Let’s Play Lightning Returns – 02. As Sharp as a Battered Fang

ava-1794Ok, also Gott hält die Arche in einem Zeitvakuum. Was fürs Gameplay nett ist, weil es bedeutet, dass dies der Ruhepol-Hub des Spieles ist. Aber Gott lässt die Zeit in der echten Welt weiterlaufen, weswegen wir dort unter dem Zeitdruck der verbleibenden 13 Tage stehen. Aber bedeutet das nicht, dass theoretisch die 13 Tage in der realen Welt auch verstreichen müssten, während wir in unserer Arche-Blase chillen? Aber dann meint Hope selbst, dass wir uns vor Snow ruhig anderen Baustellen widmen können, weil für ihn solange die Zeit stillsteht. Also lässt Gott wirklich nur dort die Zeit laufen, wo Lightning gerade ihren Einsatz macht? Oder was nun, Lightning Returns? Argh…

Der Unterschied zwischen der etwas dummen Handlung in Final Fantasy XIII-2 und der ziemlich dummen Handlung in Lightning Returns ist vor allem auch der Ton. Bei XIII-2 gab es zu den Eposition Dumps oft am Ende, dass der Charakter essentiell die Hände über den Kopf geschlagen hat und meinte „Ich kapiers auch nicht, ok? Zeitparadox und so halt“ und dann gings mit spaßigen Sachen weiter. Lightning Returns hingegen ist sich absolut nicht bewusst, dass das hier alles ein wenig blöde ist, sondern präsentiert die Dialoge in so einer luftig-erhabenen Art, als ob dies statt generische Plattitüden zu sein philosophisch-intellektueller Gedankenstoff für die nächsten Stunden wären. Lightning Returns ist geschrieben wie von einem Angsty-Teen, der glaubt permanent hochtrabende Gedanken zu haben, die der Menschheit komplett neu sind. Das macht die Handlungsparts in Final Fantasy XIII-3 eine ganze ecke nerviger durchzustehen, während sie in Final Fantasy XIII-2 ziemlich harmlos erträglich waren.

Wir gehen jedenfalls erst Mal nach Luxerion, die Stadt des Lichtes, die unter der Religion des Gottes Bhunivelze steht, was natürlich prompt auch eine Rebellion dagegen ausgelöst hat, von den Anhängern Etros. Und Mädchen mit der Frisur Lightnings werden umgebracht. Atmosphärischer Opener, den Lightning sofort mit einem cheesy One-liner kaputt macht. Wir hören uns jedenfalls ein wenig in der Stadt um und zu niemands Überraschung scheinen die Kinder Etros hinter der Hetzte gegen Bhunivelzes Erlöserin zu stecken. Hier eröffnet uns Lightning Returns auch, wie gelevelt wird, nämlich nicht durch Kampferfahrung, sondern nach beendigen von Missionen, sowohl Hauptstory wie Nebenquests, erhöhen sich ihre Werte. Wir spionieren den Etro-Jüngern also noch etwas nach, bevor wir uns Nebenaufgaben in Luxerion widmen, wie einem Mädchen ihre Karfunkelpuppe zu bringen oder einer Katze zu helfen, die von Lumina mit der Seele ihrer Besitzerin bestückt wurde, in bester „pass auf was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen“-Manier.

Ich muss mich glaub ich an die Struktur, oder besser das Fehlen einer solchen, in Lightning Returns erst gewöhnen. Ich bin ja allgemein kein Fan von Spielen, die unter einem Timer stehen, besonders in RPGs, sowas stresst mich einfach nur, auch wenn das Spiel einem mehr als genug davon gibt. Aber Valkyrie Profile, Atelier oder Persona 3/4 schreiten immerhin nur dann im Timeslot voran, wenn ich auch eine Aktion wähle, lassen mich also besser planen. Final Fantasy XIII-3 läuft auf Echtzeit, ich kann also theoretisch schon eine Stunde in Luxerion vergeuden, weil ich in den desorientierenden Seitengassen verlustig gegangen bin, auf der Suche nach einem versteckten Schatz oder nach den NPCs für eine Quest. Es ist ein wenig so, als hätten die Macher von Final Fantasy XIII sich dran erinnert, dass alle die extreme Linearität und das Fehlen von Nebenaufgaben bemängelt haben, und wollten denen kollektiv jetzt eines auswischen. „Da habt ihre eure verzweigten Gebiete, in denen man sich verläuft, und jede Menge nach eigenem Gusto erfüllbare, darin verstreute Sidequest – aber oben drauf legen wir einen Timer, so dass Erkundung und Aufgabenerfüllung zu reinstem Stress ausartet. Na, wie gefallen euch nonlineare Spiele jetzt, huh? HUH?!“ Ich gehe mal davon aus, dass die Zeit ausreichend ist, vor allem da sie in Menüs, Kämpfen, Konversationen und Cutscenes nicht weiter läuft und es einen Skill gibt, um sie kurzzeitig anzuhalten. Aber rein von der Psyche her stresst er mich unterbewusst schon.

Doch dann geht’s erst mal in die Wildlande, wo Lightning nicht nur beim Opening-Panorama-Schwenk übers Gebiet mit schrecklicher Framerate begrüßt wird, sondern auch mit einer telepathischen Mädchenstimme, die meint der Engel Walhallas würde hier warten. Ziemlich schnell finden wir heraus, dass dies ein Chocobo ist, aber ein weißer Superchocobo, der sich erst zum Weltende blicken lässt und mit dem man zu Etros Bergschloss hier kommen kann. Der hiesige Professor sucht ihn schon seit hundert Jahren… wartet mal, hab ich eigentlich verpasst, wie es kommen kann, dass die Charaktere hier alle Jahrhunderte am Leben sind? Lightning und Hope wurden von Gott erweckt, aber wie kommt Snow in den Not-Strip-Club und Vanille nach Luxerion, wenn das hier Jahrhunderte nach FFXIII ist? Jedenfalls finden wir den Chocobo angeblich, wenn wir auch den Chocobofresser finden. Auch auffinden tun wir hier Behemoth-Kämpfe, wie unlustig.

Tun wir aber nicht, sondern düsen stattdessen mit dem Zug gleich weiter in das Dünengebiet. Ausnahmsweise mal ohne Exposee direkt beim Betreten. Allerdings erzählt uns der erste NPC hier, dass es hier auch nichts von Interesse gibt. Es sei denn natürlich, man interessiert sich so wie der Orden und die Räuber für die Ruinen, in denen ein heiliger Schatz verborgen liegen soll, mit dem man die Seelen der Toten beschwören kann – gähn. Hope nervt übrigens auch in diesem Teil etwas, da Lightning keinen Furz lassen kann, ohne dass ihr Interkom läutet und er einen Kommentar dazu abgibt. Beim Banditencamp angekommen schickt uns Adonis (hat eigentlich jeder normale NPC das gleiche Gesicht, nur unterschiedliche Outfits/Frisuren drauf geklatscht?) wieder zurück, um durchs Besiegen eines Bosses den magischen Wirbelsturm zu beenden, der den südlichen Ausgang unpassierbar macht. Glücklicherweise sind wir mit den aktivierten Teleport-Kaktor-Statuen schnell dort. Die gute Tat beschert uns eine Audienz beim wahren Anführer der Bande: Fang. Endlich! Ein sympathischer Charakter! Die gibt uns nun in der Wüste sogar KI-Kampfunterstützung. Bei den Ruinen angekommen erzählt sie uns noch schnell, dass sie gar nicht scharf auf das Clavis ist, sondern Vanille jenes braucht. Die hört seit Neuestem die Stimmen der Toten, weswegen der Orden sie sich geschnappt hat.

Fürs Erkunden der Ruinen bleibt allerdings keine Zeit mehr, denn es schlägt 6 Uhr, was uns automatisch zur Arche teleportiert und den nächsten Tag einläutet. Hope meint übrigens tatsächlich, dass die Zeit in der Welt stehenbleibt, solange Lightning auf der Arche ist. Gott kann also die Welt anhalten, wenn er lustig ist, tut es aber nicht, weil keinen Bock?

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