Moon Tiara Boomerang!, or Watching Sailor Moon Crystal Part 1

ava-17562012, zu einem Event zur Feier des 20-jährigen Jubiläums der Franchise, wurde also eine neue Sailor-Moon-Serie angekündigt, startend Mitte 2013. Aber so einfach geht in Sachen Sailor Moon schon lange nichts mehr, und der Start verschob sich auf Ende 2013 und letztendlich ins Jahr 2014 hinein. Doch im Sommer letzten Jahres war es dann endlich soweit, jeweils im 2-Wochen-Rhytmus streamt Nico Douga wahlweise in ein Dutzend Sprachen untertitelt Pretty Guardian Sailor Moon Crystal aus.

Das Ding wird 26 Folgen zählen, ist also noch gar nicht beendet. Warum schreibe ich also darüber schon? Weil sich Crystal nah am Manga orientiert, was ja auch hinreichend im Voraus bekannt war. Dennoch nahm jeder an, dass diese Folgen die erste Story Arc abdecken werden, womit Crystal dann schon mal 20 Folgen schneller damit wäre, als die ursprüngliche erste Staffel des alten Anime, sowie sogar 23 zügiger als die Live Action Serie. Doch alle haben unterschätzt, wie eilig das im Manga tatsächlich dahin gerast war, denn die Dark Kingdom Arc endete tatsächlich bereits mit Folge 14 der neuen Sailor Moon Inkarnation. Wie habe ich damals über die schematisch gleichen Füller der ersten Staffel geschrieben? „Würde man die Serie auf die wirklich relevanten Folgen zusammenziehen, man hätte wohl eine Staffel von 13 Folgen übrig.“ Das beweist sich dann tatsächlich hier, ich lag nur um eine Folge daneben.

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Ich werde dies jetzt auch gar nicht zurücknehmen, die Filler im ersten Anime sind schon ein Stück zu zahlreich. Es dauerte immerhin ganze 8 Folgen, bis mit Ami die zweite Sailor Senshi auftauchte, während in Sailor Moon Crystal bei Folge 8 bereits das komplette Quintett zusammengefunden hat. Allerdings so ganz ohne ist auch irgendwie wieder doof, geht Crystal doch etwas zu rasant durch die Handlung. Man bräuchte eben doch einfach ein wenig Luft zwischen den Ereignissen manchmal, und die Füllfolgen waren halt auch ganz gut, um die Charakterdynamik etwas besser kennenzulernen. So mal zwei oder drei Folgen zu haben, um sich mit der neuen Kriegerin anzufreunden, statt wie hier direkt nach der Einführung von Usagi bereits in der nächsten Folge Ami und die Folge darauf Rei vorgesetzt zu bekommen. Macht auch einfach das Pacing einiger Dinge unglaubwürdig. Wie wenn die Sailors meinen wie sehr sie ihre Freundschaft untereinander schätzen und einander helfen, obwohl sie gerade mal vor zwei Folgen zusammengefunden haben. Oder das Minako so tut, als sei sie Serenity, um von Usagi abzulenken, jedoch bereits die Folge darauf sowieso die Wahrheit rauskommt.

Auch die Bösen kamen im Manga immer etwas sehr kurz, während ich es immer ganz schön fand, dass sich das Anime die Sache zwischen Neflite und Naru und die Romanze zwischen Zoisite und Kunzite ausgedacht hat, um dort doch etwas mehr Dimension hineinzubringen. Crystal greift stattdessen das im Manga nur vage angedachte auf, dass die vier Generäle mal Endymions Leibgarde waren, so wie das die vier anderen Senshi für Serenity sind, und dass sich da auch romantische Gefühle entwickelten. Und immerhin ändert Crystal dann schon etwas, lässt die Generäle bis ins Finale überleben, statt sie wie im Manga im Schnelldurchgang umzubringen.

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Die Haupthandlung ist natürlich weitestgehend eh gleich geblieben. Doch irgendwie finde ich es tatsächlich in der alten Serie besser umgesetzt. Zum Teil schon wie erwähnt, weil es einfach schöner ist mit den Charakteren etwas mehr Zeit abseits jener zu verbringen. Aber auch einfach so finde ich einige Ereignisse wie den Ball, die ersten Erinnerungen an Silver Millennium und auch das dramatische Finale einfach im alten Anime netter herübergebracht. Ehrlich gesagt ging mir der Manga in den ersten zwei Story Arcs immer etwas gegenüber dem Anime ab, und kommt erst dann richtig in Gang, und das merkt man bei der Neuumsetzung, die sich so nahe dran hält, halt dann auch. Ich vermisse einfach ein wenig die Funny Faces von Usagi. Ihre Familienquerelen. Quality Time der Mädels untereinander. Eine aufbrausende Rei und ihren schrägen Großvater. Eben auch viel die kleinen Dinge tatsächlich.

Hilft natürlich nicht, dass es die 2014er Serie schafft, genauso billig wenn nicht manchmal sogar billiger auszusehen, als die von 1992. Ich finde eh, dass sich Naoko Takeuchis fragiler Zeichenstil einfach nicht wirklich gut in animierte Form fassen lässt, die Körperproportionen der Charaktere sehen einfach häufig schrecklich aus. Aber auch so ist hier zeichnerisch häufig einiges schief, und die Hintergründe sind auch sehr barebones. Dann noch der Stilbruch mit den CG-Verwandlungssequenzen aus dem Uncanny Valley… ne, hübsch ist Sailor Moon Crystal sicherlich nicht anzusehen.

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