild: The Starship Damrey

ava-1798The Starship Damrey kommt zu uns dank Kazuya Asano und Takemaru Abiko. Erneut zwei eher unbekannte Größen im Westen, denn den Kult-Klassiker Banshee’s Last Cry (auch Night of the Sickle Weasel für Schauer von Game Center CX), für den beide verantwortlich zeichnen, gab es nur in Japan. Oder besser gesagt lange Zeit nur dort, denn die Smartphone-Version des Sound Novels ist seit letztem Jahr in Englisch erhältlich. Vielleicht auch besser bekannt als „das Spiel, das Kotaro Uchikoshi zu seinen Zero Escapes inspirierte“.

Und wie das zum Konzept von Level 5s Guild-Teilen zu gehören scheint, lehnt man sich auch hier im Kleinformat an das an, wofür man bekannt geworden ist, denn auch The Starship Damrey ist ein Horror Sound Novel, welche für gewöhnlich gegenüber traditionellen Visual Novels keine Charakter-Pappaufsteller für die Gespräche offerieren und deswegen auch den Text über fast den ganzen Bildschirm legen können und die Atmosphäre eben mehr durch die akustische Untermalung generieren.

Tatsächlich integriert The Starship Damrey das in sein Setting. Wo ich es in Banshee irgendwie seltsam fände, wenn man permanent mit den anderen Charakteren in der eingeschneiten Skihütte interagiert, sie aber nicht angezeigt bekommt, so findet Damrey eben auf einem verlassenen Raumschiff statt. Genau genommen erwachen wir gerade frisch aus dem Kälteschlaf, der schon mal kurzzeitige Amnesie mit sich bringen kann und so. Die KI des Schiffes erkennt unsere Stimme dummerweise nicht als Crewmitglied, weswegen wir uns als Gast in das OS einloggen müssen. Warum das überhaupt? Der Sauerstoff im Schiff wurde gekappt, weswegen wir nicht aus der Schlafkapsel können, und deswegen steuern wir über das OS einen der Roboter des Schiffes.

Erklärt also, warum wir uns durchs Raumschiff puzzeln müssen, denn zum einen kennen wir uns dank Amnesie hier nicht mehr aus, und zum anderen fehlt uns die nötige Berechtigung eines Crewmitglieds, um die diversen Sicherheitstüren zu öffnen. Per Egoperspektive, da wir das ja alles aus zweiter Hand durch die Kamera des ferngesteuerten Roboters zu sehen bekommen.

Was wir im Schiff vorfinden sind beispielsweise die Leichen der restlichen Crew, dank deren gescannter ID-Karte dann auch nach und nach weitere Teile des Schiffes betreten werden können, sowie bekommen wir den Geist eines kleinen Mädchens und ein verletztes Alien vor die Scheibe. Was genau geschehen ist, dass bekommen wir natürlich erst am Ende erzählt, und das auch nur komplett, wenn das True Ending erreicht wird, für das ein optionaler Gegenstand zur richtigen Stelle gebracht wird.

Tatsächlich ist die Atmosphäre von The Starship Damrey enorm dicht, das Spiel rät auch direkt zu Beginn mit hochgedrehtem Sound und ohne Hints zu spielen. Denn man soll alles Stück für Stück per Trial and Error selbst herausfinden, wodurch das Ding dann auch etwas länger als nur 1 Stunde wird, die das hier wahrscheinlich nur brauchen würde, wenn man direkt den Überblick über alles hätte. So gibt einem das Spiel keine Tipps, aber natürlich gibt es mal wieder, gerade bei einer so überschaubaren Lokalität, nur so viele Interaktionspunkte, die durchprobiert werden müssen, bevor ein Weiterkommen gegeben ist. Die absolute Stille im verlassenen und klaustrophobisch dunklen Raumschiff, nur unterbrochen von einem metallischen Knurren immer mal wieder oder dem Rasseln einer nahen Space Leech (die Collectibles des Spieles), bringt dabei genau die richtige Stimmung auf. Zwei oder drei plötzliche Erscheinungen haben mich dann auch wirklich kurz aufschrecken lassen.

Von daher bekommt The Starship Damrey genau das erledigt, was es will, und ist ein recht cooles und atmosphärisches, knackig-kurzes Adventure geworden.

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