Oz 10&11

ava-1718Bald sind wir am Ende der Oz-Bücher angelangt, zumindest was jene von Original-Autor L. Frank Baum angeht. Der bekanntlich auch gerne andere Bücher geschrieben hätte, aber nicht nur wegen der Nachfrage seiner jungen Fans fast jährlich nach Oz zurückkehrte, sondern auch, weil sich jene Bücher wesentlich besser verkauften, also das Essen auf den Tisch brachten.

Rinkitink in Oz lässt das auch stark spüren, ich war nicht überrascht auf almighty Wikipedia zu lesen, dass dies zunächst ein Konzept für ein eigenständiges Buch war, welches dann Oz aufgepappt bekam. Hier folgen wir Prinz Inga, der in einem beschaulichen Inselkönigreich lebt, welches eines Tages von einer benachbarten Nation überfallen, gebrandschatzt und die Bevölkerung als Sklaven abtransportiert werden. Nur Inga und der freundlich-kugelrunde König Rinkitink, der mit seiner sprechenden Ziege auf Besuch war, bleiben verschont. Praktischerweise kennt Inga das königliche Familiengeheimnis der drei Perlen – eine für Stärke, eine für Weisheit und eine als Schild. Also nimmt er sich das Triforce und macht sich auf, sein Volk und Eltern zu befreien.

Wie gesagt wirkt die Geschichte überraschend un-Oz, selbst wenn man nicht schon vorher weiß, dass es gar keine hätte sein sollen. Dorothy Deus Ex Machina-ed sich ganz zum Schluss noch mal schnell in die Geschichte, aber selbst in den vorigen, in denen die Reise zum Großteil in anderen Ländern stattfand, und Oz erst gegen Ende zum Tragen kam, wirkte das noch nie so überflüssig und aufgesetzt. Und auch auf der Reise an sich fehlt die übliche Oz-Magie. Wir begleiten einen Jungen und einen fetten König, außerdem eine Ziege, die immerhin sprechen kann, aber das war es dann auch. Keine Regenbogenprinzessinnen, keine Zinnmänner, keine menschensgroße Frösche oder Kakerlaken, keine lebendigen Plüschtiere. Keine imaginativen Länder aus Porzellan oder unter der Erde, oder mit Snack-Bäumen. Zwei Menschen und ne Ziege gehen ins kriegerische Nachbarkönigreich und befreien ihre Leute. Selbst das übliche Spiel mit Worten und ihrer Bedeutung scheint abseits von dem, was Rinkitink von sich gibt, ziemlich zurückgeschraubt zu sein.

In The Lost Princess of Oz verschwindet Oz‘ junge Regentin Ozma. Aber nicht nur sie, sondern auch die beliebtesten Deus Ex Machinas der Bücher: Ihr Bild, welches einem jederzeit jeden zeigen kann, und Glindas Buch, welches alle Geschehnisse in sich nachlesen lässt, die am Geschehen sind. Dazu dann noch die Zauberutensilien vom Zauberer von Oz… und eine Pfanne. Während sich Cayke die Plätzchenbäckerin mit dem distinguierten Frosch auf dem Weg macht, ihre Pfanne zu suchen, starten von der Smaragdstadt aus diverse Grüppchen altbekannter Gesichter, um Ozma und die magischen Gegenstände zu finden, wir folgen aber quasi nur der Gruppe von Cayke und der von Dorothy. Die Restgruppen existieren, um zu zeigen, dass sich alle um Ozma sorgen, aber nicht einen Trupp mit dutzenden Charakteren der vorigen Bücher auf einmal durch die Geschichte schleppen zu müssen.

Lost Princess ist immerhin wieder durch und durch eine Oz-Geschichte, spielt sie nicht nur komplett in dessen Landen, sondern weist auch altbekannte Gesichter plus neue schräge Gestalten und Landstriche auf. Selbst die Kinderlogik hinter den Wortbedeutungen ist wieder stärker vertreten. Und natürlich die lapidare Logik, wie wenn der Bärenkönig die Gruppe durchaus wegen begangener Straftat verurteilen muss, da sie unwissend begangen war dies aber nicht wirklich tun will. Also verurteilt er sie zum Tode in 10 Jahren, wohl wissend das Oz-Kreaturen unsterblich sind und sich bis dahin eh keiner mehr an das zu vollstreckende Urteil erinnern wird. Oder wenn die animierten Objekt-Wesen mal wieder darüber sinnieren, wie umständlich das Leben als Fleischwesen doch sein muss, da man ständig Zeit ans Schlafen, Essen und Kacken verliert, alles Dinge, deren so eine Vogelscheuche oder Patchwork-Mädel nicht nachgehen müssen.

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