Dead Ever After & After Dead

ava-1685Nach dreizehn Büchern im Jahresrhythmus sind die Southern Vampire Mysteries, oder Sookie Stackhouse Novels, oder wie man sie auch immer nennen will, Anfang letzten Jahres zu einem Ende gekommen. Und hiermit habe ich dann auch die ganze Reihe durchgestanden.

Es ist definitiv das letzte Buch, so viel ist schon mal klar. Wir begleiten Sookie also auf ihrem letzten Abenteuer, das letzte Mal das sie eine Leichenspur nach sich ziehen wird. Diesmal ist sie das Hauptziel des Mysteriums, haben sich doch die paar Hauptantagonisten, die vorige Bücher überlebt haben, zusammen getan, um ihr das Leben schwer zu machen. Genau genommen um ihr einen Mord anzuhängen. Besonders gut sind sie darin nicht, ein blinder mit einem Krückstock würde es seltsam finden, wenn eine Leiche, die mit Sookies Schal erdrosselt wurde, zusammen mit diesem Schal einfach im Müllcontainer hinter ihrer Arbeitsstelle auftaucht. Besonders wo die Bar im Nirgendwo ist, man die Leiche also auch einfach ein paar hundert Meter weiter in den Wald hätte werfen können. Das ganze Ding schreit also geradezu nach Setup. Aber die Polizei versucht sie dennoch unbedingt eingelocht zu bekommen, weil manipuliert durch Magie und so. Praktischerweise hat Sookie aber die vorigen dutzend Bücher über nicht nur Leute gegen sich aufgebracht oder (unfreiwillig) zum Tode verholfen, sondern sich auch den einen oder anderen Freund oder zumindest ihr schuldigen Verbündeten erworben. Deswegen kommt auch eine kleine Gruppe an die Vorgänger überlebend habenden Mitstreitern zusammen, um ihr aus der Misere zu helfen.

Ach ja, und natürlich von wirklichem Interesse ist, für wen sich Sookie denn nun endlich romantisch entscheiden wird, nachdem sie sich in zwölf Büchern quer durch die supernatürliche Nebenwelt gevögelt hat. Und ich muss wirklich sagen, hier hat mich das Buch echt überrascht, denn Sookie trifft die logische Entscheidung. Eine dauerhafte Beziehung mit einem unsterblichen, nie alternden Vampir würde nie funktionieren, es sei denn man ist bereit selbst zu den Untoten zu wechseln. Da sie das nicht ist, ist eigentlich ihr sowie Eric klar, dass aus ihnen nix wird. Bill ist natürlich aus gleichen Gründen raus. Stattdessen kommt die Rolle zum Zuge, die in diesen Büchern immer die Arschlochkarte zieht, nämlich der langjährige Kindheitsfreund oder Äquivalent, der seit Jahren ausharrt, aber normalerweise auf einen Nebencharakter abgeschoben wird, da er zu langweilig eine Wahl für Paranormal Romance ist, aber jemanden abbekommen muss, damit der Hauptcharakter nicht so unsympathisch aussieht, nachdem sie mit seinen Gefühlen gespielt aber doch den exotischen Bad Boy, den sie emotional reparieren kann, wählte. Angeblich ist das Ende auch echt unbeliebt unter vielen Leserinnen, und ich würde mal darauf tippen, dass es tatsächlich die Partnerwahl ist, statt Team Bill oder Team Eric zuzuspielen.

Was den Plot um die Beseitigung von Sookie selbst angeht… eh, ich nehm mal an die ist das Buch über recht passabel. Gegen Ende fällt es etwas auseinander, weil der echte Drahtzieher nur überrascht, da wir ihn eigentlich für aus dem Weg gehalten haben, und er geradezu beliebig plötzlich auftaucht, zumal auch keinen besonders guten Grund hat ausgerechnet die Schuld komplett auf Sookie abzuwälzen, und etwas unnötig kompliziert war sein Plan sowieso. Aber wenn Southern Vampire Mysteries eines ist, dann zumindest sich eigener Schwächen häufig bewusst, und so meint auch direkt ein Charakter, dass sich der Kerl einfach eine Knarre kaufen und sie hätte erschießen sollen, was aus dem Nichts kommend sicherlich besser funktioniert hätte, als dieser übertrieben komplexe Irrsinnsplan, den er angeleiert hat.

Ein halbes Jahr später ist dann übrigens noch After Dead erschien, weniger ein Buch und mehr ein Pamphlet, da nur einen Bruchteil der Seiten der eh schon kurzen Hauptbücher, davon das erste Drittel Danksagung einnehmend. Denn viele Leserinnen wollten wohl wissen, was nach dem Ende von Dead Ever After, welches tatsächlich bis fast zur letzten Seite aufgeschoben wird, statt einen Epilog zu bieten, mit den Charakteren geschehen ist, selbst den weniger wichtigen unter ihren liebsten Nebencharakteren.

After Dead ist dann auch tatsächlich einfach jeder Charakter, der je vorgekommen ist, und nicht das Zeitliche gesegnet hat, nach und nach aufgelistet, mit irgendwas zwischen einem Satz bis einer halben Seite darüber, was aus ihnen geworden ist. Als jemand, der die ersten 10 Bücher in 2011 und 11-12 auch vor einem Jahr gelesen hatte, haben mir natürlich prompt 90% der Namen gar nichts mehr gesagt. Aber Zielgruppe bin ja auch nicht ich, sondern sind die Hardcore-Fans, die jeden Topf einen Deckel finden sehen wollen.

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