Universal Monsters – Rue Morgue

ava-1744Nach den drei ikonischen Monstern Dracula, Frankenstein und der Mumie, ging es anschließend bei Universal im Horror wieder mit nicht ganz so popkulturell bekannten Filmen weiter. Beispielsweise war noch im gleichen Jahr wie The Mummy der erste von drei Filmen mit Bela Lugosi basierend auf einer Geschichte von Edgar Allan Poe am Start: Murders in the Rue Morgue.

Der Film findet in Paris 1845 statt, und startet auf einer Freak Show, bei dem sich Pierre und seine Verlobte die schrägen Attraktionen anschauen, wie exotische Bauchtänzerinnen („glaubst du deren Haut ist wirklich so braun, oder malen die sich nur an?“) oder amerikanische Ureinwohner („rothäutige Barbaren“). Da zieht sie der Dr. Mirakle in sein Zelt mit dem Affenmenschen Erik, der sich als einfacher Gorilla herausstellt (gespielt mal von einem Schimpansen und mal von einem kleinen Mann im Kostüm), mit dem Mirakle meint sich unterhalten zu können.

Was keiner weiß ist, dass der verrückte Dr. Mirakle plant, eine Gefährtin für seinen Erik zu finden, aber dafür erst mal testen muss, ob deren Blut rein genug ist, denn der moderne Mensch ist wesentlich unwürdiger denn ein rein-animalischer Affe. Dies tut er, in dem er sich Prostituierte von der Straße schnappt, in seinem Labor fesselt, und dort Affenblut in die Venen injiziert, um die Kompatibilität zu prüfen, was bereits 4 Leichen mit sich gezogen hat. Doch jetzt ist er davon überzeugt in Pierres Verlobten die Richtige getroffen zu haben.

Poes auch in der Regel nicht allzu ausschweifend lange Geschichten bieten sich glaub ich eher für kürzere Projekte an, und Murders in the Rue Morgue geht auch nur ziemlich genau eine Stunde. Kurioserweise scheint allerdings der Originalschnitt wesentlich länger gewesen sein, Universal war jener aber zu brutal und lies vor Veröffentlichung ordentlich kürzen. Das ist etwas schade, denn etwas mehr Biss hätte der Film haben können. Es gibt einige beunruhigende Settings, wie wenn die Hure auf der nebligen Straße angegriffen wird, oder wenn das Opfer im Labor gefesselt da hängt, aber die sind häufig so kurz oder anderweitig schwer das Geschehene zu erkennen, besonders das Finale kann man verpassen,wenn man zur falschen Zeit blinzelt.

Ansonsten ist ziemlich interessant, wie viel Stereotypen von Detektivgeschichten hier doch drin sind, wenn man mal bedenkt, dass die Originalgeschichte von Poe eigentlich erschienen ist, bevor es dieses Genre richtig gab, also prägend gewesen sein wird. Unser Detektiv Pierre ist ein kluges Forscherhirn, der eigentlich zu schnell auf Zusammenhänge kommt. Er lebt zusammen mit einem Sidekick, der sich wie eine Ehefrau aufführt. Der verrückte Wissenschaftler als obsessives Gegenstück zum begabten Pierre.

Macht auch Murders in the Rue Morgue zu einem kurzen, sehenswerten Happen, wenn man sich in die schwarz-weiße Zeit der Horror- oder Detektivfilme verirren, oder als Fan von Bela Lugosi dessen Oeuvre verfallen will.

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