Oz 12-14

ava-1746Ein Jahr mit den Oz-Büchern geht nun also zu Ende, mit den letzten drei Exemplaren von L. Frank Baum. Das erste davon, zwölftes Buch in der Reihe, The Tin Woodman of Oz, bringt ganz unerwartet den Zinnmann wieder ins Rampenlicht.

Genauer gesagt trifft ein wandernder Junge, Woot, beim Zinnmann im Schloss ein, wo auch gerade die Vogelscheuche abhängt, und lässt sich dessen Geschichte erzählen. Die, wie er zum Zinnmann wurde, war er ja mal ein Holzhacker, der um ein Mädel geworben hat, welches die Dienstmagd einer der Hexen war, die deswegen seine Axt verzaubere, auf das sie ihm nach und nach die Körperteile abschlägt, die er einfach mit Zinnprothesen ersetzt hat. Woot fragt aber dann das, was ich mich nie gefragt habe: Was wurde aus der großen Liebe?

Gar nichts, ein Zinnmann ohne Herz liebt nicht, und deswegen hat er das Mädel einfach im Regen stehen lassen. Appelliert Woot aber an das Ehrgefühl des Zinnmannes, der die Logik durchaus einsieht, dass wo er dem Mädel die Ehe versprochen hat, es nur ihr recht ist, dass er dazu auch steht, auch wenn keine Liebe mehr da ist. Also geht das Trio die Ex suchen, und gerät dabei an Ballonmenschen, werden von einer Riesin verwandelt, sammeln die Tochter des Regenbogens ein, und finden einen zweiten Zinnmann, der dem gleichen Mädel die Ehe versprach, und ebenfalls am Altar stehen lies. Autsch.

Ich persönlich bin mir ja nicht so sicher, ob es wirklich richtig ist, jemanden des Versprechens wegen zu heiraten, auch wenn man selbst keinen Bock mehr hat, aber immerhin stellt diesmal auch das Buch selbst die Motivation des Zinnmannes in Frage.

Im Vorwort zu The Magic of Oz schreibt der Herr Baum, dies wäre anders, als seine anderen Oz-Geschichten. Was genau er damit meint, erläutert er nicht weiter, und so ganz auf den gleichen Gedanken kam ich auch nicht. Eventuell, dass diesmal 3 Gruppen gleichzeitig auf ihrem Abenteuer durch die Oz-Landen gefolgt wird?

Jedenfalls ist es bald Ozmas Geburtstag, und jeder versucht natürlich das beste Geschenk zu erhalten. Dorothy und der Wizard machen sich auf, ein Dutzend Affen zu holen, die sie für eine Showeinlage trainieren wollen. Trot und Captain (aus The Scarecrow of Oz) hingegen werden von der Glaskatze zu einer sich ständig veränderten Blume geführt. Derweil wurde der Junge Kiki Aru, der ein Zauberwort eigentlich nur nutzen wollte, um seinem zu Hause zu entfliehen und von der Welt zu sehen, vom Gnomenkönig dazu überredet, lieber das Land Oz zu übernehmen.

Natürlich laufen die jeweiligen Reisen früher oder später ineinander, und der Tag wird gerettet, in dem man mit dem Oblivion-Brunnen mal wieder den Bösen einfach eine Gehirnwäsche gibt. Apropos, die Glaskatze ist übrigens in der hiesigen Geschichte wieder recht aufmüpfig, obwohl sie ja am Ende von The Patchwork Girl of Oz eigentlich eine Lobotomie unterlag, um sie gefügig zu machen.

Glinda of Oz ist das vierzehnte und finale Buch, welches L. Frank Baum schrieb, da er bereits kurz vor der Publikation von The Magic of Oz verstarb. Es ist schon interessant, was für eine friedliche Utopie Oz doch ist, aber dennoch jedes Buch wieder ein letztes kleines Rebellenfleckchen irgendwo am Rande entdeckt wird, welches sich der Regierung von Ozma entgegenstellt. Diesmal haben wir es mit zwei verfeindeten Völkchen zu tun, für die Ozma höchstpersönlich mit Dorothy auszieht, um Frieden zu stiften. Nur um zur Buchmitte hin gefangen zu werden, weswegen Glinda mit einem Großteil der Charaktere der vorigen Bücher auszieht, um sie zu befreien. Was eine nette Abschluss-Gruppe bekannter Gesichter bedeutet, auch wenn niemand davon wirklich was zu tun bekommt.

Und das endet die 14 Bücher umfassenden Oz-Geschichten von L. Frank Baum. Der hat noch ein paar Nebengeschichten geschrieben, und über die Jahrzehnte nach seinem Tod haben sich weitere Autoren dutzende an fortführenden Oz-Büchern ausgedacht, doch dies hier waren die 14 Originale. Ich fand sie recht charmant, und vor allem witzig geschrieben, aber so nach den ersten paar Einträgen hat sich entweder eine gewisse Sättigung eingestellt, oder Baums Welt wurde mir doch etwas zu handzahm, um die anfängliche Qualität halten zu können.

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