Ace Attorney Week – Dual Destinies

ava-1755Es dauerte eine Weile bis Gyakuten Saiban 5 auftauchte, Capcom stattdessen die DS-Trilogie mit den zwei Miles Edgeworth Spinoffs auffüllte. Das mag daran gelegen haben, dass Serienerschaffer Shu Takumi sich lieber Ghost Trick zuwandte, letztendlich nicht mal für den fünften offiziellen Teil verfügbar war, weil er beim Spinoff Professor Layton vs. Ace Attorney eingebunden war. Aber vielleicht auch weil, obwohl der vierte Teil finanziell und von den Kritik ein Erfolg war, die neuen Charaktere eben doch nicht so beliebt bei den Fans waren – würde erklären warum wir wieder bei Ace Attorney Phoenix Wright: Dual Destinies sind, nicht Apollo Justice 2, und man die ursprünglich bei den Ace Attorney Investigations angedachte Protagonistin Ema Skye lieber mit Favoriten Miles Edgeworth austauschte.

Turnabout Countdown startet dann auch gleich spektakulär mit… holy shit, sind das Anime-Cutscenes, und butterweich durchanimierte 3D-Modelle und Kamerschwenks in den Locations, und was zur Hölle ist mit der Stimme von Phoenix… ok, noch mal. Der erste Fall startet direkt spektakulär damit, dass im Gerichtssaal eine Bombe explodiert, Apollo Justice außer Gefecht setzt. Da muss also schnell eine Vertretung her, und das ist natürlich… der neue weibliche Sidekick Athena Cykes. Aber nein, natürlich ist auch die dem Tutorial-Ankläger Payne nicht gewachsen, und so taucht Phoenix Wright wieder in seinem blauen Anzug auf, um zu beweisen, wer wirklich die Bombe detoniert hat und vor allem warum. Athena bringt jedoch mit sich das neue Gimmick a la Psyche-Locks und Perceive System, diesmal Mood Matrix genannt und im Prinzip ein glorifizierter Stimmungsring, denn Athena kann auslesen, wann die Gefühle eines Zeugens nicht mit der Aussage kongruent laufen, um dort eine Angriffsfläche in der Aussage zu wittern (Apollos Armband und Phoenix Magatama kommen allerdings weiterhin zum Einsatz).

The Monstrous Turnabout springt dann zeitlich etwas zurück und zeigt uns den ersten Fall, den Apollo mit der frisch dazu gestoßenen Athena hatte. Und zwar geht es um Yokai, bzw. die beiden verfeindeten Orte in einem Tal, welches von jenen Sagengestalten geprägt ist… und dem Wrestling! Außerdem führt der erste „richtige“ Fall des Spieles natürlich weitere Hauptfiguren ein, nämlich den übereifrigen und einfältigen Detective Fulbright, so wie den Staatsanwalt des hiesigen Teiles: Der monochrome und höflich-altmodisch daher redende Blackquill, der selbst wegen Mordes überführt ist, und einen trainierten Falken mit in den Gerichtssaal bringt. Also erneut rundum eine coole Sau.

In Turnabout Academy übernehmen wir nun die Rolle von der Dritten im Verteidiger-Bunde, die forsche Athena Cykes. Die will nämlich ihre Kindheitsfreundin Juniper von der Anklage des Mordes an ihrer Professorin befreien, die genau nach Junipers Script für eine Show-Verhandlung gemeuchelt wurde. Interessant ist, dass es der erste Fall ist, der uns nicht direkt im Opening zeigt, wer der wahre Mörder ist, man es sich aber 5 Sekunden, nachdem er zum ersten Mal den Bildschirm betritt, denken kann, wer es war. Außerdem spielen hier stark zwei Themen des Spieles rein: Eine unter Spannung geratene Freundschaft, sowie die „Dunkle Zeit des Gesetzes“, in der es scheinbar nicht mehr um Wahrheit geht, sondern das Ziel die Mittel heiligt (eine Sache, die auch der fünfte Fall des ersten Spieles angedacht hatte, sowie Apollo Justice weitestgehend sich um gefälschte Beweise drehte). Cameo von Klavier Gavin!

Die beiden vorigen Fälle fanden übrigens beide noch vor dem ersten des Spieles statt. So auch The Cosmic Turnabout, bei dem wir Apollo steuern, der einen Astronauten verteidigt, der angeklagt wird, seinen Mitarbeiter und Apollos Freund umgebracht zu haben. Außerdem sind auch hier zwei Bomben hochgegangen. Und dann explodiert jene im Saal, die der Opener des Spieles war, und wir steuern für den Rest der Verhandlung Phoenix, nun nach dem Tutorial-Fall. Hier fällt nun auch, was das Spiel schon reichlich geteast hat: Apollo verlässt unbestimmt die Kanzlei, um auf eigene Faust zu ermitteln. Außerdem scheinen Athena und Blackwill erstaunlich involviert ins Geschehen zu sein. Und dann das Cliffhanger-Ende….

Welches uns in den letzten Fall führt, soweit man nicht den DLC erworben hat, Turnabout for Tomorrow. Eigentlich ist’s ja eher eine Verlängerung des Vorfalles, statt was komplett Neues. Jedenfalls kommt nun alles zusammen. Das Kindheitstrauma von Athena. Der Mordfall von vor 7 Jahren, bei dem Blackwill verurteilt wurde. Die Bombenattentate der letzten Tage. Und natürlich die „Dunkle Ära des Gesetzes“. Und da Apollo eigene Wege geht und niemand anderes als Athena auf der Anklagebank steht, übernehmen wir wieder Phoenix, dem zuerst Trucy zur Seite steht, dann Pearls(!) einen Cameo einlegt, und der zunächst auch gegen Edgeworth(!) sich beweisen muss.

Damit endet also auch das fünfte Ace Attorney. Und ich stehe so etwas da, wie nach dem vierten Teil. Ich fand es insgesamt schon recht gut und unterhaltsam, aber so der letzte Kick des ersten und dritten Teiles geht mir etwas ab. Weiß auch nicht genau was das ist, aber ganz so witzig ist es nicht, ganz so charmant, ganz so schräg unterhaltsam. Was mich allerdings definitiv etwas gestört hat, und was etwas geringer mir im Vorgänger schon stärker wie sonst auffiel, ist, wie nervig es doch wird, wenn die Spiele – hier recht häufig der Fall – ewig brauchen, um bei dem Punkt anzukommen, den man schon längst eindeutig raus hat, sowie dann auch noch fünf Mal einen mit der Nase rein stupsen von wegen „da gibt es doch DIE Sache“, „jetzt brauche ist DAS was DAMALS passiert ist“ etc.

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2 Kommentare

  1. Ich hab Dual Destinies geliebt. Die Darbietung war irrsinnig, und man stützte sich wieder viel mehr auf die Stärken der Originaltrilogie. Phoenix zurück ins Boot zu holen (samt bombastischem Fight mit du-weißt-schon-wer am Ende) war die absolut richtige Entscheidung. Mir fiel vor allem bei den wenigen Apollo und Trucy Szenen auf wie leer die beiden Figuren doch im Vergleich zu Maya, Pearls und Co geblieben sind. Bei Athena und z.B. Juniper hatte ich das Gefühl nie, die sind jetzt nach gut einem dreiviertel Jahr immer noch scharf gezeichnet im Bild.

    Übrigens finde ich es ja drollig, dass man die Zeit nach Apollo Justices erstem Fall bis hin zum Ende von Dual Destinies im Spiel als „das dunkle Zeitalter“ bezeichnet. Da hatte jemand wenig Freude mit den Kritikern damals :>

    Gespielt übrigens am iPad, wo die fantastische Cel Shading Grafik so richtig zum Zuge kommt. Gleich darauf übrigens nochmal AA1-3 durchgezockt und wieder viel, viel Freude damit gehabt. Teil 2 hab ich jetzt besser empfunden als damals

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    • Vielleicht hatte ich auch beim fünften Spiel dann etwas AA-Burnout? Allerdings find ich die Riege um Phoenix immer noch etwas unterhaltsamer, als die Neuankömmlinge in DD, dafür die aus AJ gar nicht so viel langweiliger. Dafür sind sie vom Design her direkt auffälliger, was auf mich immer ein wenig forciert wirkte, ganz wie die Charaktere in den Investigations.

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