Ace Attorney Week – Trials & Tribulations

ava-1753Kommen wir also nun zum Abschluss der originalen GBA- bzw. Phoenix-Trilogie, und auch dem letzten Spiel, bei dem Shinji Mikami ein Händchen als Executive Producer drauf hatte (in Apollo Justice übernahm diese Rolle Keiji Inafune), Serienschöpfer Shu Takumi blieb hingegen noch ein weiteres Spiel dabei, bevor er sich ebenfalls anderen Dingen zuwendete.

Turnabout Memories ist das übliche Tutorial gegen den unfähigen Ankläger Payne, allerdings diesmal nicht als Phoenix, sondern als Mia Fey! Denn das Spiel springt 5 Jahre zurück, zu ihrer gerade mal zweiten Gerichtsverhandlung, in der sie niemand anderen als unsren naiv-trotteligen Phoenix „Feenie“ Wright vertreten muss, da seine Freundin Dhalia „Dollie“ Hawthorne ihm den von ihr begangenen Mord anhängen will. Des Mordes an Mias Freund überführen wir sie gleich quasi mit. Unterstützung gibt’s vom Wiederkehrer Grossberg.

The Stolen Turnabout bringt nicht nur Larry Butz und Adrian Andrews zurück in die Serie, sondern als erster richtiger Fall auch das Auftauchen des hiesigen, gegnerischen Anklägers. Das wäre die coole Sau Godot, der immer von jazziger BGM begleitet wird, und wild aus dem Kaffeesatz philosophiert, den er konstant konsumiert. Ein halber Mech ist er auch noch. Der perfekte Mann also. Wie Maya überraschend feststellt, geht es ausnahmsweise mal nicht um einen Mord, sondern um Diebstahl, denn Phoenix Trites Klient ist angeklagt, der Profidieb MaskDeMasque zu sein, was er auch gar nicht abstreitet. Letztendlich wird dann allerdings doch wieder ein Mordfall draus.

Recipe for Turnabout startet damit, dass Phoenix Wright eine Gerichtsverhandlung verliert, demnach die unter Mordanklage stehende Rückkehrerin Maggey Byrde für schuldig befunden wird. Doch weiß Phoenix davon gar nichts, als Gumshoe ihn darauf anspricht, denn es hat sich einfach jemand als er ausgegeben! Es kann also dank Verfahrensfehler zu einer neuen Verhandlung für Maggey kommen, jedoch stellt sich hier das Problem, dass während sie felsenfest behauptet, den Mörder mit dem Opfer am Tisch sitzen gesehen zu haben, gleich zwei unabhängige Zeugen behaupten, dass Opfer habe seinen Kaffee alleine getrunken. Und das Gift war auch noch in Maggeys Tasche. Was nicht alles passiert, wenn man sich mit den Yakuza anlegt.

Turnabout Beginnings ist ein weiterer Kurzfall, der nur aus einer Gerichts-Session besteht, die allerdings wesentlich mehr her gibt, als die Tutorials zu den Spielbeginnen, da es ziemlich essentiell für die Handlung von Trials & Tribulations ist. Wir springen noch ein wenig weiter zurück, als bei Fall 1, nämlich zum ersten Fall von Mia Fey (und auch der erste für Edgeworth auf der Gegenseite), in der ihr direkt ein entflohener Krimineller, der wegen Mordes verurteilt ist, und einen weiteren begangen haben soll, aufs Auge gedrückt wird. Hier treffen wir die Schlange im Schafspelz, Dhalia Hawthorne, wieder, sowie steht Mia statt Grossberg ihr Kollege Diego Armando bei, der verdächtig nach Godot aussieht.

Und dann kommt mit dem finalen Bridge to the Turnabout der beste Fall im besten Ace Attorney. Phoenix, Maya und Pearls verbringen ein Wochenende in einem Medium-Trainingscamp, doch endet bereits der erste Tag darin, dass jemand tot aufgefunden wird, die exakt wie Dhalia Hawthorne aussehende Priesterin Iris unter Verdacht steht, Maya und Pearls verloren gehen, und Phoenix im Krankenhaus landet. Da auch Godot nicht aufzufinden ist, müssen am nächsten Tag niemand andere als Miles Edgeworth und Franziska von Karma im Gerichtssaal für sie einspringen, und beispielsweise Larry Butz befragen. Wie immer ist Gumshoe dabei, und sogar Wendy Oldbag hat eine Post-Credits-Szene.

Sprich alle beliebten oder beliebt-gehassten Charaktere kommen für einen finalen, großen, langen Fall zusammen, um das Finale der Phoenix-Wright-Trilogie einzuläuten, in dem alles noch mal zu einer großen Geschichte verwurstet wird: Der Tod von Mia. Der Fall um ihre Mutter Misty. Die Folgekriege in der Fey-Familie. Morgan Feys noch vom Vorspiel ausstehende Drohung. Die Signifikanz von Dhalia Hawthorne. Und warum Godot unseren Phoenix nicht ausstehen kann. Viele Irrungen und Wirrungen, so wie gefühlt hundert Psyche-Locks später – die Ace Attorneys halten sich schon lange nicht mehr an unterhaltsamen Werwicklungs-Irrsinn zurück – laufen die Credits, und man hat ein richtig wohlig-warmes Gefühl im Bauch.

Das kann man natürlich teilweise auch der Vorarbeit der beiden vorigen Spiele attestieren, immerhin kennen und lieben wir die hiesigen Charaktere schon seit X Stunden, und sie alle für einen großen Endfall der Phoenix-Arc zusammenkommen zu lassen, ist natürlich automatisch gefällig. Aber auch so ist Trials & Tribulations definitiv das beste der drei Spiele, da die besten Fälle hier sind, der beste Humor, die unterhaltsamsten Wendungen, und auch die neuen Charaktere – allen voran Dhalia und Godot – stehen den bekannten Gesichtern nichts nach. Trials & Tribulations hält sich in Nichts zurück und ist der Punkt, wo die Serie am besten im Einklang mit sich war.

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