Van Helsing

ava-1694In 2004 war Fantasy-Action wieder hoch im Kurs, danke Sachen wie The Mummy und Pirates of the Carribean. Universal wollte da mitmischen, und holte sich direkt Stephen Sommers, der Kerl hinter den Mumien und Skorpionskönigen, um ihren Monstern wieder modernes Leben einzuhauchen.

Der Film bietet uns also Van Helsing, allerdings nicht als holländischer Professor, der viel über den Grafen Dracula weiß, sondern als Monsterjäger des Vatikans, der besser im Zuhauen als Nachforschen ist (dafür hat er seinen Sidekick, sozusagen sein trotteliger Q, der Arsenal und Infos bereit hält), und nachdem er Jeckyl-Hyde in Paris gestellt hat, ausgeschickt wird nach Transsylvanien. Denn die Belmont-Familie hat vor Generationen geschworen, Dracula unschädlich zu machen, oder nicht in den Himmel aufgenommen zu werden, und nun werden aktiv die letzten beiden Sprösslinge gejagt, der Vatikan kann aber eine so treue Familie nicht untergehen lassen. Außerdem hat der unter Amnesie leidenden Van Helsing ein Ring mit einem Drachensiegel, das in jenes Gebiet weißt (oh boy, ich wundere mich, ob Van Helsing eine vergessene Vergangenheit mit Dracula hat!).

In Transsylvanien derweil werden die Belmonts weiter ausgedünnt, denn die hübsche Sonia verliert ihren Bruder Simon nach einer Werwolf-Attacke an einen Abgrund (oh boy, ich wundere mich, ob der des Dramas wegen als Werwolf wieder auftaucht!). Eine schier endlose Aneinanderreihung an Action-Spektakel später haben wir nicht nur den Werwolf-Bruder aus dem Weg, die Sonnenlicht-Bombe aus dem Beginn (oh boy, ob die wohl wichtig wird?) wichtig werden lassen, sondern auch den eigentlichen Plot des Filmes raus, und Helsing selbst mit dem Werwolf-Fluch infiziert (oh boy, ich wundere mich, ob das fürs Finale wichtig werden wird!): Dracula will seinen Nachwuchs an fliegenden Kobolden zum Leben erwecken, wofür er Dr. Frankensteins Kreatur braucht, weil der ja zu Leben erwecktes Leichengut ist.

Van Helsing ist ein Film, bei dem man nicht nachdenken darf. Nicht für eine Minute, sonst bekommt man nur Kopfschmerzen von dem Teil. Es ist durchaus interessant, wie viele Charaktere und McGuffins im Film auftauchen, und sich dann doch nicht als Roter Hering herausstellen, sondern tatsächlich alle in den Plot eingeflochten sind, aber so wirklich viel Sinn hinter der internen Logik sollte man nicht erwarten. Von daher lieber gleich gar nicht darüber nachdenken und nur den hübschen Bildern folgen. Die Handlung ist letztendlich trotz alledem nämlich eh ziemlich Standard und alle Überraschungen sieht man von Weitem kommen, von daher braucht man das Hirn auch gar nicht, um Van Helsing folgen zu können.

Wie gut macht es sich dann aber tatsächlich als reines, dummes Action-Spektakel? Eh… es ist in Ordnung. Der Film ist tatsächlich weitestgehend eine reine Aneinanderreihung aus Stunts und CG, und das sieht auch alles toll aus, aber mit über 2 Stunden hat bei aller Augenblenderei ein Film mit so wenig Substanz dahinter eindeutig auch Überlänge. Es gibt wirklich keinen Grund, warum das Ding nicht eine halbe Stünde früher beendet sein könnte. Das laugt dann Zwischenzeitlich leider einfach etwas aus, da man Sensory Overload hat und den Krawall auf dem Bildschirm gar nicht mehr so genau wahrnimmt. So cool der Film also häufiger mal war, so bin ich doch auch zwischendurch mehrmals ordentlich abgedriftet.

vanhelsing

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2 Kommentare

  1. Das inoffizielle Spiel zum Film: Castlevania Lords of Shadow. Gleicher Look, genauso dämlich, und auch eindeutig zu lang.

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