Universal Monsters – The Mummy

ava-1730Nachdem die 30er Jahre für Universal direkt mit Dracula und Frankenstein gut losgingen, und die ersten beiden ikonischen Monster ihrer Universal Monsters Linie hervorbrachten, wurden 1932 direkt drei Filme rausgeschossen. Einer davon mit einem weiteren mittlerweile klassischen Monster: The Mummy.

Immerhin ist das alte Ägypten und vor allem sein Totenkult nicht nur an sich schon interessant, sondern zu Beginn des vorigen Jahrhunderts auch ordentlich geboomt, dank so einiger archäologischer Entdeckungen im Land des Nils. Eine solche wird zu Beginn des Filmes direkt gemacht, denn Forscher des britischen Museums, die eben noch eine Diskussion darüber hatten, ob man das des Ruhmes oder der Wissenschaft wegen macht, da sie außer ein paar Tontafeln nichts fanden, stoßen auf den Jackpot: Eine namenlose Mumie, und ein angeblich verfluchte Kiste. Kiste aufgemacht, Mumie erwacht, und direkt mal davon gewandert, springen wir 10 Jahre weiter.

Hier haben wir ein weiteres Duo an Archäologen, deren Expedition keine sonderlichen Resultate brachte, bis ein mysteriöser Ägypter – unsere nicht mehr bandagierte Mumie von Imhotep – sie auf das Grabmal einer Prinzessin aufmerksam machen. Der Fund schlechthin, geht aber vertraglich ans Museum in Kairo statt London, zu dumm. Warum Imhotep die Schätze seiner Zeit an Briten verhökert? Weil er seine ehemalige Geliebte widererwecken will, mit einem verbotenen Ritual, das erst dazu führte, dass er namenlos lebendig begraben wurde. Netterweise stolpert Imhotep in der Begleitung der beiden Archäologen auch noch auf deren momentane Reinkarnation Helen.

The Mummy ist die erste offizielle Regiearbeit von Karl Freund, der schon in einigen damals hoch brillierten Filmen als Kameramann tätig war, darunter auch Dracula (1931), bei dem er wohl bereits viel Arbeit dem eigentlichen Regisseur abnahm. Seine Herkunft merkt man glaub ich ein wenig an den dynamischeren Shots des Filmes, besonders der Kamerafahrt, wenn Imhotep für Helen im Flashback-Spiegel ihre Geschichte wiedergibt. Ansonsten ist die ägyptische Kulisse natürlich schön, und das Mumien-Make-up auch gut gemacht, aber der Film jetzt nicht besonders optisch vervorstechend.

Was mir hingegen schon etwas mehr aufgefallen war, ist das Schauspiel von Zita Johann als Helen, die doch ziemlich durch den Film zu schlafwandeln scheint. Das mag durchaus sogar eine bewusste Entscheidung sein, um rüberzubringen, dass sie als Reinkarnation der altägyptischen Prinzessin etwas von der Moderne losgelöst ist, zumal sie weite Teile des Filmes unter Gedankenkontrolle steht oder krank ist, doch so wirklich will ihr Ansatz für mich nicht wirken. Boris Karloff als Imhotep spielt beispielsweise auch etwas weltfremd/losgelöst understated, und das weite Teile des Filmes auch ohne (viel) Maske, funktioniert in seinem Ansatz aber wesentlich besser.

Zwei interessante Eigenarten bei so alten Filmen: Zum einen ist der finale Klimax mit fixen 3 Minuten ungefähr zehn Mal schneller gegessen, als in einem modernen Film; und dann natürlich die Sprache, die sich doch mit der Zeit wandelt, und wo so ein Film schon mal den Satz „Maybe he got too gay with the vestal virgins“ raus haut, ob des Sinnierens, warum Imhotep bestraft wurde.

Ansonsten, joa, guter Film. Mag natürlich mal wieder, dass das „Monster“ ein wenig einen Grund hat, warum es Übles tut, auch wenn ein 1932er Film sicherlich die tragische Liebe nicht so hoch spielt, wie das modern geschehen würde, was ich glaub ich auch mal ganz schön finde. Sicherlich ganz gute Unterhaltung durch und durch.

universal1932a

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