Adventure Week #14: Dracula Origin

ava-1700Frogwares sind diejenigen, die in den letzten 12 Jahren ganze 10 Sherlock Holmes Adventures rausgehauen haben, die sich langsam von eher unterdurchschnittlichen zu überdurchschnittlichen Wertungsschnitten hochgearbeitet haben. Zwischendrin war dann noch Zeit sich ein paar andere Klassiker vorzunehmen, wie Journey to the Center of the Earth, (Around the World in) 80 Days, einer Cyberpunkt-Interpretation des Cthulhu-Mythos, und Bram Stokers Dracula in 2008 (und 2011 noch mal in einem ihrer vielen Suchbild-Casual-Games, aber die zählen ja nicht).

Worauf es eigentlich mehr aufbaut, ist nicht Bram Stokers Dracula das Buch, und mehr Bram Stoker’s Dracula der Film. Und erinnert mich damit auch etwas an Microids Dracula-Reihe. Denn auch Dracula Origin nistet sich in die Ereignisse des Buches ein, macht aber etwas sein eigenes Ding draus. Dracula selbst ist immer noch der Antagonist, bekommt aber eine Hintergrundgeschichte ob einer verlorenen Liebe, die ihn zum Monster werden lies, und nun so vernarrt in Mina Harker macht. Es ist nicht exakt die gleiche Geschichte wie im Film, aber eben doch recht ähnlich. Außerdem ist Dracula hier ebenfalls ein attraktives Kerlchen. Aus dem Buch wird wie bei Microids im Prinzip nur das Geschehen entnommen, wie Jonathan Harker aufs Schloss des Grafen kommt, sobald Dracula London erreicht geht das hier seiner eigenen Wege.

Übernehmen tun wir übrigens Van Helsing, in seinem MacGyvern durch London, Kairo, Wien und dann Transylvanien, um den Machenschaften des ikonischen Vampirs ein Ende zu setzen. Erinnert mich in der Hinsicht etwas an Dracula 3, denn auch hier sind die Rätsel eindeutig im Vordergrund, nicht so sehr die Handlung. Es ist nicht so schlimm wie im ersten Sherlock Holmes, wo jene quasi nur in den ersten und letzten fünf Spielminuten auftauchte, aber Dracula Origin fühlt sich doch bestechend 90s Adventure an. Das nicht negativ gemeint, es rückt halt nur das eigentliche Rätselraten wesentlich stärker in den Vordergrund, als die mehr auf Handlung und Charakterinteraktionen ausgelegten modernen Adventures. Und verdammt knifflig ist das Ding auch. Van Helsing nimmt zwar zahlreiche Notizen und steckt Zeitungsartikel und alte Schriften ein, um ihm bei den Puzzeln Hilfe zu leisten, und natürlich spricht er immer noch hier und dort mit Charakteren, die ihm Tipps geben, doch hier wird man die Denkmurmel tatsächlich mal wieder ordentlich einknippsen müssen, um über Wasser zu bleiben. Ein paar Benutzerfreundlichkeiten gibt es allerdings doch. Wie gesagt kann jederzeit in die Notizen geschaut werden, die sich Van Helsing gemacht hat, sogar vorige Gespräche werden archiviert; dazu beugt das Spiel langwierigen Pixeljagden vor, in dem ein Druck auf die Leertaste alle Hotspots im Bildschirm markiert.

Wie logisch so einige Lösungen dann wieder sind, stelle ich mal auf ein anderes Blatt, aber auch hier wird nie so eine mentale Akrobatik abgefragt, wie das wirklich teilweise in den frühen 90ern der Fall war. Manche Sachen kommen etwas weit hergeholt, aber die sind vereinzelt und irgendwann kommt man schon drauf. Warum der Holländer Van Helsing allerdings einen Akzent hat, der mal osteuropäisch und mal spanisch klingt, ist schon etwas ablenkend. Aber ja, Dracula Origin ist schon ein ordentliches Adventure geworden, vor allem für jene, die mal wieder echt gefordert werden wollen was die Aufgabenlösungen angeht.

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